Balancier

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen Prägevorrichtung siehe Stoßwerk.

Ein Balancier bezeichnet ein Bauteil einer Dampfmaschine, einer Pumpe zur Erdölförderung oder einen Bestandteil der Traktur einer Orgel.

Ein Balancier im Bergbaumuseum Bochum
Pferdekopfpumpe an einer texanischen Ölquelle
Balancier-Dampfmaschine von 1848
Briefmarke der DDR 1985

Dampfmaschine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Balancier ist ein Teil der frühen Dampfmaschine, wie sie von James Watt verbessert und weiterentwickelt wurde. Die damaligen Maschinen hatten stehende Zylinder und wurden über das Wattsche Parallelogramm mit dem Balancier verbunden, der hier die Rolle des zentralen Hebels der Maschine übernahm. Entsprechend dieser Aufgabe war er zunächst aus einem starken Baumstamm gefertigt, der die Gelenkpunkte für das Parallelogramm, die Balanciersäule und die Pleuelstange, aufnahm. Bei den späteren Bauarten der Dampfmaschine wurde der Balancier aus Gusseisen hergestellt, sofern man wie bei einer liegenden Dampfmaschine nicht ganz auf ihn verzichtete.

Erdölförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Erdölgewinnung wird das Erdöl durch Gestängetiefenpumpen aus Tiefen bis zu 2500 m gefördert. Diese Pumpen werden wegen ihres Aussehens auch Pferdekopfpumpen genannt. Der Balancier ist hierbei auf dem Pumpenbock montiert. Am Pferdekopf ist er mit dem Bohrgestänge verschraubt, an der gegenüberliegenden Seite wird er mit der Antriebsmaschine verbunden.

Orgelbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Orgelbau bezeichnet ein (pneumatischer) Balancier einen Bestandteil der Traktur, der bei größeren Orgeln hilft, den Druckpunkt der Taste durch einen kleinen Balg unterhalb des Spielventils zu überwinden. Die Erfindung geht auf Hans Henny Jahnn zurück. Im Gegensatz zum Barkerhebel wird dabei die mechanische Traktur nicht unterbrochen.