Baal-Hammon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Terrakotta-Statue von Baal-Hammon auf seinem Thron, mit Krone, flankiert von zwei Sphingen, ca. 1. Jahrhundert, Standort: Nationalmuseum von Bardo

Baal-Hammon, eine Namensform von Ba’al, ist eine Gottheit der Phönizier bzw. Punier.

Er wurde erstmals in einer Inschrift aus der späthethitischen/aramäischen Stadt Sam'al (heute Zincirli) erwähnt.[1] Der Name bedeutet „Herr der Räucheraltäre“.[2] Er war der Hauptgott von Karthago, von wo aus sein Kult sich nach Sizilien und Malta verbreitete. In Nordafrika galt Baal-Hammon insbesondere als Fruchtbarkeitsgott. Als Beleg dafür wird angeführt, dass Baal-Hammon in römischer Zeit das Epitheton Frugifer beigelegt wurde. Auf Sizilien und in Afrika waren möglicherweise Kinderopfer Teil seines Kultes, wenn auch dies durch historische Funde mittlerweile unwahrscheinlicher wurde. Sein Name ähnelt dem des ägyptischen Gottes Amun, deswegen nimmt man an, er sei ein Orakelgott gewesen.

Er wurde von den Griechen mit Kronos und von den Römern mit Saturnus gleichgesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edward Lipiński: Dieux et déesses de l'univers phénicien et punique (= Studia Phoenicia XIV; Orientalia Lovaniensia Analecta 64). Leuven 1995, ISBN 90-6831-690-7, S. 59–61, 251–264.
  • Paolo Xella: Baal Hammon. Recherches sur l'identité et l'histoire d'un dieu phénico-punique (= Contributi alla storia della religione Fenicio-Punica 1; Collezione di studi fenici 32). Rom 1991.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Niehr: Religion. In: ders. (Hrsg.): The Aramaeans in Ancient Syria (= Handbook of Oriental Studies Section 1: The Near and Middle East). Brill, 2014, ISBN 978-9-00422943-3, S. 158
  2. Bluma Trell: Coins of the Phoenician World. In: Waldemar Heckel, ‎Richard Sullivan (Hrsg.): Ancient Coins of the Graeco-Roman World: The Nickle Numismatic Papers. Wilfrid Laurier Univ. Press, 2010, ISBN 978-1-55458699-8, S. 127