Bahnstrecke Buttstädt–Rastenberg

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Buttstädt–Rastenberg
Streckenlänge: 5,46 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Minimaler Radius: 200 m
Strecke – geradeaus
von Straußfurt
Bahnhof, Station
0,00 Buttstädt
   
nach Großheringen
   
von Weimar
   
3,35 Hardisleben
   
Anschluss Kaliwerk Rastenberg
   
5,46 Rastenberg

Die Bahnstrecke Buttstädt–Rastenberg (im Volksmund nach der Betreibergesellschaft auch Zwecke genannt) war eine eingleisige nicht elektrifizierte Nebenbahn in Thüringen. Die 5,46 km lange Strecke verband Buttstädt an der Bahnstrecke Straußfurt–Großheringen mit Rastenberg. Auf der 1910 eröffneten Stichbahn wurde 1968 der Verkehr eingestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar besaß Rastenberg bereits seit 1887 mit der Schmalspurbahn Weimar–Rastenberg einen Bahnanschluss, allerdings wurde nach 1900 ein Kalibergwerk bei Billroda, der Kalischacht „Gewerkschaft Rastenberg“, eröffnet. Dieses sollte eine eigene normalspurige Anschlussbahn erhalten, damit erhoffte Hermann Bachstein eine Verbesserung des defizitären Betriebsergebnisses der Schmalspurbahn. So erhielt Bachstein 1909 die Konzession für den Bau einer normalspurigen Nebenbahn von Buttstädt nach Rastenberg. Zwar wurde noch die Weimar-Rastenberger Eisenbahn-Gesellschaft als Konzessionsinhaber genannt,[1] allerdings hatte Bachstein die Gesellschaft schon 1898 aufgekauft.

Die 5,46 km lange Streckenführung war einfach, daher konnte der Bau recht schnell abgeschlossen werden. Ab Hardisleben nutzte man mit einem Dreischienengleis die schon vorhandene Schmalspurstrecke mit. Der Personenverkehr wurde am 1. Oktober 1910 aufgenommen, Güter wurden bereits seit dem 30. Mai 1910 transportiert. Im Zusammenhang mit der Streckeneröffnung wurde noch im selben Jahr das Teilstück Mannstädt–Buttstädt der Schmalspurbahn stillgelegt und abgebaut, da der neue Normalspurbahnhof in Buttstädt auf der Fläche des vorherigen Schmalspurbahnhofs lag.

Die Hoffnung auf einen rentablen Betrieb erfüllte sich nicht, so wurde im Sommer 1923 der Abschnitt Buttelstädt–Rastenberg der Schmalspurbahn stillgelegt, damit wurde das Dreischienengleis bis Rastenberg nicht mehr genutzt. Bis Oktober 1923 übernahm die Centralverwaltung für Sekundairbahnen Herrmann Bachstein die Betriebsführung, dann ging sie auf die Thüringische Eisenbahn-AG über. Bereits zu Beginn der 1930er Jahre wollte man die Bahnstrecke stilllegen, da nach der Schließung des Kalibergwerks der Haupttransportkunde wegfiel.[2] Daher wurde 1931 der Eisenbahn-Zweckverband Rastenberg-Hardisleben gegründet, welcher fortan die Bahnstrecke betrieb. Daraufhin entstand im Volksmund die Bezeichnung „Zwecke“ für die Bahn. Dennoch musste die Betriebsgesellschaft 1933 den Personenverkehr einstellen.

1948 wurde der Personenverkehr wieder aufgenommen. Die Strecke wurde 1949 von der Deutschen Reichsbahn übernommen. Am 26. Mai 1968 wurde der Verkehr eingestellt und die Strecke anschließend abgebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Fromm, Harald Rockstuhl: Die Laura – Kleinbahn im Weimarer und Sömmerdaer Land – Die Buchenwaldbahn, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 3. Auflage 2006, ISBN 3-937135-44-8

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Fromm, Harald Rockstuhl: Die Laura – Kleinbahn im Weimarer und Sömmerdaer Land – Die Buchenwaldbahn, S. 45
  2. Günter Fromm, Harald Rockstuhl: Die Laura – Kleinbahn im Weimarer und Sömmerdaer Land – Die Buchenwaldbahn, S. 49