Azurfischer

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Azurfischer
Azurfischer (Ceyx azureus)

Azurfischer (Ceyx azureus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
Familie: Eisvögel (Alcedinidae)
Unterfamilie: Eigentliche Eisvögel (Alcedininae)
Gattung: Ceyx
Art: Azurfischer
Wissenschaftlicher Name
Ceyx azureus
(Latham, 1802)
Azurfischer, Queensland, Australien
Azurfischer, Daintree, Queensland
Kakadu-Nationalpark, Australien

Der Azurfischer oder Azurzwergfischer (Ceyx azureus, Syn.: Alcedo azurea) ist eine australische Eisvogelart. Es werden in dem großen Verbreitungsgebiet der Art mehrere Unterarten unterschieden. Er ist zwar größer als der Mangrovenzwergfischer, der zur selben Gattung gehört. Mit einer Körperlänge von 13 bis 14 Zentimeter bei einigen der Unterarten zählt er aber immer noch zu den kleinsten Eisvögeln.[1]

Die IUCN stuft die Bestandssituation des Azurfischer als LC IUCN 3 1.svg (=least concern - nicht gefährdet) ein.[2]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim 18 cm langen und 35 g schweren Azurfischer ist die Oberseite azurblau und an der Unterseite rot-orange gefärbt. Er hat weiße Flecken hinter den Ohren und an der Kehle, sowie orange vor den Augen. Der lange dünne Schnabel ist schwarz mit einer hellen Spitze.

Die Füße sind rot gefärbt.

Verbreitungsgebiet und Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Azurfischers umfasst das nördliche, das östliche und südöstliche Australien, Tasmanien, die Molukken, die kleinen Sunda-Inseln und Neuguinea. Der Vogel lebt an Flüssen, Billabongs, Seen und Sümpfen mit schattiger überhängender Vegetation. In weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes ist er ein Standvogel, der ganzjährig ein Revier besetzt.[3]

Im Norden Australiens kommt die Unterart Alcedo azurens ruficollaris vor. Sie ist vergleichsweise häufig Das Verbreitungsgebiet reicht dort von Kimberley bis nach Cape York im Südosten Australiens. Er unterscheidet sich von den anderen Unterarten durch eine bronzefarbene Brust, die links und rechts von lila Gefieder eingefasst ist. Er lebt überwiegend entlang von breiten Fließgewässern in Monsunwäldern in Küstennähe, kommt aber auch an permanenten Wasserstellen weiter im australischen Landesinneren vor.[1] Die Größe des Reviers ist auch von der Breite des jeweiligen Fließgewässers beeinflusst. An Stellen, die dem Azurfischer ideale Lebensbedingungen bieten, benötigt ein Paar einen Flussabschnitt von 200 bis 500 Meter Länge.

Grundsätzlich ist der Azurfischer im Süden und in den gemäßigteren Teilen des australischen Kontinents seltener. In Teilen seines historischen Verbreitungsgebietes ist er sogar ausgestorben.[1] In Ostaustralien kommt die Nominalform vor, die entlang kleiner Fließgewässer nahe der Küste lebt. Er ist aber auch entlang des Murray Rivers und des Murrumbidgee Rivers zu finden.[1] An geeigneten Stellen findet sich hier pro ein Kilometer Flusslauf ein Paar.[4]

Bestandsveränderungen sind in der Regel eine Folge von Veränderungen der Wasserqualität und der Fließgeschwindigkeit. In Teilen seines Verbreitungsgebietes hat sich die Anlage von Staudämmen und Wehren negativ auf die Populationsdichte ausgewirkt. Er hat insbesondere dann Mühe ausreichend Nahrung zu finden, wenn Eingriffe in die Fließgewässer dazu führen, dass die Flüsse mehr Erde und Lehm mit sich führen. Der Azurfischer hat allerdings auch von der Einführung des Karpfen durch europäische Siedler profitiert, der mittlerweile zu einem seiner häufigeren Beutefischarten zählt.[4]

Verhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einer Sitzwarte aus oder aus dem Rüttelflug taucht der Azurfischer ins Wasser, um Fische und Krebse zu fangen. Die Beute wird getötet, indem sie gegen einen Ast geschlagen wird, und dann mit dem Kopf voran geschluckt. Wasserinsekten werden im Flug gefangen. Manchmal ergänzen Frösche die Nahrung.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Azurfischer lebt monogam und verteidigt sein Brutrevier. Die 80–120 cm lange Bruthöhle wird in eine Sandbank gegraben. Zu tief gelegene Bruthöhlen können bei Hochwasser zerstört werden. Beide Elternvögeln bebrüten die vier bis sieben Eier 21 Tage lang und füttern danach die Küken. Die Nestlingszeit dauert 28 Tage.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Azurfischer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ronald Strahan: Cuckoos, Nightbirds & Kingfishers of Australia. Angus & Robertson, Sydney 1994, ISBN 0-207-18522-0.

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Strahan: Cuckoos, Nightbirds & Kingfishers of Australia. S. 128.
  2. Ceyx azureus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2012. Abgerufen am 2. Februar 2014
  3. Strahan: Cuckoos, Nightbirds & Kingfishers of Australia. S. 130.
  4. a b Strahan: Cuckoos, Nightbirds & Kingfishers of Australia. S. 129.