Automatisiertes Liegenschaftsbuch
Das Automatisierte Liegenschaftsbuch (ALB) wurde aus dem früher manuell geführten Katasterbuchwerk entwickelt und enthielt dessen Inhalt in digitaler Form. Im ALB waren die Daten sämtlicher Flurstücke gespeichert. Zusammen mit der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) stellte es das Liegenschaftskataster dar. Seit 2015 sind ALK und ALB in allen Bundesländern durch das Amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) abgelöst.
Das ALB war Teil des amtlichen Verzeichnisses der Grundstücke, nach dem laut Grundbuchordnung die Grundstücke im Grundbuch benannt werden (§2 Abs. 2 GBO).
Das ALB gliederte sich nach Gemarkungen, Fluren und diese wiederum in Flurstücke. Flurstück ist die Bezeichnung der Flächen, die im ALB unter einer Nummer gebucht werden. Das Flurstück kann dabei in Flächen verschiedener Nutzungsart (z. B. Wald und Acker) unterteilt sein. Landwirtschaftlich genutzte Flächen können zusätzlich nach ihrer Qualität klassifiziert werden. Die Buchungseinheit für Flächen im Grundbuch ist das Grundstück. Es kann aus einem oder mehreren Flurstücken bestehen.
Das ALB enthielt auch personenbezogene Daten, die dem Datenschutz unterliegen. Die betreibenden Vermessungsverwaltungen hatten geeignete und organisatorische Maßnahmen zum Schutz vor unberechtigten Zugriffen auf die ALB-Daten getroffen. Das ALB war in das Datenschutzregister aufgenommen.
Das ALB war kein Geoinformationssystem, da die Flurstücksdaten nur adresskodiert vorlagen. Der korrekte Raumbezug wurde mit der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) hergestellt.
Das Nachfolgeverfahren ALKIS fasst die Daten von ALB und ALK zusammen. Durch diese Zusammenfassung sind die Probleme der Datenredundanz und damit die Fehlerquellen aufgrund nicht identischer Datensätze behoben worden. Dies war eines der Hauptprobleme in der Anwendung des ALB und der ALK, da beide Datensätze parallel gepflegt werden mussten, um eine reibungslose Verknüpfung zu ermöglichen.
Das Automatisierte Liegenschaftsbuch sollte bis 2010 zusammen mit der ALK als Bestandteil im Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) abgelöst werden. Seit Dezember 2015 ist ALKIS in allen 16 Bundesländern eingeführt.[1]
Andere Länder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- GDB (Österreich)
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Tätigkeitsbericht 2015/2016. (PDF; 3 MB) Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland, S. 3, abgerufen am 22. August 2026.