Benutzer:GerhardSchuhmacher/Megalithen

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https://www.sueddeutsche.de/wissen/stonehenge-megalith-kultur-verbreitung-seefahrer-1.4328328 Tobias Kühn: ''Woher die Idee für Stonehenge kam'', 13. Februar 2019. Stonehenge, die Steinreihen von Carnac und andere uralte Kultstätten aus großen Steinen entfachen bis heute die Fantasie der Menschen. Eine bislang ungeklärte Frage ist: Wo war der Ursprung dieser Megalith-Kultur? Offenbar, so sagen jetzt Forscher, lag dieser im Nordwesten Frankreichs. Von dort verbreitete sich die Kultur in das übrige Europa, vermutlich über den Seeweg. Das berichtet die Archäologin Bettina Schulz Paulsson von der Universität Göteborg in der Fachzeitschrift PNAS. Ein Rätsel war lange, warum sich die in Europa verstreuten Kultstätten so sehr ähneln. Um diese Frage zu klären, analysierte Schulz Paulsson die Daten von 2140 Proben von kohlenstoffhaltigen Überresten, die im Bereich von Megalith-Stätten in verschiedenen europäischen Regionen gefunden wurden. Meist handelte es sich um Holzkohle oder menschliche Knochen. Unter anderem lässt bereits die geologische Schicht, in der die Überreste gefunden wurden, eine grobe Bestimmung des Alters zu. Steingräber über Europa verstreut Die älteste bekannte megalithische Kultstätte ist demnach das Hügelgrab St. Michel im bretonischen Carnac, das wohl um 4700 vor Christus errichtet wurde. Dieser Grabstätten-Typ hat sich bis etwa 4000 vor Christus bis ins heutige Spanien, Südfrankreich und Italien ausgebreitet. Um das Jahr 4300 vor Christus entstand in Mittelwest-Frankreich eine weitere Grabform, die für neue Begräbnisse wieder geöffnet werden konnte. Auch diese fand später in Spanien und Großbritannien Nachahmung. In einer dritten Welle erreichten die Megalithen dann schließlich Skandinavien und, von etwa 3000 vor Christus an, Deutschland. Da die jeweiligen Fundorte in der Nähe des Meeres liegen, sei von einer Verbreitung durch Seefahrer auszugehen, heißt es in der Studie. Die Hypothese, dass alle Megalith-Kulturen einen gemeinsamen Ursprung haben, wurde schon vor mehr als 100 Jahren aufgestellt. Damals galt aber der Nahe Osten als Ausgangsort. Frühere Datierungen widerlegten diese Theorie jedoch, sodass man lange Zeit von einer gleichzeitigen Entwicklung an mehreren Orten ausging. Dass sich die Bauweise der Megalith-Gräber vermutlich über die Seefahrt ausgebreitet hat, eröffne eine "neue Debatte über die maritime Mobilität in der Jungsteinzeit", so Schulz Paulsson. Dass es zu dieser Zeit schon Seeschifffahrt in Europa gab, ist bekannt. Neu wäre hingegen, dass die frühen Seeleute ihre kultischen Vorstellungen auf diesem Wege verbreiteten. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------- https://www.spektrum.de/news/gibt-es-eine-gemeinsame-wurzel-der-megalithkultur/1623910 Eine gemeinsame Wurzel der Megalithkultur?, 11. Februar 2019. (Abruf: 4. Oktober 2019).</ref> In der Jungsteinzeit errichteten Menschen überall in Europa viele Jahrhunderte lang imposante Steinkreise und Grabmonumente. Kann man heute noch herausfinden, wo die Megalithmode einst ihren Anfang nahm? von Jan Osterkamp Dolmen di Sa Coveccada © BETTINA SCHULZ PAULSSON, UNIVERSITÄT GÖTEBORG (AUSSCHNITT) Man zählt heute rund 35 000 über ganz Europa verstreute typische Megalith-Bauwerke, also Dolmengräber, Steinkreise oder »Hinkelstein«-Menhire, die meist irgendwann zwischen dem 5. und 3. Jahrtausend vor der Zeitenwende errichtet wurden. Die früher gängige Bezeichnung »Megalithkultur« als Klammer für dieses Phänomen haben Archäologen aber mittlerweile im Wesentlichen zu den Akten gelegt: Von einer zusammenhängenden Kultur mit gemeinsamer Idee oder ideologischer Wurzel könne man angesichts der weit verstreuten, unterschiedlich alten und enorm vielfältigen Steinartefakte kaum sprechen. Wahrscheinlich haben die Europäer der Jungsteinzeit solche am Ende verblüffend ähnlichen Megalithstrukturen immer wieder unabhängig voneinander neu erfunden. Oder vielleicht doch nicht, meint die Jungsteinzeitexpertin Bettina Schulz Paulsson von der Universität Göteborg im Fachmagazin »PNAS«: Neue Analysen ergaben auffällige Hinweise auf eine allmähliche Ausbreitung der Megalith-Idee aus einem Ursprungszentrum heraus, die wohl vor 4500 v. Chr. im Nordwesten Europas ihren Anfang nahm. Paulsson hatte sich mit ihrem Team zum Ziel gesetzt, eine umfassende und genauere Zeitreihe möglichst vieler europäischer Megalith-Fundstellen mit Radiokarbonanalysen aufzustellen. Einen ersten ähnlichen Versuch hatte schon in den 1970er Jahren Colin Renfrew unternommen, der Pionier der Kohlenstoffdatierung. Mit deutlich verbesserter Analysetechnik konnte Paulssons Team nun aber viel mehr Fundstücke wesentlich exakter und sicherer datieren: Sie bestimmte so das Alter von 2410 Fundstellen anhand von zum Teil bereits früher untersuchten Proben im Kontext der Megalithbauten und von gleich alten Artefakten benachbarter Kulturen. Am Ende schälte sich dabei ein recht klares Bild heraus, so Paulsson: Offenbar entstanden die frühesten Megalithstrukturen im Nordwesten des heutigen Frankreich im frühen 5. Jahrtausend v. Chr. in nur rund 200 bis 300 Jahren. Als Vorläufer, die bloß hier zu finden sind, bieten sich auffällige prämegalithische Erdwerke an – somit womöglich die eigentlichen Urahnen der vielfältigen späteren Megalitharchitektur. Haväng-Megalithgrab © BETTINA SCHULZ PAULSSON, UNIVERSITÄT GÖTEBORG (AUSSCHNITT) Haväng-Megalithgrab | Das Megalithgrab von Haväng in Schweden. Vom Nordwesten des Kontinents aus verbreitete sich die Megalith-Idee dann allem Anschein nach in einer ersten Welle an den Küsten entlang, interpretiert Paulsson ihre Daten: Man findet im späten 5. und frühen 4. Jahrtausend vor der Zeitenwende Megalithbauten an der Atlantikküste und in küstennahen Regionen der Iberischen Halbinsel und des Mittelmeerraums. Erst noch etwas später boomten Megalith-Bauwerke dann auf den Britischen Inseln und Sardinien, um schließlich im 2. Jahrtausend Mitteleuropa und den skandinavischen Raum zu erreichen. Noch etwas später gab es einen letzten Boom der Megalith-Artefakte in Süditalien, auf kleineren Mittelmeerinseln und in Richtung Levante, bis die großen Megalithbauten dann um den Beginn des ersten vorchristlichen Jahrtausends endgültig in ganz Europa aus der Mode gekommen waren. Spektrum Kompakt: Europa – Der schwierige Weg zur Gemeinschaft Das könnte Sie auch interessieren: Spektrum Kompakt: Europa – Der schwierige Weg zur Gemeinschaft Eindeutig sei hier ein Muster von drei Ausbreitungswellen mit Ursprung in Nordwestfrankreich zu erkennen, meint Paulsson – und zwar über mögliche Seerouten. Dies könnte nahelegen, dass die maritime Expertise in der Jungsteinzeit deutlich ausgeprägter war, als man bisher vermutet hat. Vielleicht haben Megalith-Pioniere so ihr Knowhow und religiöse oder gesellschaftliche Vorstellungen in die Ferne getragen. Ganz ähnliche Ideen zur Erklärung archäologischer Gemeinsamkeiten hatten bereits Archäologen im 19. und frühen 20. Jahrhundert vertreten. Dabei hatten sie allerdings angenommen, dass die Megalithkultur vom Nahen Osten aus nach Europa vorgedrungen ist. Einer der differenzierteren Vertreter eines solchen Kultur-Diffusionismus war der berühmte Archäologe Gordon Childe, der seine Beiträge bereits in den 1950er Jahren, vor dem Aufkommen der Karbondatierung, formulierte. Paulsson sieht die älteren Spekulationen mit ihren Daten nun teilweise bestätigt – auch wenn der Megalithismus eher aus Nordwesteuropa in den Mittelmeerraum gelangt sei statt umgekehrt. In jedem Fall sei es angebracht, den europäischen Megalith-Horizont angesichts der neuen Daten und der möglichen maritimen Interaktionen wissenschaftlich noch einmal neu zu diskutieren. Jan Osterkamp 07/2019 Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07/2019 __________________________________________________________________________________________________________ “They were moving over the seaway, taking long distance journeys along the coasts,” says Schulz Paulsson. This fits with other research she has carried out on megalithic art in Brittany, which shows engravings of many boats, some large enough for a crew of 12. Read more: https://www.newscientist.com/article/2193553-sailors-spread-the-ancient-fashion-for-monuments-like-stonehenge/#ixzz61YKMvGFq https://www.pnas.org/content/116/9/3460 There are two competing hypotheses for the origin of megaliths in Europe. The conventional view from the late 19th and early 20th centuries was of a single-source diffusion of megaliths in Europe from the Near East through the Mediterranean and along the Atlantic coast. Following early radiocarbon dating in the 1970s, an alternative hypothesis arose of regional independent developments in Europe. __________________________________________________________________________________________________________ Am 18. August 2018 eingestellter Artikel. [[Datei:Menhir von Degernau%281%29.jpg|mini|x200px|Der Menhir am Weg von Erzingen nach Degernau und der Abzweigung nach [[Ofteringen]]]] Bei den '''Megalithen am Hochrhein''' handelt es sich um Relikte einer [[Megalith|Urkultur]], die sich vor 7000 Jahren an der Atlantikküste Westeuropas und im westlichen Mittelmeerraum zu verbreiten begann. Sie ging vor 4500 Jahren durch eine Invasion indogermanischer Völker aus dem Osten, den nach ihrer Gebrauchskeramik als „[[Glockenbecherkultur]]“ benannten Gruppen unter. Die dabei festgestellten Zerstörungen oder [[Glockenbecherkultur#Bestattungsform|Nachnutzungen]] datieren in den Zeitraum von 2300–2100 vor Christus. Im [[Hochrhein|Hochrheingebiet]], das in der Literatur zur Megalithkultur zumeist noch außerhalb entsprechender Kartierungen liegt – registrierte Vorkommen enden hier am östlichen Rand von Schwarzwald und den Alpen –, war als Besonderheit nur der Langenstein an der Wutach bei Tiengen bekannt, ergänzt seit den 1950er Jahren durch die Aufdeckung des Großsteingrabes mit dem „Menhir von Degernau“. In den letzten Jahrzehnten fielen Althistorikern und Heimatforschern Überlieferungen und Entdeckungen vor allem nördlich des Hochrheins auf und in jüngerer Zeit nahm die Fachöffentlichkeit Menhire und Dolmen auch im nördlichen Alpenraum und entlang des Hochrheins wahr. [[Datei:Megawal31.jpg|mini|x300px|Heute angenommene Verbreitung megalithischer Bauten]] == Allgemeine Verbreitung und Zeitstellung == Wissenschaftlich fällt die Zeitspanne der Megalithen in die [[Jungsteinzeit]], die jedoch von 11.500 bis 2800–2200 v. Chr. ([[Endneolithikum]]) angesetzt ist und deshalb pauschal mit noch primitiven Gesellschaftsformen gleichgesetzt wird. Die Technologie der Megalithkultur gibt jedoch ähnliche Rätsel auf wie das Ägypten des Pyramidenbaues. Bemerkenswert ist, dass die frühen Megalith-Großbauten noch vor den ersten Pyramiden entstanden. Bekannt sind heute vor allem Steinmonumente – von der britischen bis zur spanisch-portugiesischen Atlantikküste und im Mittelmeerraum auch riesige Grabbauten und eine Vielzahl von Steinkreisen. Diese bestehen aus Menhiren in oft exakter geometrischer Anlage, vor allem in der französischen Bretagne. Auch in Nordeuropa sind Steinsetzungen vorhanden. Im Mittelmeerraum existiert eine Vielzahl von Monumenten an der nordafrikanischen Küste bis Libyen und auf den Inseln, vor allem auf Malta. '''Verbreitung im Hochrheingebiet'''<br /> Karten über die angenommene Verbreitung der Menhire in Europa, in Nordafrika und Vorderasien zeigten bis vor kurzer Zeit selbst in der hochrangigen Forschungsliteratur die Alpen-Region und die inneren Landmassen des europäischen Kontinent östlich des Rheins als ‚weißen Fleck‘. Auch im süddeutschen Raum sollten nach diesen Darstellungen keine Megalithbauten existieren.<ref>Siehe die Kartensammlung in: H. Tributsch: ''Die gläsernen Türme von Atlantis.'' Ullstein, Berlin 1986, Karten S. 8/9, 144 und weitere.</ref> Der Oberhein und die [[Rhone]] befanden sich jedoch noch im Einzugsbereich dieser Karten und auch infolge der geographischen Gegebenheiten war anzunehmen, dass es entlang dem fruchtbaren Hochrheintal von Basel bis zum Bodensee eine ‚Megalith-Infrastruktur‘ gegeben haben dürfte. Dies hat sich seit der Nachkriegszeit bestätigt, als Heimatforscher begannen, Beobachtungen und Berichte aus dem 19. Jahrhundert auszuwerten, Fundstellen zu überprüfen und zu publizieren.<ref>Für das Territorium des heutigen [[Landkreis Waldshut]] siehe: [[Egon Gersbach]]: ''Urgeschichte des Hochrheins (Funde und Fundstellen in den Landkreisen Säckingen und Waldshut).'', Badische Fundberichte, Sonderheft 11, Katalogband, Staatliches Amt für Ur- und Frühgeschichte, Freiburg im Breisgau, 1969.</ref> === Spuren der Megalithkultur am Hochrhein === [[Datei:Reconstructed dolmen at Degernau, Germany (degernau p6070445).jpg|mini|„Hünengrab“ zwischen Degernau und Erzingen]] Die '''Megalithen am Hochrhein''' stellen ein Ensemble von einigen bekannten und zahlreichen selbst vor Ort kaum bekannten Objekten in Südbaden dar, die nur in Einzelfällen in der übergreifenden Fachliteratur erfasst sind. Neben dem [[Menhir von Degernau|Menhir und dem Dolmen von Degernau]] fand nur noch der [[Chindlistein von Tiengen|Langenstein bei Tiengen]] Eingang in Verzeichnisse archäologischer Stätten und in die überregionale Literatur. In den regionalen Überlieferungen sind sie jedoch durchaus bekannt, auch wenn das Wissen darüber erst nach neueren Ausgrabungen in Westeuropa und durch die [[Radiokarbonmethode]] (Altersmessung) im Zusammenhang erweitert werden konnte. Am Hochrhein finden sich noch zwei der hier relativ kleinen [[Großsteingrab|Großsteingräber]], auch [[Dolmen]] genannt. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, das noch vor 150 bis 200 Jahren viele weitere existierten. Sie wurden häufig für den Straßenbau zerschlagen und zu Schotter verarbeitet, später ebenfalls für die Anlage der Gleisdämme der Eisenbahn. === Standort-Dokument === [[Datei:Karte Menhire.jpg|mini|x300px|Karte mit den Standorten von Megalithbauten am Hochrhein]] Neben dem Menhir und dem [[Dolmen von Degernau]] sowie dem Tiengener Langenstein sind durch eine [[TV Eichberg#Archiv des TV Eichberg|Karte]] des verstorbenen [[Erzingen (Klettgau)|Erzinger]] Bauunternehmers Hans Parodi, die Standorte weiterer Menhire und Megalith-Bauwerke am Hochrhein markiert. Hans Parodi hatte die Wiederaufrichtung des Menhir von [[Degernau]] 1971 technisch ausgeführt. Die Karte bezeichnet ungefähre Ortsangaben bei Wehr und Rheinfelden bis Nöggenschwiel/Brenden und Dettighofen. Unklar ist die Eintragung eines stehenden und eines liegenden Menhir sowie eines Grabbaues nördlich von Tiengen. == Dolmen == Neben Schwörstadt im Kreis Lörrach ist Degernau der einzige Fundort eines Großsteingrabes nördlich des Hochrhein. === Degernau (Wutöschingen) === [[Datei:Wutö. Degrnau Dolmen.jpg|mini|Steingrab (Dolmen) am Übergang Erzingen-Degernau (Neue Setzung)]] „Hauptlehrer Schneider, Freiburg, der lange Jahre in Degernau wirkte, hat 1954 im Gewann ‚Toter Mann‘ oder ‚Am langen Stein‘, wie es früher genannt wurde, die Überreste eines Megalith- oder Großsteingrabes aus der Zeit um 3000 v. Chr. gefunden. An der einen Seitenwand befand sich das für diese Oberflächen-Kastengräber übliche ovale Einstieg- oder Seelenloch, durch das die Toten in die Grabkammer gebracht worden sind, worauf dieses wieder verschlossen wurde. Die Hebung der 2–3 Tonnen schweren Deckplatte, die sich in der Erdoberfläche befand, ergab, daß das Grab, da auch keine Skelettreste oder Grabbeigaben gefunden worden sind, einst zerstört worden ist. […] Unmittelbar bei dem Grab stieß man, nach dem Scherbenfund zu urteilen, auf einen Römerweg. Schon 1936 hatte der rührige Heimatforscher und Archäologe Hptl. Schneider bei seinen Grabungen im ‚Toten Mann‘ Scherben von Tonkrügen, Steinbeile, Feuerstein-Werkzeuge und Schmuckreste gefunden, die sich im Waldshuter Heimatmuseum befinden.“<ref>[[Hans Matt-Willmatt]]: ''Chronik des Kreises Waldshut.'' Zu: ''Degernau'', Verlag Zimmermann, Waldshut 1957, S. 32.</ref> === Schwörstadt === In [[Schwörstadt|Niederschwörstadt]] unweit von Rheinfelden liegt der sogenannte „Heidenstein“: [[Datei:Heidenstein.jpg|mini|[[Heidenstein (Lochstein)|Heidenstein]] in Schwörstadt]] {{Zitat|Der Dolmen (wurde) vor etwa 150 Jahren zerstört. Von der einstigen Grabkammer, die aus großen Steinplatten errichtet gewesen sein soll, ist heute nur noch eine einzige Steinplatte erhalten. Es handelt sich um jene Muschelkalktafel, die an der oberen Hälfte ein ovales Loch von 45 cm Durchmesser aufweist, das sogenannte ‚Seelenloch‘. […] In dem Dolmen von Schwörstadt wurden zahlreiche Knochenfunde gemacht. Einem Massengrab gleich waren die menschlichen Gebeine übereinander geschichtet vorgefunden worden.“|[[Roland Kroell]]: ''Menhire und Dolmen geben auch heute noch Rätsel auf.'' Badische Zeitung, 29. Februar 1992.}} === Aichen === Fast zwei Jahre lang wurde (bis 1990) unter Leitung von Wolfgang Pape mit Studenten vom Institut für [[Ur- und Frühgeschichte]] der [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Universität Freiburg]] im Gemeindewald von [[Aichen (Waldshut-Tiengen)]] in zwei Etappen gegraben: „Grund dafür war die Vermutung, daß in dieser Gegend sich ein Megalith- oder Großsteingrab aus der Zeit 3000 Jahre vor Christi Geburt befinden könnte.“ Nachdem „tonnenschwere Steinplatten mit Hilfe eines Baggers abgetragen“ waren, stellte man nach Abtragung der Bodenschichten fest, daß „vor allem in den letzten Jahrzehnten Menschen wissentlich oder unwissentlich große Teile des ehemaligen Grabes zerstört“ hätten. In tieferen Bodenschichten gab das Erdreich eine Anordnung von Steinen frei, die in der Gegend nicht zu finden sind und wahrscheinlich von Menschenkraft dorthin geschafft wurden. „Neben Tierknochen und teilweise angebrannten Menschenknochen, die auf eine Feuerbestattung schließen lassen, fand man in der letzten erhaltenen Ecke des wahrscheinlichen Megalithgrabes auch Pfeilspitzen aus Stein. Genaueres werde man jedoch erst nach den Analysen der Funde und der Bodenproben“ mitteilen können. Darüber wurden interessierte Bürger im Anschluss an eine Ortschaftsratssitzung von dem Freiburger Forscher informiert.“<ref>shi (Kürzel): ''Archäologen über die Funde enttäuscht.'' Südkurier, 2./3. Februar 1991.</ref> [[Datei:Wutachbrücke Tiengen.jpg|mini|Alte Wutachbrücke bei Tiengen]] == Menhire == [[Menhir|Menhire]] sind nicht unbedingt Zeichen eines nahe befindlichen Steingrabes – da man sie bei einer Zerstörung kaum übrig gelassen hätte, sind sie offenbar auch alleinstehend. Auffallend ist, dass sie zumeist auf Anhöhen stehen, die gleichzeitig wichtige Wegübergänge markieren. Der bekannte Langenstein bei [[Waldshut-Tiengen|Tiengen]] steht im Tal, doch bezeichnet er hier einen alten Übergang über die Wutach. '''Langenstein bei Tiengen'''<br /> [[Datei:Tiengen01.jpg|mini|hochkant|Der Langenstein bei Tiengen]] Der heute am alten Fußballplatz stehende [[Chindlistein von Tiengen|Langenstein]], der auch dem (neuen) Stadion den Namen gab, steht nahe der Wutach und am dortigen Übergang des direkten Weges von Tiengen nach [[Kadelburg (Küssaberg)|Kadelburg]] sowie am Fluss entlang nach [[Lauchringen]] und Waldshut. Am Übergang befindet sich eine ältere Holzbrücke. Der Stein weist eine Höhe von fast 6 Metern auf und wurde in der Volkssage als „[[Chindlistein]]“ bezeichnet, da er bei Geburten Kraft verliehen oder glückliche Umstände bewirkt haben soll. Schmunzelnd meint der Autor Roland Kroell: „Der Lange Stein ist jetzt Hüter eines Sportplatzes. Hier werden Fußballspiele ausgetragen, was den Besucher wohl daran hindern mag, den einstigen Zauber dieser bis heute nur unvollständig aufgeklärten Steindenkmäler zu entdecken.“<ref>[[Roland Kroell]]: ''Menhire und Dolmen geben auch heute noch Rätsel auf.'' Badische Zeitung, 29. Februar 1992.</ref> Inzwischen behütet er nur noch den Trainingsplatz, da in Tiengen unweit entfernt ein neues Stadion erbaut wurde. Der Lange Stein hat einen Umfang von ca. 7,5 Metern und besteht aus [[Nagelfluh]], einer Gesteinsart, die in der Umgebung vorkommt. Im Mittelalter wurde an diesem Stein Gericht gehalten. [[Datei:Menhir Mauchen(1).jpg|mini|An einer Wegekreuzung (beim „Langensteinhof“), Gemarkung Mauchen]] '''Mauchen'''<br /> In der Nähe von [[Mauchen (Stühlingen)|Stühlingen-Mauchen]] befindet sich ein auf der ''Parodi-Karte'' nicht aufgeführter Stein. Er könnte in jüngerer Zeit wieder aufgerichtet worden sein. '''Dettighofen'''<br /> Der Menhir von [[Dettighofen]] („Hegistein“) befand sich am Ausgang der Ortschaft zum Eichberg hin („Hegiweg“), jedoch oberirdisch nur noch an seiner Kuppe erkennbar sein. Vor nicht allzulanger Zeit war er noch vollständig zu sehen (Foto im Archiv des [[Geschichtsverein Hochrhein]] in Bechtersbohl). '''Nöggenschwiel'''<br /> „Ein Grabhügel im Gewann Dörnen und ein Bronzedolch beweisen, daß schon während der Bronzezeit (2000 bis 1000 v. Chr.) dieses Höhengebiet bewohnt war. Aus der Zeit der Römerherrschaft (1. bis 4. Jahrh. n. Chr.) stammen wohl die auf einen römischen Wachtturm hinweisenden Baureste, der südöstlich auf der Höhe vor dem Dorf stand. Auf dieser Höhe mit dem weiten Rundblick lag die in einer Urkunde vom Jahre 1279 erwähnte Burgegge.“<ref>Hans Matt-Willmatt: ''Chronik'', 1957, ''Nöggenschwiel'', S. 66.</ref> Südwestlich der Ortschaft [[Nöggenschwiel]] befindet sich noch ein Menhir. [[Datei:Menhir Kalv.berg(2).jpg|mini|hochkant=0.6|Kalvarienberg, Stühlingen]] '''Kalvarienberg Stühlingen–Schwaningen'''<br /> Der auf der ''Parodi-Karte'' nördlich Stühlingen eingetragene Menhir am Ende der Straße aus der Unterstadt über den Kalvarienberg ins Wutachtal nach Schwaningen steht in der Nähe der Kalvarienbergkapelle und dient in behauener Form als Sockel für das Wegekreuz. Die Übereinstimmung des Objektes mit dem Standort auf der Karte ist gegeben, doch wurde noch keine wissenschaftliche Begutachtung durchgeführt. '''Bechtersbohl'''<br /> Ein ähnliches Ensemble – Muschelkalksockel und Kruzifix – steht beim Friedhof westlich der Ortschaft [[Bechtersbohl]] vor der [[Küssaburg]]. Der hier auf der Passhöhe vorbeiführende frühzeitliche Handelsweg (spätere römische Heeresstraße) wäre ein Beispiel für die Verbindung von Menhir und der Markierung wichtiger Wegführungen. [[Datei:Hunnenstein01.jpg|miniatur|Hunnenstein in Niederdossenbach]] '''Niederdossenbach / bei Wehr'''<br /> Unweit des Restes des Dolmen bei Schwörstadt steht der [[Menhir von Dossenbach]] im Gewann „Kalte Waid“ an der Grenze zu Wehr. Unweit davon steht ebenfalls in einem Wald ein weiterer Menhir, der [[Hunnenstein (Niederdossenbach)|Hunnenstein von Niederdossenbach]] Sie wurden „in den zwanziger Jahren hinter dem Gasthaus ‚Zum Wehratal‘ zwischen Dossenbach und Wehr ausgegraben.“<ref>Roland Kroell: ''Menhire und Dolmen geben auch heute noch Rätsel auf.'' Badische Zeitung, 29. Februar 1992.</ref> '''Schweizer Hochrheinseite'''<br /> „Auf der schweizerischen Rheinseite gibt es Funde in Äsch bei Basel und in Laufen.“<ref>R Kroell: ''Menhire und Dolmen'', Februar 1992.</ref> == Hinweise auf zerstörte Menhire == Es gibt zahlreiche Hinweise in Gewann-Namen, die hier nicht mit Anspruch auf Vollständigkeit angeführt werden können. '''Eberfingen'''<br /> „Zwischen [[Eggingen|Untereggingen]] und [[Eberfingen]], unterhalb der Landstraße und der Eisenbahn entlang, liegt der Lindenacker. Bis in die 1870er Jahre hinein standen auf dem Lindenacker in Quadratordnung vier gewaltige, säulenartig aufstrebende Felsblöcke. Eine mächtige Steinplatte lagerte wie eine Tischplatte darüber. Dieselbe wurde vor 100 Jahren abgenommen und als Deckel zu einer Brunnenstube verwendet. Auch die vier Säulen wurden später mit großer Mühe weggeschleppt und für den Wutachwehrbau verwendet.“<ref>R Kroell: ''Menhire und Dolmen.'' Badische Zeitung, 1992. Kroell zitiert hier Ferdinand Hasenfratz: ''Die Krautbettjäger.''</ref> '''Gewann bei der Geißlinger Brücke'''<br /> [[Datei:Geißlingen_Kapelle.JPG|mini|Kapelle in Gewann „Beim Langen Stein“]] Ähnlich zweckentfremdet wurde ein Menhir im Gewann „Langer Stein“ im Umfeld der Straßen- und Bahnbrücke bei Geißlingen, der nach der Aussage eines ehemaligen Besitzers des Ackers in den Bahndamm verbaut worden sein soll. In der Nähe befand sich die [[Römischer Gutshof Geißlingen (Klettgau)|römische Villa Heideggerhof]]. '''Gewann Grießen-Geißlingen'''<br /> Auch direkt bei Geißlingen im Umfeld von Kapelle und Kreuzweg gibt es einen Hinweis auf einen Menhir: „Das angrenzende Gewann zwischen Kreisstraße und Schwarzbach trägt den Flurnamen ‚Beim Langen Stein‘.“ Vermutet wird dort auch eine mittelalterliche Gerichtsstätte.<ref>themenweg klettgau, Walter Bernhard: ''Käppele und Kreuzwegstationen'', S. 84.</ref> == Historischer Hintergrund == [[Datei:Newgrange ireland 750px.jpg|mini|[[Newgrange]] in Irland, Teilrekonstruktion]] „Die ersten Megalithbauten entstanden – kalibrierten [[Radiokarbonmethode|Radionkarbon-Messungen]] zufolge – bereits zwischen 4700 und 4500 v. Chr. in der [[Megalithanlagen der Bretagne|Bretagne]] und Portugal. Auf den [[Megalithanlagen in Irland|britischen Inseln]] tauchen sie um 3700 v. Chr. (Knockiveage in Irland) und 3600 v. Chr. ([[Maumbury Rings|Maumbury Ringe]] in England) auf. Südfrankreich steht ab 4000 v. Chr. im Zeichen der Megalithkultur und [[Geschichte_Maltas#Frühzeit|Malta ab 3700 v. Chr.]] Ganze ein bis zwei Jahrtausende, bevor sich die erste Pyramide aus dem Wüstensand Ägyptens erhob (26. Jh. v. Chr.), entstanden im atlantischen Megalithreich demnach bereits Monumentalbauten, die straffe Organisation, hohes technisches Verständnis und ein reiches geistiges Leben erkennen lassen. Da sich der Niedergang des Megalithreiches und der Aufstieg des ägyptischen Reiches überlappten und beide Reiche noch nahezu ein Jahrtausend nebeneinander existierten, ist die Bewunderung der Ägypter für diese Kultur verständlich.“<ref>H. Tributsch: ''Atlantis'', 1986, S. 158.</ref> [[Datei:MegalithreihenCarnac.jpg|mini|Megalithreihen bei Carnac]] „Die bedeutendste Ansammlung von Megalithbauten findet man um [[Carnac]] in der südlichen Bretagne, wo riesige Menhirfelder und Steingräber bis zum Ende des 5. und Anfang des 4. Jahrtausends v. Chr. zurückweisen. Ein wichtiges und künstlerisch verblüffend schönes Megalithgrab, [[Newgrange]] in Irland, entstand um 3000 v. Chr. Ungefähr zur selben Zeit gab es auf [[Megalithische Tempel von Malta|Malta bereits freistehende Steintempel]] von zyklopischen Ausmaßen. Ein halbes Jahrtausend später begann auch [[Stonehenge]] in England zu entstehen.“<ref>H. Tributsch: ''Atlantis'', 1986, S. 145.</ref>). An der nordafrikanischen Küste – im Altertum generell als „Libyen“ bezeichnet – befinden sich zahlreiche Megalithbauten bis hin zum [[Atlas (Gebirge)|Atlas-Gebirge]]. Nur wenige davon sind erforscht. Die Relikte und Anlagen von Marokko bis Tunesien lassen nur eine Lücke im heutigen Libyen nach Ägypten: „Zwischen den zahlreichen Megalithgräbern Tunesiens und dem Nil-Land liegt nur noch die unfruchtbare Wüste.“<ref>H. Tributsch: ''Atlantis'', 1986, S. 147–150.</ref> == Forschung == Neben den unzähligen Spekulationen und manchen seriösen Auseinandersetzungen mit der Vorzeit und der Legende von [[Atlantis]], denen es an Beweiskraft mangelt, stehen Forschungsarbeiten, die moderne Analysemethoden und die zunehmende archäologische und wissenschaftliche Erfassung zur Verbreitung der Megalithbauten und zur Technik ihrer Erstellung einbeziehen. Im deutschsprachigen Raum zuletzt die Veröffentlichungen von [[Helmut Tributsch]], bis 2008 Professor für Physikalische Chemie an der Freien Universität Berlin (TU) und leitender Wissenschaftler am [[Hahn-Meitner-Institut]], der insbesondere physikalische Aspekte (Geographie, Klima, Ernährung, Technik) in die Analyse einbezog.<ref>[[Helmut Tributsch]]: ''Die gläsernen Türme von Atlantis – Erinnerungen an Megalitheuropa.'' Ullstein-Sachbuch, Frankfurt/M. – Berlin 1986, S. 147. ISBN 3-548-34334-1.</ref> === Überlieferung === Ausgangspunkt aller Spekulationen und auch der ernsthaften Forschungen sind Informationen, die ein Grieche über die frühere Existenz eines alten Reiches während einer Reise nach Ägypten erhielt. Generell zählt die Beschreibung von Geographie und Gesellschaft von [[Atlantis]] zu den ersten fassbaren schriftlichen Überlieferungen der Weltgeschichte. Der Bericht des Athener Staatsmannes [[Solon#Auf Reisen|Solon]] ca. 600 v. Chr., der die informellen Inhalte von ägyptischen Priestern erhalten haben soll, wurde durch den Philosophen [[Platon]] im vierten Jahrhundert vor Christus veröffentlicht. [[Datei:Timaeus trans calcidius med manuscript.jpg|mini|[[Calcidius]]’ lateinische Übersetzung des Timaios in einem mittelalterlichen Manuskript aus der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts]] Dieser ‚Atlantis-Bericht‘ des Solon ist in einem ‘∂ialogos‘ des Platon um 355 v. Chr. über den ‚idealen Staat‘ erhalten. Im Dialog ''Timaios'' berichtet [[Kritias]], „ein Verwandter des Platon, zu dessen Vorfahren auch der Athener Staatsmann Solon gehörte“, die Geschichte eines untergegangenen Reiches.<ref group="Anm">Die Erzählung ist bei Tributsch, 1986, auf zwölf Buchseiten bis zu deren Abbruch dokumentiert. Sie enthält ausführliche Darstellungen zu Lage des Königreiches, eine Beschreibung der Hauptstadt und Schilderungen der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, zur Wirtschaft und zu einem großen Krieg. Die Erzählung war schon in der Antike umstritten – mit der Tendenz, sie für zutreffend zu halten. (Platon-Schüler, Hellanikos, Poseidonios, Plutarch, Proklos). Die Widersprüche in den Zeitangaben mit den heutigen Analysen konnte Tributsch durch eine Korrektur der Pharaonenlisten Lösen. (S. 140 ff.).</ref> Die Darstellungen von Atlantis als einer riesigen Insel, deutet Tributsch als die Annahme in der Antike, Westeuropa, an den Küste umfahren von Griechenland über Gibraltar („Säulen des Herakles“) nach Norden – die Küsten unentwegt rechterhand liegend – über Spanien, Frankreich, Britannien, seien damals als eine große Insel interpretiert worden: „Da noch zur Zeit des Römischen Reiches Unklarheiten über die Konturen Europas bestanden, kann man annehmen, daß zwei bis drei Jahrtausende vorher nur vage Vorstellungen darüber existierten, wie Westeuropa strukturiert ist. Der Sitz der westeuropäischen Megalithkultur hätte für frühe ägyptische Geographen eine große ‚Insel Atlantis‘ sein können“. „Als die Ägypter im sechsten Jahrhundert vor Christus dem griechischen Staatsmann Solon die Atlantis-Überlieferung mitteilten, lag der Untergang des Megalithreiches erst eineinhalb Jahrtausende zurück – 1500 Jahre, während derer die schriftkundigen Ägypter fortwährend ihre Annalen geführt haben.“<ref>Zitate: Helmut Tributsch, 1986, S. 147 und 154.</ref> === Nachfolgekulturen === „Die Megalithkultur als historische Einheit zu sehen, ist sicherlich nicht möglich. Sie wurde von verschiedenen Volksgruppen getragen, weist verschiedene künstlerisch-architektonische Strömungen und auch verschiedene Entwicklungsepochen auf. […] Der Untergang des Megalithreiches fällt mit der Invasion der [[Indoeuropäer#Die Ausbreitung des Indogermanischen|indoeuropäischen Völker]] aus dem Osten zusammen, der um 2300 v. Chr. einsetzte und sich wohl in mehreren Wellen abwickelte.“ Gleichsam ‚europaweit‘ (und auch an der nordafrikanischen Küste) werden binnen 200 Jahren die Megalithanlagen zerstört – „die meisten [Radiokarbon]-Datierungen liegen im Zeitraum zwischen 2300 und 2100 v. Chr.“<ref>H. Tributsch, S. 163 ff.</ref> Rekonstruierbar ist, dass die Megalithkultur [[Kupfer]] verarbeitete, während die Glockenbecher-Krieger bereits [[Bronze]] verwendeten und dadurch trotz niedrigerem kulturellen Level waffentechnisch überlegen waren. Sie sind durch die [[Hügelgrab|bronzezeitlichen Grabhügel]] fassbar. Die Invasoren werden heute im weiten Umfang nach ihrer Herkunft im Osten als [[Kurgankultur]] und der Art ihrer Keramik im Westen als [[Glockenbecherkultur]] bezeichnet; in (Süd-)deutschland und der Schweiz ist eine Variante als [[Schnurkeramische Kultur]] (als Vorfahren der Germanen, event. auch Kelten und Italiker) durch zahlreiche Funde verbürgt. Megalithbauten wurden von den Eroberern zum großen Teil verschlossen, da die Invasoren das Einzelbegräbnis bevorzugten. Die Kelten sollen den Bauten wie auch den Grabhügelfeldern später wieder respektvolle Aufmerksamkeit entgegengebracht haben. [[Datei:Degernau03.jpg|miniatur|x220px|Der Menhir von Degernau]] Letztlich müssen Überlegungen zu Bedeutung oder Funktion der Steine spekulativ bleiben – Hinweise kann allenfalls ihre Positionierung in der Landschaft (Rheinlinie – Wutach) oder untereinander geben. Eine Funktion als weithin sichtbare, großräumige Wegemarkierung (auch im Winter) wäre einsichtig. Bekannt ist, dass gehäuft aufgestellte Menhire in Kreisen oder Reihen in ihren Achsen und Abständen präzise aufeinander abgestimmt sind und nach Vermutungen astronomische Beobachtungen ermöglicht haben können. == Anmerkung == <references group="Anm" /> == Literatur == * [[Edward Sangmeister]], Joseph Schneider: ''Riesensteingrab und Menhir bei Degernau, Ldkrs. Waldshut''. In: ''Badische Fundberichte. Amtliches Jahrbuch für die ur- und frühgeschichtliche Forschung Badens.'' 21. Jg., 1958, (S. 77–92). * [[Egon Gersbach]]: ''Urgeschichte des Hochrheins (Funde und Fundstellen in den Landkreisen Säckingen und Waldshut).'', Badische Fundberichte, Sonderheft 11, Katalogband, Staatliches Amt für Ur- und Frühgeschichte, Freiburg im Breisgau, 1969. * [[Hans Matt-Willmatt]]: ''Chronik des Kreises Waldshut.'' Verlag Zimmermann, Waldshut 1957. * Autorenredaktion: klettgauer themenweg, Hrsg.: Gemeinde Klettgau, 2013. * [[Helmut Tributsch]]: ''Die gläsernen Türme von Atlantis – Erinnerungen an Megalitheuropa.'' Ullstein-Sachbuch, Frankfurt/M. – Berlin 1986. ISBN 3-548-34334-1. == Einzelnachweise == <references /> == Kategorien == [Kategorie:Megalith]] [Kategorie:Menhir in Baden-Württemberg]] [Kategorie:Großsteingrab in Baden-Württemberg]] [Kategorie:Archäologischer Fund (Baden-Württemberg)]] [Kategorie:Archäologische Kultur (Europa)]] [Kategorie:Landkreis Waldshut]] [Kategorie:Geschichte (Landkreis Waldshut)]]