Bachern

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Bachern
Stadt Friedberg
Koordinaten: 48° 18′ 40″ N, 11° 2′ 45″ O
Höhe: 496 m
Einwohner: 670 (31. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Eingemeindet nach: Ottmaring
Postleitzahl: 86316
Vorwahl: 08208

Bachern ist seit der Gemeindegebietsreform von 1978 ein Ortsteil von Friedberg und zählt derzeit etwa 700 Einwohner.

Von 1972 bis 1978 zählte Bachern zur Gemeinde Ottmaring. Ottmaring ist inzwischen auch ein Ortsteil von Friedberg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bachern liegt rund sieben Kilometer südöstlich von Friedberg und ist über die Staatsstraße 2379 an das Straßennetz des Freistaats Bayern angeschlossen. Durch den Ort fließt der Eisbach, der später in die Paar mündet. So leitet sich auch der Name von "Bach" ab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund einiger Funde, die in der Umgebung von Bachern gemacht worden sind, wird von einer Siedlungstätigkeit auf dem Gebiet dieses Ortsteils von Friedberg bereits in der Römerzeit ausgegangen. Im Heilachwald zwischen Kissing und Bachern finden sich jedoch auch Hügelgräber, vermutlich von Kelten.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich wurde Bachern zum ersten Mal im Jahr 763 als „Pahhara“ erwähnt. Um 1120 übernahm Pfalzgraf Otto V. von Wittelsbach die Schirmvogtei über die jenseits des Lechs gelegenen Güter des Stiftes St. Ulrich und Afra in Augsburg, wobei die Urkunde unter den Gehöften (curtilia), deren Vogteigefälle an ihn bestimmt werden, auch „Pachen“ aufführt. Für 1135 ist ein Gotfridus de Pacharn, für 1140 ein Arnoldus de Pacharn, für 1171 ein Gelwart von Bachen bezeugt. Wenige Jahre später ist in der päpstlichen Bulle vom 6. August 1177 (Venedig Rialto) unter vielen anderen Gütern vom Meierhof zu „Pacche“ die Rede, den Papst Alexander III. (1159–1181) dem Kloster St. Ulrich sichert. Haidenricus de Bachern und seine Frau Mechthilde ließen dem Kloster im 12. Jahrhundert durch Schenkung einen Großteil des Besitzes zukommen. Im Jahr 1270 gehörte neben Gütern u. a. in Ottmaring und Rederzhausen auch der Hof in Bachern zum Amt Wittelsbach, herzogliches Landgericht Aichach. Das älteste Salbuch von St. Ulrich aus dem 13. Jahrhundert spricht von zehn gilt baren Huben zu „Bachen“, dasjenige von 1404 von nur noch sechs Grundholden mit Abgaben an Geld und Hühnern.

Außerhalb des Ortes stand auf einem Hügel, dem sogenannten Burgstall Bachern, im frühen Mittelalter das Bacherner Schloss. Es ist der Sage nach im Boden versunken. Tatsächlich konnten bei Ausgrabungen Spuren von Besiedlung auf dem Burgstall gefunden werden. Heute steht nur noch das sogenannte „Jägerhaus“ im Ortskern, das früher die Jäger der Schlossherren beherbergte.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge einer Erweiterung des Stadtgerichts Friedberg zu einem Landgericht durch Herzog Ludwig dem Gebarteten um 1415 gehörte der auf dem rechten Ufer des Hagel- oder Eisenbaches gelegene Teil Bacherns zum Gericht Mering. Die Hofmark Bachern befand sich im 15. Jahrhundert vorübergehend im Besitz eines Georg Kaib von Hohenstein, der 1432 drei Höfe im Dorf Bachern an das Kloster St. Ulrich in Augsburg und am 24. November 1433 den Burgstall mit anderen Gütern zu Bachern an die Witwe Dorothea von Haldenberg, geb. von Kammer, verkaufte. Später gelangte der Ort an die von Közz zu Egenhofen. 1457 dann gleichzeitig an Ernst von Welden und Fritz von Pienzenau, der jedoch seinen Anteil am 7. August 1465 an Ernst von Welden verkaufte. Der Ort blieb daraufhin fast 130 Jahre in der Hand der Familie Welden, bis Michael von Welden am 22. September 1594 die Hofmark Bachern mit Patronatsrecht, Gerichtsbarkeit. Holzmarken und allem, was dazugehörte, für 20 500 Gulden an das Kloster Heilig Kreuz in Augsburg verkaufte. Bereits im Jahr darauf ließ das Kloster im Dorf ein kleines Schloss mit vier Ecktürmen errichten (nach der Säkularisation von 1803 abgetragen). Bei einer 1818 durchgeführten Landvermessung wurden die heutigen Grenzen in etwa festgelegt. Urkunden aus dieser Zeit berichteten von 55 Familien bzw. 234 Bewohnern. Die alte, 1463 konsekrierte Pfarrkirche stand auf dem Berg südöstlich des Dorfes. 1831 wurden Turm und Langhaus abgerissen; der Chorraum dient heute noch als Friedhofskapelle. Im gleichen Jahr begann der Bau der neuen Kirche. 1850 stellte man die aus dem Augsburger Dom stammenden Altäre auf.

Die beiden Weltkriege forderten auch in Bachern Opfer. Zu ihrem Andenken steht nahe der Pfarrkirche St. Georg das Kriegerdenkmal. Für Bachern war am 28. April 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende. An diesem Tag wurde Bachern nach zähen Kämpfen mit der Richtung München weichenden SS von der US Army eingenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1947, als Ersatz für die im Krieg eingeschmolzenen Kirchenglocken, neue angeschafft. Die Flurbereinigung wurde durchgeführt und das gemeindliche Straßennetz ausgebaut. 1979 erbaute man das Sport- und Schützenheim, das im Jahr 2000 erweitert wurde. Bis zum Jahr 1970 war Bachern eine eigenständige Gemeinde. Sie wurde am 1. Juli 1972 der Gemeinde Ottmaring[2] und 1978 an die Stadt Friedberg angeschlossen. 1995 wurde ein eigener Kindergarten, St. Hedwig, erbaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bartholomäus Öberl (* 1660); in Bachern geborener Barockbildhauer
  • Ludwig Schneider (* um 1645); geboren in Bachern; Goldschmid und Mitglied des Großen Rats in Augsburg[3]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bachern verfügt über einen Trimm-Dich-Pfad im Mischwald nahe der Ortschaft. Die Landschaft eignet sich für Wanderungen und Fahrradtouren.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sport-Freunde Bachern e. V.
  • Schützengemeinschaft Bachern e. V.
  • Bürgerinitiative Rückenwind fürs Erlauholz e. V.
  • Freiwillige Feuerwehr Bachern e. V.
  • Obst- und Gartenbauverein Bachern e. V.
  • CSU Ortsverband Bachern-Rohrbach
  • SPD Ortsverband Bachern-Ottmaring
  • Jagdgenossenschaft Bachern
  • Krieger- und Soldatenverein Bachern e. V.
  • Landjugend Bachern e. V.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Friedberg in Bayern – Daten und Fakten. In: friedberg.de. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 465.
  3. Hubert Raab: Friedberg erleben : [mit allen Stadtteilen]. Kulturverlag Holzheu, Mering 2010, ISBN 978-3-938330-10-4.