Bahnhof Zehlendorf Süd

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Zehlendorf Süd
Geschlossene Station, 1988
Geschlossene Station, 1988
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 1
Abkürzung BZFS
Eröffnung 20. Dezember 1972
Auflassung 18. September 1980
Lage
Stadt/Gemeinde Berlin
Ort/Ortsteil Zehlendorf
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 25′ 31″ N, 13° 14′ 24″ OKoordinaten: 52° 25′ 31″ N, 13° 14′ 24″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Berlin
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Der Bahnhof Zehlendorf Süd ist ein ehemaliger Haltepunkt an der Berlin–Potsdamer Stammbahn. Der S-Bahnhof befand sich zwischen den Bahnhöfen Zehlendorf und Düppel an der Clauertstraße in der Ortslage Düppel im Ortsteil Zehlendorf.

Geschichte

An der Ecke der Clauertstraße war 1953 die Justizvollzugsanstalt Düppel entstanden, welche in den darauffolgenden Jahren durch die Strafgefangenen dort Landwirtschaft betrieb. Ende 1970/Anfang 1971 begann die Deutsche Reichsbahn, wohl auch auf Bitten des Anstaltleiters,[1] mit dem Bau eines Haltepunkts an der seit 1948 im elektrischen Pendelbetrieb befahrenen Stammbahn. Zusätzlich wollte die Reichsbahn ein in der Entstehung begriffenes Neubaugebiet für die S-Bahn erschließen.[2] Es kam Anfang 1971 zu Unstimmigkeiten mit der amerikanischen Kommandantur. Da die Deutsche Reichsbahn die in den Westsektoren gelegenen Bahnanlagen als Eigentum der Deutschen Demokratischen Republik betrachtete, hatte sie den Bau des Haltepunkts nach DDR-Recht vorbereitet. Die Westalliierten bestanden hingegen darauf, dass das Reichseisenbahnvermögen als beschlagnahmtes Reichsvermögen der alliierten Kontrolle unterstand und somit geltendes Recht fortbestand. In diesem Fall war eine Planfeststellung nach dem Reichsbahngesetz vom 4. Juli 1939 vorgesehen. Eine Senatsdienststelle übernahm daraufhin stellvertretend für die Reichsbahn die Ausarbeitung des Planfeststellungsverfahren, womit die Bauarbeiten im September 1972 fortgesetzt werden konnte.[3] Am 20. Dezember 1972 wurde der Haltepunkt Zehlendorf Süd eröffnet. Er stellte damit den einzigen Zwischenhalt auf der noch etwa 2,2 Kilometer langen Strecke dar. Durch den nur etwa 70–80 Meter langen Seitenbahnsteig war der Bahnhof nur für Halbzüge geeignet.[4] Der Haltepunkt war der erste Bahnhofsneubau der Reichsbahn in West-Berlin seit 1946 und der einzige von ihr in Eigenregie errichtete S-Bahnhof in West-Berlin.

Im September 1980 wurde im Rahmen des Streiks der Reichsbahner der Bahnhof, genauso wie der Bahnhof Düppel, geschlossen und anschließend nicht mehr wiedereröffnet.

Ein formelles Stilllegungsverfahren gab es nicht. 2017, mehr als 35 Jahre nach Schließung der Station, wird sie weiterhin unter dem Namen Berlin-Zehlendorf Süd im Betriebsstellenverzeichnis von DB Netz geführt.[5]

Weblinks

Commons: Bahnhof Berlin-Zehlendorf Süd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Detlef Hoge, Mike Straschewski: Zehlendorf Süd. In: stadtschnellbahn-berlin.de. 26. Oktober 2008, abgerufen am 6. Dezember 2017.

Einzelnachweise

  1. Verein für die Geschichte Berlins (Hrsg.): Der Bär von Berlin. Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins. 1988, S. 157.
  2. Konrad Koschinski: Der elektrische Betrieb auf der Berliner S-Bahn. Band 5: Auf Zeit getrennt – 1960 bis 1980. 2. Auflage. Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2008, ISBN 978-3-933254-22-1, S. 121.
  3. Peter Bley: 175 Jahre Eisenbahn Berlin–Potsdam. 175 Jahre Eisenbahn in Preußen. Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2013, ISBN 978-3-941712-29-4, S. 185–189.
  4. Detlef Hoge, Mike Straschewski: Zehlendorf Süd. In: stadtschnellbahn-berlin.de. 26. Oktober 2008, abgerufen am 6. Dezember 2017.
  5. Betriebsstellenverzeichnis von DB Netz, 2017, online.