Benutzer:Veleius

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wikipedia-Limesprojekt-Logo ohne Beschriftung.png

P  R  O  J  E  K  T    R  Ö  M  I  S  C  H  E  R    L  I  M  E  S  

WIKIPEDIA












• Aktuelle Artikelanzahl:... 2.247.846
• Aktuelle Benutzeranzahl:.. 3.068.860
• Aktuelle aktive Benutzer:.... 19.404
• Aktuelle Adminanzahl:........... 192


Ten Year Society userbox.svg Diese/r Benutzer/in editiert in der Wikipedia seit über zehn Jahren.





  • Benutzername leitet sich vom altrömischen Historiker Velleius Paterculus ab.
  • Registriert seit 2008.
  • Sichter seit 2009.
  • Seit 26. Juni 2009 hauptsächlich beim WP-Limes-Projekt tätig.


Hiermit verleihe ich Benutzer
Veleius
den
Johann Joachim Winckelmann - Imagines philologorum.jpg
Winckelmann-Orden
des Wikipedia-Portals Geschichte

für die über lange Zeit auf dem Gebiet der Archäologie erbrachten
Leistungen in der Wikipedia.
gez. Hartmann Linge 10:09, 5. Okt. 2010 (CEST)

Hiermit verleihe ich
Veleius
den
Karl-August-von-Cohausen-Orden.jpg
Karl-August-von-Cohausen-Orden
des Wikipedia-Projekts
Römischer Limes

für seine hervorragenden Leistungen
auf dem Gebiet der
römischen Militärgeschichte
in der Wikipedia.
gez. Hartmann
Hiermit verleihe ich Benutzer
Veleius
die Auszeichnung
Goldenwiki 2.png
Held der Wikipedia
erster Klasse, für
für seine hervorragende Artikelarbeit
im Projekt Römischer Limes

im Dienste der Verbesserung
unserer Enzyklopädie.

Hiermit verleihe ich Benutzer
Veleius
den
Philipp August Böckh hz gew.JPG  Theodor Mommsen 03.jpg
Böckh-Mommsen-Orden
des Wikipedia-Portals Geschichte

für die über lange Zeit auf dem Gebiet der
Klassischen Altertumswissenschaften erbrachten Leistungen in der Wikipedia.
gez. Wolfgang Rieger

Hiermit verleihe ich Benutzer
Veleius
den Titel
FELS IN DER BRANDUNG
Joseph Vernet - A Seastorm - WGA24737.jpg

für seine kontinuierlichen und unerschütterlichen Mühen,
die dazu führten, dass es ihm gelang, das Limesprojekt in der Wikipedia
über Jahre hinweg und
allen Widerwärtigkeiten zum Trotz
erfolgreich am Leben zu halten.
gez. Hartmann, 17. Mai 2018
Hiermit gratuliere ich Benutzer
Veleius
für 10 Jahre ehrenamtlicher Arbeit
im Dienst der Verbesserung unserer Enzyklopädie
und verleihe ihm den
Wikipedia logo silver.png
Wikiläums-Verdienstorden in Silber
gez. Wolfgang Rieger (Diskussion) 10:10, 2. Sep. 2018 (CEST)























Leistungsnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CIL 16, 31 CIL 16, 28 CIL 16, 36

Hilfreiche Infos:

Artikel in Vorbereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Projekt neu

Schnellzugriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lesefunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiki-Logo-Wow.PNG
Passiert schon manchmal

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unser Planet ist nicht groß genug um ihn nicht durch unsere Gier kleinzukriegen. (Sigmund Jähn)
  • Die Menschen brauchen jemanden, dem sie folgen können. Das gibt ihnen Sicherheit, macht sie nützlicher, produktiver und weniger gefährlich. (Ezekiel, The Walking Dead 19)
  • Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang. (Friedrich Schiller)
  • Jedes Land hat eine Armee. Entweder eine eigene oder eine fremde. (Winston Churchill)
  • Wenn der Teufel den Geist der Menschen verwirren will, bedient er sich der Idealisten. (Nicolo Machiavelli)
  • Möge es dir erspart bleiben in interessanten Zeiten zu leben. (chin. Sprichwort)
  • Die Muslime gehören zu Österreich. (Karin Kneissl auf die Frage von ZIB 2 Moderator Armin Wolf, ob der Islam zu Österreich gehöre.)
  • Ich will nicht, dass die Mauer und Fenster meines Hauses geschlossen sind. Ich will, dass die Winde der Kulturen aller Länder mein Haus durchwehen. Ich werde jedoch nicht akzeptieren, dass diese Winde meine Füsse ihrer Wurzeln entreissen. (Mahatma Gandhi)
  • Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen. Jean Jaurès
  • Am Ende werden sie ihnen ihre Freiheit zu Füßen legen und sagen: Macht uns zu euren Sklaven, aber füttert uns. (Fjodor Dostojewskij)
  • Wenn man den Menschen vollkommen niederdrücken, vernichten, ihn mit der schrecklichsten Strafe belegen wollte, sodaß der schlimmste Mörder vor dieser Strafe zittern und sie im voraus fürchten würde, brauchte man der Strafe nur den Charakter völligster Nutzlosigkeit und Unsinnigkeit zu geben. (Fjodor Dostojewskij)

  • Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche. (Hannes Jaenicke)
  • Die Vernunft kann sich mit größerer Kraft dem Bösen entgegenstemmen, wen der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Gregor der Große)
  • Es ist doch tatsächlich so, daß in unserem Jahrhundert alle in lauter Einzelne zerfallen sind, ein jeder zieht sich in seine Höhle zurück, jeder entfernt sich vom andern, verbirgt sich und verbirgt, was er hat, und es endet damit, daß er sich von den Menschen abstößt und selbst die Menschen von sich zurückstößt. (Fjodor Dostojewskij)
  • Die Leute, die am meisten unterhalten werden wollen, sind am Ende diejenigen, die am wenigsten informiert sind. (Robert F. Kennedy)
  • Ubi bene, ibi patria. „Wo es gut (schön) ist, ist Vaterland (Heimat).“ (Aristophanes)
  • Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers. (Mohammed)
  • Jeder Vorschlag für ein neues Gesetz oder in eine andere Form der Regulierung des Handels, der (von den Kapitalisten) vorgebracht wird, sollte immer mit großer Vorsicht angehört und niemals angenommen werden, bevor er lange und sorgfältiger untersucht worden ist, und zwar nicht nur mit größter Genauigkeit, sondern auch mit größtem Mißtrauen. Er kommt von einer Gruppe von Menschen, deren Interessen nicht diesselben sind wie die der Allgemeinheit, von Menschen, die zumeist nur ein Interesse daran haben, die Allgemeinheit zu täuschen und sogar zu unterdrücken, wie sie sie entsprechend auch schon bei vielen Gelegenheiten getäuscht und unterdrückt haben. (Adam Smith)
  • Geld ist natürlich eine despotische Macht, zu gleicher Zeit aber ist es der größte Gleichmacher, und darin liegt seine hauptsächliche Macht. Geld macht alle Ungleichheiten gleich. (Fjodor Dostojewskij)
  • Warum vertragen sich die Völker nicht? Sogar Hund und Katz können es. Sie fressen sogar aus einem gemeinsamen Napf. Es muss nur genug drinnen sein. ( Aus einem amerikanischen Werbefilm für den Marshallplan)
  • Ebenezer Scrooge: "Sind das deine Kinder Geist?" Der dritte Geist: "Nein, es sind der ganzen Menschheit Kinder. Das Mädchen heißt Not und der Knabe heißt Unwissenheit. Hüte dich vor beiden. Doch am meisten fürchte den Knaben. Den auf der Stirn der Unwissenheit steht Verderben geschrieben". (Charles Dickens: A Christmas Carol in Prose, Being a Ghost-Story of Christmas.)
  • Mit dem Wählen ist es wie mit dem Zähneputzen: beides dauert drei Minuten. Aber wenn man nichts macht, wird alles braun. Burkhard Lischka
  • Sie haben Feinde? Gut. Das bedeutet, dass Sie irgendwann in Ihrem Leben für irgendetwas eingestanden sind. (Winston Churchill)
  • Wer das Böse Widerspruchslos hinnimmt, unterstützt es in Wirklichkeit. (Martin Luther King)
  • Wenn wir es nicht lernen, miteinander als Brüder zu leben, werden wir als Narren miteinander untergehen. (Martin Luther King)
  • Das Verbotene ist das meist Verlangte. (Arabisches Sprichwort)
  • Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit. (Afghanisches Sprichwort)
  • Ils ont les Milliard, nous sommes des Millions (Ihr habt die Milliarden, wir sind die Millionen) (Transparent der Protestbewegung "Nuit debout")
  • Wettlauf: Hat man viel, so wird man bald noch viel mehr bekommen. Wer nur wenig hat, dem wird auch das Wenige genommen. Wer nichts hat, der lasse sich begraben. Den ein Recht zu leben, Lump, haben nur die, die etwas haben. (Heinrich Heine).
  • Meiner Ansicht nach ist der Katholizismus nicht einmal ein Glaube, sondern einfach die Fortsetzung des weströmischen Kaisertums. (Fjodor Dostojewskij)
  • Das Menschengeschlecht erkennt seine Propheten nicht und tötet sie, doch es liebt seine Märtyrer. (Fjodor Dostojewskij)
  • Religion ist etwas für Leute die Trost brauchen aber Alkohol nicht vertragen. (Volker Pispers)
  • Das Militär kommt nach der Politik, nur im Kriege ist es Schrittmacher. Erich Ludendorff
  • Und gib dir Mühe, nicht solchen Blödsinn zu schreiben. Fakten, Fakten und Fakten und die Hauptsache, möglichst kurz. (Fjodor Dostojewskij)
  • Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme. Thomas Morus
  • Warum zahlen wir Menschen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, viel weniger Geld als jenen, denen wir unser Geld anvertrauen? (Christoph Sieber im Kabarettprogramm "Hoffnungslos optimistisch")
  • Es gibt keinen positiven Patriotismus. Die Bindung an das eigene Land fördert immer die Ablehnung des Fremden. Nationalismus ist die Straßenhure unter den Gefühlen: Billig, muss fast jeden ranlassen und wenn man nicht aufpasst, fängt man sich was schlimmeres ein. (Max Uthoff in der Satiresendung Die Anstalt vom 03.02.2015)
  • Alles was die Kommunisten über den Kommunismus sagten war falsch, was sie über den Kapitalismus sagten war richtig. (Witz aus der Sowjetzeit)
  • Pegida und ihre Sympathisanten klammern sich letztlich an eine untergegangene Welt wie viele reaktionäre (aber nicht zwangsläufig gewaltbereite) Muslime. So unterschiedlich diese Welten sein mögen - es wird sie nicht mehr geben. (Martin Staudinger im Wochenmagazin profil Nr. 4 vom 19.01.2015)
  • Reichtum dient uns der rechten Tat, nicht den prunkenden Wort, und seine Armut einzugestehen ist für niemanden schmählich, ihr nicht zu entrinnen durch eigene Arbeit gilt als schmählicher. (Thukydides)
  • Ich mag die Überwachung, sie ist ein Schutz. Ich bin lieber überwacht als tot. (Franz Josef Wagner, Kolumnist der BILD Zeitung)
  • Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr fürchtet sie die, die die Wahrheit aussprechen. George Orwell
  • Erzähle nicht die Wahrheit, solange dir etwas Interessanteres einfällt. (Karl May)
  • Der Erwerb von Reichtum ist nicht mehr die treibende Kraft in unserem Leben. Wir arbeiten um uns selbst und den Rest der Menschheit zu verbessern.Patrick Stewart in Star Trek: Der erste Kontakt.
  • Jedesmal wenn sich die Geschichte wiederholt, wird es teurer. (Graffiti)
  • Nieder mit einer Welt, in der die Garantie, dass wir nicht verhungern, mit der Gewissheit erkauft wurde, dass wir uns zu Tode langweilen. - Guy Debord
  • Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus ebenso widerwärtigen Motiven schon irgenwie für das Allgemeinwohl sorgen werden. John Maynard Keynes
  • Nationalwahn ist ein furchtbarer Name. Wer nicht mitwähnet, ist ein Idiot, ein Feind, ein Ketzer, ein Fremdling. Die Nation ist ein großer, ungejäteter Garten voll Unkraut. Wer sollte sich dieses Sammelplatzes von Torheiten und Fehlern so wie von Vortrefflichkeiten und Tugenden ohne Unterscheidungen annehmen und gegen andre Nationen den Speer brechen? Offenbar ists die Anlage der Natur, dass wie Ein Mensch, also auch Ein Geschlecht, also auch ein Volk von und mit den anderen lerne, bis alle endlich die schwere Lektion gefasst haben: Kein Volk sei ein von Gott einzig auserwähltes Volk der Erde; die Wahrheit müsse von allen gesucht, der Garten des gemeinen Besten von allen gebauet werden. (Johann Gottfried Herder)
  • Geschichte kann man nie genau reproduzieren. Da niemand die sogenannte Wahrheit kennt, muss man sie erfinden. (Stefan Zweig)
  • Wohin fliegen Sie? Nach Europa? (Unbek. Londoner Taxifahrer)
  • Alles Leere sucht sich zu füllen, nur bei der Krone der Schöpfung findet eine Ausnahme statt. Je leerer der Kopf eines Menschen ist, umso weniger Bedürfnis verspürt er, sich zu füllen. (Fjodor Dostojewskij)
  • Heutzutage will jeder nur immer etwas sein, anstatt etwas zu tun. (Margaret Thatcher)
  • ...wo sie eine Einöde schaffen, nennen sie es Frieden (ubi solitudinem faciunt, pacem appellant: Tacitus, Agricola 30)
  • Selten sind die glücklichen Zeiten, wo es möglich ist zu denken, was man will, und zu sagen, was man denkt. (rara temporum felicitate ubi sentire quae velis et quae sentias dicere licet: Tacitus, Historiae I 1)
  • Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)
  • Achte auf Deine Gedanken. Deine Gedanken werden zu Worten. Achte auf Deine Worte. Deine Worte werden zu Taten. Achte auf Deine Taten. Deine Taten werden zu Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten. Deine Gewohnheiten werden zu Deinem Charakter. Achte auf Deinen Charakter. Dein Charakter wird Dein Schicksal. (Patanjali Yoga Sutras, 2. Jhdt. v. Chr.)
  • Wir gehen zur Arbeit, die wir hassen, damit wir Scheiße kaufen können, die wir nicht brauchen. (Tyler Durden im Film Fight Club, nach dem Roman von Chuck Palahniuk)
  • In Wahrheit betreibt nicht der Kommunismus, sondern der Kapitalismus die permanente Revolution. Er treibt die Menschen zu immer härterer Arbeit an, weil er ihnen durchaus glaubhaft die Möglichkeit ihres Erfolges vorführt. Das konnte der Kommunismus nie. (Tomas Sedlacek)
  • Der Konsum funktioniert wie eine Droge, das Genug liegt immer hinter dem Horizont. (Tomas Sedlacek)
  • Die raison d'etre des Begehrens besteht nicht im Realisieren des Ziels, die vollkommene Befriedigung zu erlangen, sondern sich selbst als Begehren zu reproduzieren. (Slavoj Zizek)
  • Der Mensch hat nicht nur einen Preis, er hat auch eine Würde. (Immanuel Kant)
  • Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, an denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder. (Dwight D. Eisenhower)
  • "Der Politiker denkt nur an die nächste Wahl, der Staatsmann jedoch an die nächste Generation." (Mario Monti)
  • Frühere nahm ein Künstler das, was existierte, als Basis, um über das Wichtigste und Tiefste zu erzählen. Zeitgenössische Künstler hingegen wollen nicht über das erzählen, was existiert. Sie erzählen stattdessen über das, was es nicht gibt. Irina Alexandrowna Antonowa
  • Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)
  • Ich habe kein Problem mit Aufmerksamkeit, ich verdiene sie nur nicht. Neil Armstrong
  • Am Ende wird alles gut! Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)

Wikipedia + -[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wer tatsächlich die Meinung vertritt, Wikipedia-Artikel müssten zwingend objektiv hohe Qualitätsstandards haben und zwingend objektiv relevant sein, hat das Prinzip Wikipedia nicht verstanden. […] Wenn die Wikipedia nicht ihre Ideale über Bord werfen will, muss sie einsehen, dass es Wissen gibt, das nicht für jedermann relevant ist. Wenn ein Artikel neben dem Verfasser selbst nur einen weiteren Menschen interessiert, so ist dies – im Sinne des Ideals der digitalen Revolution – relevant, auch wenn die Online-Türsteher dies anders sehen. Sollte jedoch der einzige relevante Unterschied zwischen Wikipedia und einer redaktionellen Enzyklopädie die kostenlose Nutzung sein, so hat die Wikipedia eine historische Chance verspielt. Jens Berger: „Wuff, ich will da rein!“. In: derFreitag, 3. November 2009.
  • Decius und sein lesenswerter Essay Wikipedia ist im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften gescheitert (Februar 2010).

LAGER[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camelon - Doune 28,3km

nach Westen: Doune - Bochastle 13,5km Bochastle - Malling 14,8km Malling - Drumquhassle 20,5km

nach Nordosten: Doune - Ardoch 18,3km Ardoch - Strageath 11,6km (Strageath - Dalginross 15,6km) Strageath (andere Flußseite) - Midgate (?) 14,8km Midgate - Bertha 11,5km (Strageath (andere Flußseite) - Bertha 23,1km) (Bertha - Fendoch 20,7km) Bertha - Cargill 18,1km Cargill - Inchtuthil 7,9km, aber sehr krumm (Bertha - Inchtuthil 22,3km, aber auch sehr krumm)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CASTRA REGINA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castra Regina war ein römisches Legionslager, auf dem Gebiet von Regensburg, eine kreisfreie Stadt in Ostbayern, Bezirk Oberpfalz, Landkreises Regensburg, Deutschland. Castra Regina umfasste neben dem Legionslager auch eine Zivilstadt, ein großes Gräberfeld sowie einige Heiligtümern und Tempelanlagen. Im Lager konnten neben den Kasernen noch Badeanlagen, ein Praetorium und ein Werkstättengebäude nachgewiesen werden.

Die Gründung eines Kohortenkastells in Regensburg-Kumpfmühl Anfang der 80er Jahre des 1. Jahrhunderts n. Chr. markiert den Beginn der römischen Herrschaft über die Region um Regensburg. Von ihm aus überwachten römische Auxiliarsoldaten den Grenzabschnitt des Römischen Reiches am Donaubogen und den Flußtälern von Naab und Regen. Während der Markomannenkriege wurde das Kastell und seine Zivilsiedlung vermutlich niedergebrannt. Nachdem in der Provinz Raetien wieder der Frieden eingekehrt war, entstand auf dem Areal der heutigen Regensburger Altstadt ein großes Lager als Hauptquartier der Legio III. Italica. In den Jahren um 179 n. Chr. fertiggestellt, war es der bedeutendste Militärstützpunkt der rätischen Provinz. Westlich des Lagers entwickelte sich im Lauf der Zeit eine Zivilsiedlung (Canabae), in der Handwerker, Händler und die Familienangehörigen der ca. 6000 im Lager stationierten Legionare lebten. Nebenher entstanden Tempelbezirke, Gräberfelder, im näheren Umland Dörfer, (Vici) Gutshöfe und weitere Gewerbebetriebe die das Lager mit Gütern des täglichen Bedarfs versorgten. Nach einer relativ ruhigen Zeitperiode durchbrachen im 3. Jahrhundert neuerlich einige Germanenstämme den Limes. Auch Castra Regina und sein Umland hatten massiv unter den kriegerischen Wirren der anbrechenden Völkerwanderung zu leiden. Mehrmals wurden dabei das Legionslager sowie die nahen Siedlungen verwüstet. Im Laufe des 4. und 5. Jahrhunderts verlor Castra Regina durch den schrittweisen Abzug der Legion mehr und mehr seine einstige militärische Bedeutung. Das Legionslager wandelte sich in eine befestigte zivile Siedlung (Oppidum), bewacht von einer kleinen Resttruppe. Im Lager ließen sich in weiterer Folge immer mehr germanische Zuwanderer nieder und übernahmen nach Abzug der letzten regulären römischen Soldaten im 5. Jahrhundert dort eine führende Rolle. Im Zuge der Stammesbildung der Baiuwaren avancierte das ehemalige Militärlager zur Residenz der ersten baiuwarischen Herzöge.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der antike Ortsname geht vermutlich auf ältere keltische Bezeichnungen zurück.[1] Er beruht auf zwei keltischen Wörtern: rate oder ratis „Wall“, „Stadtmauer“ und bona „Gründung“ oder „Stadt“.[2] Nach Reitzenstein eine Zusammensetzung aus bauna (Wohnort) und dem Personenenamen Ratasos. Die Ortsbezeichnungen Regensburg wechselten zu Zeiten der Römer mehrmals. Angefangs bezeichneten sie den Standort einfach als "legio" (a Leg(ione) = "Lager" oder "bei der Legion"), diese Bezeichnung ist aus einer Inschrift (Entfernungsangabe) aus dem Jahr 201 n.Chr. überliefert, später als Regino (425-430) oder Reginum. Um 400 war der Ort als Castra Regina bekannt (= vom Fluß "Regen" oder auch "befestigtes Lager an der Regen"). Im Zusammenhang mit der Zivilsiedlung (Canabae) kennt man eine undatierte Inschrift, k(anabarum) R(eginensium). Regana und Radaspona werden ab 770 von Arbeo von Freising als Ortsbezeichnung überliefert. Im 14. Jahrhundert glaubte man, Regensburg sei vom römischen Kaiser Tiberius im Todesjahr Christi, gegründet worden. Auch der für Regensburg damals angenommene lateinische Name 'Tiburnia' schien dies zu bestätigen. Die Namensverknüpfung Regensburg - Tiburnia - Tiberius findet sich bereits in einem gefälschten Privileg von Papst Leo III. für das Kloster St. Emmeram aus der Mitte des 11. Jahrhunderts. In Wirklichkeit war damit aber wohl die Stadt Teurnia im heutigen Kärnten gemeint.[3]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regensburg befindet sich in einer klassischen „Pfortenlage” an einer Übergangsstelle zwischen topographischer Enge und Weite. Die Donau verlässt dort das Hügel- und Bergland und fließt weiter in die Gäubodenebene. Hier kreutzten sich in der Antike einige große Handelsstraßen. Zusätzlich mündeten hier die Flüsse Naab, Vils und Regen in die Donau. Sie dienten schon in der Zeit vor der Ankunft der Römer als wichtige Verbindungs- und Transportwege.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

14. bis 17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regensburger Domherr Konrad von Megenberg (1311-1374) setzte das Gründungsdatum Regensburgs noch mit dem Sterbedatum von Jesus Christus gleich. Als Stadtgründer galt Kaiser Tiberius. Auch Johannes Turmair, genannt Aventinus (1477-1534), hielt weiter an der Gründung der Stadt durch Tiberius fest, verlegte aber das Datum auf 14 v. Chr. Diese Ansicht hielt sich bis ins 19. Jahrhundert. Aventinus erfaßte erstmals römische Inschriften aus Regensburg. Seine Aufzeichnung dieser Inschriften markiert den Beginn der wissenschaftlichen Erforschung des römischen Regenburg. Bischof Albert Ernst Graf von Wartenberg (1635-1715) stieß beim Umbau des Kanonikalhofes (Maria-Läng-Kapelle) um 1675 auf weitere antike Funde. Seine Beschreibung einer "Grabung" und der Funde (die nur zum Teil römisch waren) ist ein wichtiges Dokument der Erforschung des römerzeitlichen Regensburgs im 17. Jahrhundert. In seinem Manuskript Ursprung und Herkommen. Der Vormahls Herrlich- und Königlichen Haupt-Statt Noreja...anjetzo Regens-Burgg... (1688), in dem er die Geschichte des frühen Regensburgs gestützt auf die römische Kaisergeschichte schilderte, versuchte er eine Verbindung zwischen der Heilsgeschichte und Regensburg herzustellen. Aus den angeblichen Funden von römischen Ziegelsteienen, gläsernen Kelchen und Patenen sowie mittelalterlichen Reliquiarien glaubte er auch die Anwesenheit der Apostel in Regensburg ableiten zu können.

18.Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Werke Aventins und Wartenbergs nur einen kleinen Kreis von Gelehrten bekannt waren, erwachte gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein größeres Interesse an der römischen Vergangenheit der Stadt. Vielerorts machten sich Laien als auch ernsthafte Forscher auf die Suche nach antiken Überresten in Regensburg. Die bedeutensten Gelehrten, die sich ab dieser Zeit mit der Geschichte der alten Reichsstadt auseinandersetzten, hatten sich drei besonders um die Erkundung der römischen Wurzeln Regensburgs verdient gemacht: Georg Gottlieb Plato, genannt Wild, Roman Zirngibl (1740-1816) und Bernhard Stark. Der Stadtsyndicus Georg Gottlieb Plato-Wild (1710-1777), stieß vor den Südtoren der Stadt auf Scherben und schwarze Erdablagerungen. Damit lieferte er wichtige Hinweise für die spätere Aufdeckung des Großen Gräberfeldes, des zentralen Begräbnisplatz der Römer ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. Plato-Wild fertigte Lagepläne und Zeichnungen von seinen Funden an. Viele von ihnen gingen später verloren, die Abbildungen Plato-Wilds blieben aber erhalten. In seinem Werk "Sammlung verschiedener Nachrichten, den Ursprung, Erbauung und Bewachs der Stadt Regensburg auch deren Namen betreffend" (1776) handelt das erste Kapitel "Von denen zu Regensburg entdeckten römischen Alterthümern". Hier berichtet er u.a. von diversen Ausgrabungen. Plato-Wild entdeckte auch das zum Kastell Kumpfmühl gehörige römische Gräberfeldes, das er von 1750 bis 1761 untersuchte. Er fertigte auch den ersten schematischen Lageplan des Legionslager an. 1760 beobachtete er zusammen mit Roman Zirngibl den Abbruch eines Abschnittes der Südmauer im Küchengarten des Obermünsters. Durch seine Arbeiten war ab da der ungefähre Verlauf der Lagermauer bekannt.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernhard Stark (1767-1839) führte die ersten gezielten und langfristigen Grabungen nach römischen Zeugnissen in Regensburg durch. Über seine Grabungen, die vom 10. Dezember 1807 bis zum 11. Mai 1808 andauerten, berichtete er dem damaligen Stadtherrn Fürstprimas Carl von Dalberg und fügte seinem Bericht eine detailierte Grabungszeichnung bei. Die Untersuchungen im Garten des Fabrikanten Neumiller hatten gezeigt, daß sich das Gräberfeld entlang der Landstraße nahe Kumpfmühl ausdehnte. Zwischen 1808 und 1809 stieß Stark westlich von Kumpfmühl auf Verbrennungs- (bustum) und Bestattungsplätze. Stark nahm an, dass diese Bestattungsplätze zum Gräberfeld des Legionslagers zählten, wahrscheinlich gehörten sie jedoch zum Kumpfmühler Kohortenkastell. Ab 1810 wurden die Kosten der nachfolgenden Grabungen vom bayrischen Staat übernommen. 1811 ließ Stark im Kreuzgang des Klosters St. Emmeram Grabungen durchführen, deren Ergebnisse er in zwei Tagebüchern festhielt. Starks Aufzeichnungen über seine Forschungen wurden nie veröffentlicht. Die Gründung des Historischen Vereins des Regenkreises, heute als Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg bekannt, erfolgte im Jahr 1830. Im Laufe der Zeit legte der Verein eine beträchtliche Sammlung bedeutender römischer Funde an für die Stadt Regensburg an. Aus ihr stammen der Großteil der Ausstellungsstücke im heutigen Stadtmuseum. Besonders die römischen Funde gingen auf die vereinseigene Grabungstätigkeit zurück. In der Gründungszeit des Vereins waren hierbei besonders drei Personen federführend: Pfarrer Joseph Dahlem, Hugo Graf von Walderdorff und Georg Steinmetz.

Der Geistliche Joseph Dahlem entdeckte das große Gräberfeld und barg römische Überreste auf dem Königsberg (Kumpfmühl). In weiterer Folge untersuchte er den Verlauf der Via Augustana (der römischen Hauptstraße nach Augsburg) im Bereich der heutigen Kumpfmühler Straße. 1873 war er an der Bergung der Gründungsinschrift des Legionslagers mitbeteiligt. Auch bei der Auffindung und Restauration der Porta Praetoria war Dahlem involviert. Neben seiner Forschungstätigkeit legte der den Grundstein für die prähistorisch-römische Sammlung des Historischen Vereins und wurde deren erster Kustos. Hugo Graf von Walderdorff wurde 1868 zum Vorsitzenden des Vereines gewählt und blieb es bis 1882. Er verschaffte dem Verein die notwendigen Genehmigungen zur Überwachung der Grabungen bei den Eisenbahbaunarbeiten und finanzierte aus seinem Privatvermögen den Erwerb zahlreicher Altertümer für den Historischen Verein, die er so vor der Zerstörung bewahren konnte. Neben diesen Aktivitäten widerlegte er u.a. die Existenz einer römischen Siedlung am linken Donauufer und vermaß Teile der Lagermauer. Weiters war er an den Ausgrabungen Dahlems in Kumpfmühl und am Moltkeplatz (Alter Kornmarkt) beteiligt. Deren Befund interpretierte er zwar fälschlich als Lagerpraetorium, Waldorf verfasste jedoch ansonsten für diese Zeit erstaunlich exakte Ausgrabungsberichte. Sein literarisches Hauptwerk "Regensburg in seiner Vergangenheit und Gegenwart" erschien 1869 und gilt auch heute noch als eines der Standardwerke zur frühen Geschichte Regensburgs. Georg Steinmetz (1850-1945) übernahm ab 1895 die Stelle des Kustos des vereinseigenen Lapidarium (Ulrichsmuseum), eine Tätigkeit, die er 40 Jahre lang ausübte, bis die Vereinssammlung schließlich in den Besitz der Stadtverwaltung überging. Steinmetz sorgte für den guten Zustand der Fundstücke und die Kartierung der Sammlung. Mit Steinmetz Abgang endete die denkmalpflegerische Funktion des Historischen Vereins und der bayrische Staat übernahm diese Aufgabe.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2006 wurden etwa 100 m östlich der Mauern des späteren Legionslagers keltische Gräber mit teilweise hochwertigen Grabbeigaben gefunden. Sie wurden auf etwa 400 v. Chr. datiert.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorrömische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regensburger Donaubogen wird von Menschen schon seit dem Neolithikum besiedelt. in frühmittelalterlichen Quellen ist als Träger des ältesten bekannten Ortsnamens eine keltische Siedlung namens Radasbona überliefert. An den Mündungen der Flüsse Naab und Regen kreuzten sich schon in vorrömischer Zeit auch bedeutende Handels- und Verkehrswege.

1. Jahrhundert v. bis 1. Jahrhundert n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15 v. Chr. okkupierten die Römer unter Augustus in einem großangelegten Alpenfeldzug alle keltischen Stammesterritorien zwischen dem östlichen Alpenbogen und der Donau. Die Römer schlugen die Gebiete an der oberen Donau später der Provinz Raetien zu. Die Grenze gegen die freien Germanenstämme bildeten nun die großen Flüsse Rhein und Donau. In der Regierungszeit des Kaiser Vespasian wurde um das Jahr 80 zuerst das Hilfstruppenkastell von Regensburg-Kumpfmühl auf einem Hangsporn über der Donau errichtet. Von dort aus aus konnte der gesamte Donaubogen sowie die Flußmündungen von Naab und Regen gut eingesehen werden. Besonders die verkehrsgünstige Lage und ein stark frequentierter Donauübergang bewog die Römer dazu, hier dauerhaft Militär zu stationieren. Das Holz-Erde-Lager, wurde später in Stein umgebaut. Hier waren abwechselnd eine 500 Mann starke teilberittene Kohorte (cohors equitata) oder eine Doppelkohorte mit ca. 1000 Hilfstruppensoldaten (auxilia) stationiert. Das Lagerdorf (vicus) breitete sich an der heutigen Hauptstraße zwischen Augsburg und Regensburg und verfügte auch über eine Therme. Eine zweite Siedlung am Donauufer, im Bereich der heutigen westlichen Altstadt wird ebenfalls für diese Zeit vermutet. Reste eines Wachturmes wurden nahe der Naabmündung beobachtet. Der westlich von Regensburg gelegene Landzwickel zwischen den beiden großen Flüssen (sog. Dekumatenland) wurde später zusätzlich durch eine Linie aus Gräben, einer Mauer, Wachtürmen und Kastellen, den Obergermanisch-Raetischen Limes gegen Einfälle der nordöstlichen Barbarenstämme gesichert. Dadurch konnten auch die dort durchführenden Handelswege fast lückenlos überwacht werden.

2. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 2. Jahrhundert etablierte sich hier die vermutlich älteste römische Brauerei nördlich der Alpen (heute Römer-Pavillon am Kornweg). Das Auxiliarkastell und die Zivilsiedlungen wurden in der zweiten Hälfte der 160er-Jahre zerstört. In diesem Jahr geriet die Donaugrenze durch die Ankunft ostgermanischer Stämme am Limes erstmals ins Wanken. In den darauffolgenden, äußerst desaströsen Markomannenkriegen wurde die bis dahin fast ungestörte Aufwärtsentwicklung Rätiens schlagartig unterbrochen. Bei diesen Auseinandersetzungen wurde auch das Hilfstruppenkastell niedergebrannt (wahrscheinlich gegen 170). 175, nach Vertreibung der Markomannen entschloss sich Kaiser Marc Aurel die 6.000 Mann der Legio III Italica unter ihrem Legaten Marcus Helvius Clemens Dextrianus nach Regensburg zu verlegen. Im Bereich der heutigen Altstadt wurde auf Befehl des Kaisers mit dem Bau des Legionslagers begonnen. Damit avancierte Castra Regina zum wichtigsten und größten Militärstützpunkt in Rätien. Aus den Resten der Bauinschrift ist bekannt, dass Anfang des Jahres 179 das Osttor des Lagers fertiggestellt worden war. Mit der Belegung der kurz davor errichteten Kasernen hängt wohl ein Weihaltar eines Unteroffiziers (optio) zusammen, der laut der Kaisertitulatur in der Zeit zwischen Frühjahr und Herbst des Jahr 180 in Auftrag gegeben worden war. Der Legionskommandant fungierte in Personalunion auch als Statthalter der rätischen Provinz. Sein Amtssitz verblieb jedoch auch weiterhin in der Provinzmetropole Augusta Vindelicum (Augsburg). Westlich des Lagers entwickelte sich rasch eine größere canabae legionis (Zivilsiedlung), in der Handwerker, Händler und die Familienangehörigen der Legionäre lebten. Unter ihrem Schutz entwickelte sich der Ort bald zu einem regionalen Handelsmittelpunkt.

3. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 3.Jahrhundert durchbrachen feindliche Germanenstämme erneut den rätischen Limes. Während ein großer Teil der rätischen Legion zur Bekämpfung der Sassaniden im Osten eingesetzt war, wurden in den 240er Jahren ihr Lager und die Zivilstadt von den Alamannen verwüstet. Während weiterer Invasionen durch germanische Stämme wurde das Lager mehrmals teilweise zerstört. Das Lager wurde zwar danach jedesmal wieder aufgebaut, die rätischen Grenzgebiete erholten sich jedoch nicht mehr gänzlich von den massiven Zerstörungen. Auch die meisten Höfe im Alpenvorland mussten aufgegeben werden. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts, 278, wurde das Legionskastell ein zweites Mal niedergebrannt jedoch kurze Zeit später wieder aufgebaut.

4. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Heeresreformen durch Diokletian und Konstantin I. wurde die Legion in sechs Vexillationen - von denen nur eine in Regensburg stationiert blieb - geteilt. Das Lager wurde in der Spätantike noch einmal umgebaut bzw. modernisiert. Um 357 fielen die Juthungen, ein Teilstamm der Alamannen, in Raetien ein und richteten erneut schwere Verheerrungen an. Auch Castra Regina dürfte dadurch wieder massiv in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Da ständig Garnisonssoldaten zur Auffüllung der neuen mobilen Feldarmeen (comitatenses) abgezogen wurden zog sich die Besatzung am Ende vermutlich in ein Restkastell in eine der Ecken des Legionslagers zurück. Das übrige ummauerte Areal wurde der Zivilbevölkerung überlassen. Nach mehr als 200 Jahren Aufenthalt zogen am Ende des 4. Jahrhunderts die letzten Soldaten der Legio III Italica nach Vallatum (vermutlich das Kastell in Weltenburg) ab. Die Vermutung, dass sie durch Pseudocomitatenses ersetzt wurde, ist trotz Auffindung einiger ihrer Ziegelstempel nicht hinreichend belegbar. Auch die Zivilbevölkerung war zu diesem Zeitpunkt wohl schon großteils abgewandert, weswegen Castra Regina sowohl seine Funktion als Handelszentrum als auch seine militärische Bedeutung verlor. Seit dem frühen 4. Jahrhundert siedelten sich stattdessen immer mehr Germanensippen in Rätien an. Ab dem 5. Jahrhundert stellten sie schließlich die herrschende Klasse in der ehemaligen römischen Provinz.

Frühmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von etwa 500 bis 788 war Regensburg der Hauptsitz der Herzöge der Bajuwaren aus dem Geschlecht der Agilolfinger die das ehemalige Legionslager zu ihrem Wohnsitz ausbauten. Regensburg wurde zu einem bedeutenden Zentrum des frühen bairischen Stammesherzogtums. Herzog Odilo verwirklichte im Jahr 739 die bairische Diözesaneinteilung. Die Bistümer Regensburg, Freising, Passau und Salzburg wurden kirchenrechtlich gegründet und ihre Grenzen festgelegt. Nach seinem Sieg über den bairischen Herzog Tassilo III. verbrachte Karl der Große zwei aufeinanderfolgende Winter (791–793) in Regensburg, um die Einverleibung Baierns in das Fränkische Reich persönlich abzusichern. Unter Ludwig II.(dem Deutschen) wurde Regensburg wieder Residenz und Verwaltungszentrum.

Legionslager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Legionslager stand im Bereich der heutigen Regensburger Altstadt und erstreckte sich bis zum Ufer der Donau. Noch bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts beschränkte sich Regensburg im wesentlichen auf das Areal des Lagers und einiger umfriedeter Gebiete im Westen. Das Lager hatte einen - für mittelkaiserzeitliche Befestigungen typischen - rechteckigen Grundriss mit abgerundeten Ecken (Spielkartenform) und bedeckte eine Fläche von 450 x 550 Meter (24,3 ha. Die Umfassungsmauer ist heute noch an einigen Stellen sichtbar (Porta Praetoria, Parkhaus am Dachauplatz, Am Königshof, Ernst-Reuter-Platz). Das Lagerinnere war durch die in Ost-West Richtung verlaufende „via principalis“ und die in Nord-Süd Richtung führende „via praetoria“ in vier Teile gegliedert. Im Zentrum des Lagers befand sich die „principia“ (Lagerverwaltung) und das „praetorium“ (Wohnhaus des Kommandanten). Das Lager bedeckte eine Fläche von 24,3 ha (540 x 460 Meter). wurde von einer etwa 8 Meter hohen und 2 Meter starken Mauer umschlossen. An deren Außenseite befand sich ein Spitzgraben und innen waren Wälle angeschüttet. In regelmäßigen Abständen standen insgesamt 30 Türme (inklusive der Tortürme). Die Mauerecken waren abgerundet. Die 4 Tore waren von je 2 Tortürmen flankiert. Das Lagerinnere wurde wie bei allen befestigten Römerlagern dieser Epoche gegliedert durch die in Ost-West-Richtung verlaufende via principalis und die in Nord-Süd-Richtung führende via praetoria. An diesen Lagerhauptstraßen lagen die Unterkünfte für Handwerker, Verwaltungssoldaten, das Lazarett, die Latrinen u.ä. Die rechtwinklig abzweigenden kleineren Lagergassen führten zu den Wohnquartieren der einfachen Soldaten. Im Zentrum des Lagers lagen die principia, das Hauptquartier, sowie das praetorium, das Wohnhaus des Kommandanten der Legion. Dies war in Castra Regina der Lagerpräfekt. Der eigentliche Legionskommandeur residierte in seiner Funktion als Statthalter der Provinz Raetia in deren Hauptstadt Augusta Vindelicum (Augsburg). Er kam nur zu Inspektionen persönlich in das Legionslager. Am Fuße des an der Innenseite der Lagermauer aufgeschütteten Erdwalls zog sich die 10 Meter breite via sagularis um das gesamte Lager herum. Rund um das Lager und die Zivilsiedlung lagen eine ganze Reihe von Bauernhöfen (villa rustica), die vorrangig zur Versorgung der Legion aber später auch der Zivilsiedlung angelegt wurden.

Es wurde von einem Spitzgraben mit 6 Metern Breite und 3 Metern Tiefe umfasst. Der 70-90cm hohe Mauersockel (auf dem die 1,80 Meter dicke und 9 Meter hohe Kastellmauer mit 30 Türmen und 4 Toren stand)

Porta Praetoria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nordtor des Legionslagers wurde im späten Mittelalter in das Bischöfliche Brauhaus miteinbezogen. Es blieb auf diese Weise erhalten da die Vermauerung verhinderte, dass die Bevölkerung die Steine des Tores für neue Gebäude verwendete. Erbaut wurde sie um 179 n. Chr. Zusammen mit der etwas größeren Porta Nigra in Trier (erbaut 180 n. Chr.) ist die Porta Praetoria der älteste erhaltene römische Hochbau nördlich des Alpenbogens. Auch in nachrömischer Zeit wurde das Tor weiter benutzt. Seit dem Jahr 932 ist es als Porta Aquarum, "Wassertor" bekannt. Nach dessen Überbauung verlor es seine Funktion. Spätestens 1649 wurde auch der Torbogen vermauert und durch einen nördlichen Vorbau verdeckt. 1885 kam es bei Umbaumaßnahmen am Bischofshof zu seiner Wiederentdeckung.

Es handelte sich ursprünglich um ein zirka 10 Meter breites Tor mit zwei Durchfahrten, flankiert von einem West- und Ostturm. Die Türme verfügten über zwei Stockwerke und hatten feindseitig fünf Rundbogenfenster die zur Beleuchtung und als Schießscharten dienten. Quer über den Toren befand sich noch eine Wachstube. Erhalten geblieben sind der linke Flankenturm und ein Durchgangsbogen des einst wohl sehr repräsentativ gestalteten Lagerzugangs. Vom wohl 11 Meter hohen Flankenturm stehen noch zwei Geschosse. Er wurde aus bearbeiteten Kalksteinquadern errichtet. Der 4 m breite und 6 m hohe Torbogen besteht aus 13 großen Kalksteinquadern, welche an den Seiten glatt behauen sind und ohne Mörtel aneinandergefügt wurden.

Umwehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mauer hat eine Höhe von ca. 8 Meter. Ihre Länge beträgt insgesamt 2 km und sie ist 2 Meter breit. Außerdem waren auf der Mauer 30 Türme angebracht, hierbei waren jeweils 4 Tore von 2 Tortürmen flankiert. Die aus Sand- und Kalksteinquadern errichte römische Mauer war insgesamt 545 Meter lang, 7-8 Meter hoch und 2,4 Meter stark. Eine 10 Meter breite Erdaufschüttung verstärkte das Mauerwerk von innen und diente als Wehrgang. Die Mauer ist in mehreren Teilen auch heute noch sichtbar. Sie wurde im 3.Jrh. bei Einfällen der Alamannen teilweise zerstört und wieder aufgebaut. In den Jahren 1955 - 63 wurde am Ernst-Reuter-Platz die Südost-Ecke des römischen Legionslagers freigelegt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese Aktion war ein harter Kampf und forderte sowohl der Deutschen Herold AG, die das Gelände bebauen wollte, als auch den damit befaßten Archäologen, Konservatoren sowie der Regensburger Stadtverwaltung viel Geduld und Fingerspitzengefühl ab. Nach einigen Verzögerungen einigte man sich im Sommer 1955 darauf, zunächst durch Grabungen den Mauerverlauf festzustellen. Während dieser von Oktober bis Dezember 1955 dauernden Untersuchung des Grundstücks wurden in 8 m Tiefe die römischen Schichten erreicht. Die Römermauer kam tatsächlich in einem hervorragenden Erhaltungszustand in einer Länge von 23 m bei einer aufgehenden Höhe von mehr als 4 m zum Vorschein. Auch die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit Wehrturm wurden ergraben. Auch aufgrund von Streitigkeiten zwischen dem Deutschen Herold, der Stadt Regensburg und verschiedener Anlieger lagen die freigelegten Bodenfunde bis Juni 1958 ohne weiteren Schutz in der offenen Baugrube. Erst zu diesem Zeitpunkt konnte das Baulinienfeststellungsverfahren abgeschlossen werden. Auch die Grabungen wurden wieder aufgenommen und prompt konnten die Archäologen weitere 16 m Römermauer bis unmittelbar an die Maximilianstraße heran freilegen.

Nachdem durch einen Architektenwettbewerb ein für beide Seiten annehmbarer Plan entstanden war, stand der Vollendung des ersten Bauabschnitts des Versicherungsgebäudes nichts mehr im Wege. Die Stadt Regensburg und der Bauherr hatten sich dahingehend geeinigt, daß die römischen Überreste erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich bleiben sollten. Einen so krassen Fall von Denkmalzerstörung, wie man ihn beim Bau der Industrie- und Handelskammer 1952 hatte hinnehmen müssen, wollten die Verantwortlichen absolut vermeiden. Dort wurden ca. 30 m bestens erhaltener Römermauer einfach abgerissen. Die Steine fanden als Material zur Rollierung des Untergrundes Verwendung. Nun standen Stadtverwaltung und Landesamt für Denkmalpflege vor einem neuen Problem. Wie sollte man die Überreste erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich machen? Man entschied sich für die noch heute bestehende Lösung. Die Mauer wurde in eine kleine Grünanlage eingebettet. Dies war damals zwar die praktikabelste Lösung, nicht aber die optimale. Weitaus besser wäre es gewesen, die Anlage in Form eines kleinen Museums zu gestalten. Der Römerpavillon am Kornweg bietet dafür ein Beispiel. Denn die Römermauer ist unter freiem Himmel allen Witterungseinflüssen ungeschützt ausgesetzt, was eine aufwendig und v.a. ständige Pflege notwendig macht, wenn das Denkmal nicht schnell gänzlich verloren gehen soll. Damit sind natürlich immer große Kosten verbunden, die die Stadt scheinbar bis 1989 gescheut hat.

27 Jahre lang geschah in und an der Anlage nämlich überhaupt nichts mehr. Die Römermauer rottete vor sich hin. Auch die Tradition, die Ausgrabungen wie schon während der Freilegung als Müllkippe zu mißbrauchen, lebte schnell wieder auf. 1989 beschloß die Stadt endlich, wieder etwas für das seinerzeit so hart erkämpfte und nach der Porta Praetoria wohl wichtigste römische Denkmal Regensburgs zu tun. Daß dies bitter nötig war, mögen Zitate aus Zeitungsartikeln verdeutlichen. So stand z. B. in der "Woche" am 16.2.1989 zu lesen: "Römermauer stiefmütterlich behandelt", "Römermauer als Schandfleck [...] Sie [die Stadt] hat an einem schlechten Beispiel demonstriert, wie man mit Dingen nicht umgeht, die sonst gerne als Touristenattraktion verkauft werden."

Die Stadt Regensburg stellte 50.000,-- DM für die Instandsetzung bereit. Man säuberte die Mauer von Bewuchs und befestigte mittlerweile lose gewordene Steine. An der mittelalterlichen Wehranlage wurde eine Treppe angebracht, so daß der Wehrturm nun begehbar ist. Schließlich richtete man noch einen Schauraum ein. Drei Schautafeln geben Auskunft über die Südost-Ecke des Lagers und über Castra Regina im allgemeinen. Für Interessierte ist die Besichtigung dieses Schauraumes im Zuge von Stadtführungen möglich.

Im Bereich der Südost-Ecke der Legionslagermauer hatte man also in zähem Ringen einen akzeptablen Kompromiß zwischen den Interessen der Denkmalpflege, der Stadtentwicklung und der Privatwirtschaft gefunden.


ENTDECKUNG UND RETTUNG DER MAUER

Im Mai 1954 reichte die Deutsche Herold AG eine Bauvoranfrage für ein Bürogebäude ein, das am Ernst-Reuter-Platz errichtet werden sollte. Bereits zuvor hatte man vermutet, auf dem noch relativ unverbauten Gelände auf Bodendenkmäler zu stoßen, insbesondere auf die römische Lagermauer. Es bestand eine gewisse Wahrscheinlichkeit, die römische Schicht relativ unverletzt vorzufinden. Im Zuge eines zweiten Bauabschnitts mußte ein Parkplatz für die Mitarbeiter der Deutschen Herold AG angelegt werden. Die Zufahrt sollte gerade über jenen Teil des Geländes führen, auf dem die Römermauer stand. Dagegen wehrte sich die Stadt und forderte zudem vom Deutschen Herold finanzielle Mittel zur Konservierung der Mauer, was die Versichungs-AG aus nachvollziehbaren Gründen ablehnte.

Nachdem der Streit soweit eskaliert war, daß der Deutsche Herold sogar die Zuschüttung der Mauerreste veranlaßt hatte, regte sich massiver Protest in der Bevölkerung. Durch die Initiative verschiedener Privatpersonen konnten bis Mai 1962 ca. 22.000,-- DM für die Konservierung der Mauer gesammelt werden. Auch die Regierung der Oberpfalz hatte inzwischen reagiert und verfügt, daß die Versicherungsgesellschaft die Mauer wieder freilegen müsse. Ende Juni 1962 waren insgesamt ca. 75 m Römermauer gerettet.

Gräberfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 19. Jahrhundert gilt gemeinhin als das Zeitalter der Industrialisierung und des Fortschritts. Die Vergangenheit, zumal wenn sie soweit zurückliegt wie die römische, scheint in diesem Denken wenig Platz zu finden. Dennoch entwickelte sich gerade in diesen Jahren ein wachsendes Interesse an Geschichte und deren Überresten, und es begann eine staatlich geförderte und gelenkte Bodendenkmalpflege. Doch diese beiden Punkte scheinen sich nur beinahe zu widersprechen, oft ermöglichten erst umfangreiche industrielle oder auch verkehrstechnische Bauvorhaben die Aufdeckung und Untersuchung vieler archäologischer Funde. Grabungen, die allein aus Forschungsgründen unternommen wurden, waren schon damals eher selten.

Auch Regensburg bildete dabei keine Ausnahme. Obwohl hier die Industrialisierung nur recht langsam voranschritt, kamen dennoch bei etlichen Bauprojekten wertvolle römische Überreste ans Tageslicht. Ein Beispiel für eine solche "Förderung" von Bodendenkmalpflege ist der Auf- und Ausbau des Eisenbahnnetzes, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das wohl größte Bauprojekt im Regensburger Umland.

Lange hatte man um einen Bahnanschluß kämpfen müssen. Schon 1819 wurden erste Pläne für eine Schienenverbindung von Main und Donau veröffentlicht. Mitte der 30er Jahre bildete sich in Regensburg ein Komitee mit dem Ziel einer Bahnlinie nach Nürnberg. Doch erst 1859 wurde die erste von Regensburg ausgehende Strecke in Richtung Amberg-Nürnberg fertiggestellt. Mit der Bahnanlage sprengte Regensburg ab 1859 erstmals seinen mittelalterlichen Umriß. Das damals noch freie Gelände zwischen Bahnhof und Stadt wurde recht schnell bebaut.

In den nächsten Jahren wurden die Bahnverbindungen dann immer mehr ausgebaut. Bei einer dieser Erweiterungen, der sogenannten Donautalbahn nach Ingolstadt, wurde dann bei den nötigen Erdarbeiten zwischen der Stadt und Kumpfmühl das Areal des zentralen Bestattungsplatzes des römischen Regensburg (Großes Gräberfeld) angegraben und durch Pfarrer Joseph Dahlem im Auftrag des Historischen Vereins wissenschaftlich untersucht. Er legte seine Erkenntnisse in einem ausführlichen Fundprotokoll nieder und verfertigte auch einen Gräberplan. Hinweise auf eine Nekropole entlang der Via Augustana, der alten Römerstraße nach Augsburg, gab es schon seit langem. Bereits im 18. Jahrhundert wurde dort durch den Stadtsyndikus Plato-Wild systematisch nach Funden gesucht. Und in den Jahren 1807/1808 deckte der Benediktinerpater Bernhard Stark bei seinen Grabungen im Neumillerschen Garten mehr als 300 Gräber auf. Man konnte also davon ausgehen, daß bei den Planierungsarbeiten auf diesem Gebiet relativ reichhaltige Funde gemacht würden.

Der Vorstand des Historischen Vereins, Hugo Graf von Walderdorff, erwirkte daher bei den zuständigen Behörden in München die Erlaubnis zur Beobachtung des Bahnbaus und zum Anlegen einer Sammlung. Etwa um die gleiche Zeit, von 1870-1873, führte auch die private Ostbahngesellschaft Bauarbeiten im römischen Friedhofsgebiet durch, um die Linie Regensburg-Neumarkt-Nürnberg zu erstellen. Auch hier sollte der Historische Verein eigentlich die Bergung der dabei anfallenden Funde überwachen dürfen. Die Erlaubnis wurde jedoch wieder entzogen, da die Ostbahn plante, selbst eine Sammlung für das Direktionalgebäude anzulegen (das "Sponsoring" von Geschichtsforschung hatte eben schon damals Prestigewert). Die Sammlung erreichte aber nur einen sehr bescheidenen Umfang und ging schließlich ganz verloren. Für Joseph Dahlem, der vom Historischen Verein mit der Untersuchung beauftragt worden war, bedeutete das jedenfalls, daß der südliche Bereich des Gräberfeldes ihm fast gänzlich verschlossen war. Auch im weiteren Verlauf der Grabungen hatte er immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Der Friedhof, den Dahlem untersucht hatte, stellte sich nun vereinfacht ungefähr so dar: er lag, wie bereits erwähnt, zu beiden Seiten der römischen Via Augustana und hatte eine Länge von zirka 140 Meter. Direkt an der Straße begannen die Beerdigungsstätten, die hier zumeist Brandgräber und ungeordnet zueinander angelegt waren. In einer Tiefe von etwa 40-70 cm lag meist eine Urne, um die sich eine Schicht mit Asche und Scherbenresten befand. In der Urne selbst wurden oft Beigaben wie Bronze- und Eisenschmuck, Lampen, Kämme, usw., einfach alle möglichen römischen Gebrauchsgegenstände gefunden. Vereinzelt befanden sich zwischen den Brand- auch einige Skelettgräber aus der gleichen Zeit. Dieser Teil des Gräberfeldes dürfte etwa von Ende des 2. bis Ende des 3. Jahrhunderts benutzt worden sein. Weiter westlich gelegen befindet sich ein Friedhofsabschnitt, der von Dahlem als konstantinisch bezeichnet wurde.

Es ist festzuhalten, daß das großflächig untersuchte Gebiet weder ganz ausgegraben wurde - so blieben tieferliegende Gräber unberücksichtigt - noch Dahlem alle entdeckten Bestattungen in sein Protokoll aufnahm. Die Gesamtzahl der Bestattungen des Gräberfeldes dürfte bei wenigstens 3000 Brandgräbern und 2000 Körpergräbern liegen, damit ist es einer der größten bekannten römischen Grabplätze an Rhein und Donau.

Nur einen Teil seiner umfangreichen Funde veröffentlichte Dahlem selbst 1881 in einem Führer durch das Museum St. Ulrich, dem er auch seinen Gräberplan beifügte. H. Lamprecht übernahm schließlich die Bearbeitung seiner Aufzeichnungen, aus denen er einen Fundbericht erstellte, der 1906 publizierte wurde; wissenschaftlich aufgearbeitet wurde der Befund erst 1971 durch Siegmar von Schnurbein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • F. Vollmer, Inscriptiones Baiurariae Romanae (1915), S. 358ff;
  • Paul Reinecke, Bayerische Vorgeschichtsfragen. Band 4, 1924, 40; id., “Das Auxiliarkastell Ratisbona-Kumpfmühl,” Germania 9, 1925, S. 85ff.
  • Georg Steinmetz, Regensburg in der vorgeschichtlichen und römischen Zeit, Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Oberpfalz u. Regensburg 1926, S. 3 - 72.
  • Friedrich Wagner, Die Römer in Bayern 4 (1928) 61ff; id., “Neue Inschriften aus Raetien,” Ber. RGK 37-38 (1956-57) S. 101ff.
  • A. Stroh, “Untersuchungen an der Süidostecke des Lagers der legio III Italica in Regensburg,” Germania 36 (1958) 78ff;
  • F. Ulbert, “Das römische Regensburg,” Germania Romana I: Römerstadte in Deutschland 1 (1960) 64ff; id., “Das römische Regensburg als Forschungsproblem,” Verhandlg. Hist. Ver. Oberpfalz u. Regensbg. 105 (1965) 7ff;
  • K. Schwarz, “Ausgrabungen im Niedermünster zu Regensburg,” Jahresbericht der Bayer. Bodendenkmalpflege 8 (1970).
  • 500 Jahre auf den Spuren der Römer. Geschichte der Erforschung des römerzeitlichen Regensburg, Hrsg.: Stadt Regensburg; Katalogredaktion und Schriftleitung: Gerhard Waldherr (Ausstellungskataloge zur Regensburger Geschichte Bd. 4), Regensburg, 1994, ISBN: 3-925753-39-7.
  • Karlheinz Dietz, Gerhard Waldherr: Berühmte Regensburger: Lebensbilder aus zwei Jahrtausenden, Universitätsverlag, Regensburg 1997, ISBN: 3-930480-67-0.
  • Karlheinz Dietz, Thomas Fischer: Die Römer in Regensburg. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1996, ISBN: 3-7917-1484-8.
  • Karlheinz Dietz, Udo Osterhaus, Sabine Rieckhoff-Pauli, Konrad Spindler: Regensburg zur Römerzeit, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1979, ISBN: 3-7917-0599-7.
  • Thomas Fischer, Sabine Rieckhoff-Pauli: Von den Römern zu den Bajuwaren. Stadtarchäologie in Regensburg. Bayerische Vereinsbank, München: 1982 (Bavaria Antiqua).
  • Gerhard Waldherr: Auf den Spuren der Römer - ein Stadtführer durch Regensburg. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2001, ISBN: 3-7917-1748-0.
  • Andreas Boos, Lutz-Michael Andreas, Bernhard Overbeck: Der römische Schatz von Regensburg-Kumpfmühl, Museen der Stadt Regensburg, Regensburg 2000, ISBN: 3-925753-86-9.
  • Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen: Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Verlag C.H.Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-55206-9.

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BURG STARHEMBERG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich des Ortes liegen die Ruinen der einst bedeutenden und weithin sichtbaren Burg Starhemberg - die Türme waren aus dem Raum Wiener Neustadt zu sehen -, die im 13. Jahrhundert kurzzeitig landesfürstliche Residenz und Schatzkammer war. Die gut befestigte Burg galt als uneinnehmbar und eignete sich daher für die Verwahrung des Babenberger Schatzes.

In ihren Anfängen gehörte die 1146 erstmals urkundlich genannte Burg zum Herrschaftsbereich der steirischen Otakare. Vermutlich um 1140 von Adalram von Waldegg-Feistritz erbaut, war sie zunächst Sitz steirischer Adeliger. Nach dem Aussterben der Otakare 1192 ging sie in den Besitz der Babenberger über und wurde bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts in mehreren Phasen zu einer der größten landesfüsrtlichen Burgen Österreichs ausgebaut. Trotz des Verfalls haben sich große Teile der romanischen Burganlage erhalten. Aus der Ausbauphase um 1200 unter Herzog Leopold V. oder Leopold VI. stammen u.a. die Hochburg, die später zum Turm ausgebaute Rundkapelle im Vorburgbereich und die ca. 240 m lange Ringmauer.

Nur wenige Jahrzehnte später erfolgte unter dem letzten Babenbergerherzog Friedrich II. dem Streitbaren (1230-1246) der Ausbau zur prunkvollen Residenz. In seinen Auseinandersetzungen mit dem gleichnamigen Stauferkaiser Friedrich II. nutzte der Herzog die Burg wiederholt als Zufluchtsort. Zahlreiche Urkunden bezeugen seine Anwesenheit in den Jahren 1240, 1242 und 1244. Ausbau der Burg Starhemberg unter Herzog Friedrich II. zur herzoglichen Residenz - Verwahrung des "Babenberger Schatzes"

Die Burg Starhemberg wurde unter Herzog Friedrich II. für wenige Jahre ein so bedeutender Schauplatz fürstlicher Repräsentation, dass sie sogar in der vermutlich bald nach 1245 angefertigten Ebstorfer Weltkarte neben Wien und Krems eingezeichnet wurde ("Starkenberch").

In der nach dem Vorbild von Sainte-Chapelle errichteten zweigeschoßigen Burgkapelle wurde der "Babenberger Schatz", darunter die Urkunden, verwahrt. Nach dem Tod des Herzogs 1246 verlor die Burg an Bedeutung, der Schatz wurde noch eine Zeit lang dort vom Deutschen Orden gehütet. Er ist bis auf Heiltümer und zahlreiche Urkunden nicht erhalten. Im Zuge der umfangreichen landesfürstlichen Bautätigkeit wurden repräsentative Wohnbauten mit hochwertiger künstlerischer Ausstattung errichtet, die Rundkapelle zu einem monumentalen Turm aufgestockt und ein weitläufiger Zwinger angelegt (sog. "Waffenplatz"). Zu den repräsentativsten Neubauten gehört die zwar nur mehr in Resten erhaltene, aber mit Hilfe digitaler Vermessung und Computervisualisierung rekonstruierbare Annenkapelle im Burghof, die zwischen Palas und ehemaligen Turm eingebaut wurde. Die Rekonstruktion der Architektur ergab einen an französische Vorbilder orientierten zweigeschoßigen Sakralraum, der sich wegen seiner fortschrittlichen Raumlösungen durchaus mit der "Capella speciosa" in Klosterneuburg (Weihe 1222) - dem damals modernsten Bau im Herzogtum Österreich - messen konnte. Sie diente daher wohl als Palastkapelle und vermutlich auch als Schatzkammer für kostbare Reliquien sowie die Urkunden des Herzogtums. Sicher ist, dass die damals als "unüberwindlich" geltende Burg das "Schatzhaus" des Babenberger Schatzes war.

Nach diesem Ausbau musste Starhemberg mit seinen insgesamt drei Türmen – für Burgen damals sehr ungewöhnlich - einen überaus beeindruckenden Anblick geboten haben, durchaus vergleichbar mit staufischen Kaiserresidenzen, was wohl auch die Intention des Bauherrn war. Herzog Friedrich II. befand sich auf dem Höhepunkt seiner Macht, den Aufstieg in den königlichen Rang bereits vor Augen. Die in dieser Zeit verhandelten Pläne, die Herzogtümer Österreich und Steier zum Königreich zu erheben, wurden allerdings nicht realisiert. Die Bedeutung Starhembergs ist nicht zuletzt daraus ersichtlich, dass die Burg in der sog. Ebstorfer Weltkarte, entstanden vor 1250 in Norddeutschland, neben Wien und Krems eingezeichnet ist (Starkenberch urbs).

Nach dem Tod Herzog Friedrichs II. 1246 wurde die Burg vom Deutschen Orden verwaltet, der vor allem die dort verwahrten Dokumente hütete, solange die Erbansprüche ungeklärt waren. Wieweit die Deutschordensbrüder erfolgreich waren, ist nicht bekannt, da sich der Babenberger Schatz großteils nicht erhalten hat. In den folgenden Jahrhunderten blieb die Burg in landesfürstlichem Besitz, verlor aber an Bedeutung. Ab dem 15. Jahrhundert wurde sie häufig verpfändet und 1590 schließlich an die Grafen Heussenstein verkauft, die mehr als 200 Jahre im Besitz von Burg und Herrschaft blieben. Unter ihnen erfolgte um 1600 ein grundlegender Renaissance-Umbau der mittelalterlichen Hochburg zu einem schlossartigen Wohnbau. Die Gestaltung der noch erhaltenen Hoffassade des Nord- und Westtrakts mit einheitlichen Fensterachsen und Spiraldekor stammt aus dieser Bauphase. Auch die Befestigungsanlagen wurden modernisiert. Der Stich von Georg Matthäus Vischer (1672) zeigt Starhemberg noch als stattlichen und bewohnbaren Adelssitz, der 1683 der Bevölkerung Schutz vor den Osmanen bieten konnte.

Der Verfall setzte im 18. Jahrhundert ein, als die Dächer abgetragen wurden, um die nach der Dachfläche berechnete Dachsteuer zu sparen. 1817 kam die Burg in den Besitz des Freiherrn Stephan von Badenthal, 1830 wurde sie von Erzherzog Rainer, Vizekönig von Lombardei-Venetien, erworben. Verbunden mit dem großen Interesse des 19. Jahrhunderts am (romantisch-verklärten) Mittelalter erregten die Ruinen nun die Aufmerksamkeit von Heimatforschern, Gelehrten und Künstlern und ließen Ansichten und Beschreibungen entstehen. 1870 stürzte der Großteil des Palas ein. In der Folgezeit dienten die Ruinen der Bevölkerung als "Steinbruch" für den Hausbau; 1945 führte die militärische Nutzung als Beobachtungsposten zu weiteren schweren Schäden durch russischen Artilleriebeschuss.

Seit 1913 ist Starhemberg im Besitz der Familie Salvator-Habsburg-Lothringen. Trotz Bemühungen des örtlichen Burgenvereins konnte die Ruine bislang nicht saniert werden und ist daher aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich.


weiterführende Literatur: Barbara Schedl (Hg.), Starkenberch urbs. Ein virtuelles Modell der Burg Starhemberg in Niederösterreich (Virtuelle Mediävistik 1), 2000, Österreichischer Kunst- und Kulturverlag (CD-ROM).


Bautechnisch-gesteinskundliche Überlegungen zum Burgenbau im südlichen Niederösterreich Rudolf Koch, Andreas Rohatsch, Wien

Aus geologischer Betrachtungsweise gesehen befindet sich die Burgruine Starhemberg in der geologischen Einheit der Nördlichen Kalkalpen nahe dem Westrand des jungtertiären Wiener Einbruchsbeckens. Der Burgberg besteht aus gebanktem Dachsteinkalk und stellt außerdem die geologische Typuslokalität des in vereinzelten Lagen vorkommenden roten Starhembergkalkes dar. Mit etwas Glück und Ausdauer können in diesen Gesteinen verschiedene Fossilien, wie zum Beispiel Brachiopoden, Bivalven und Korallen gefunden werden. Am Südabhang des Burgberges, gegenüber dem Gasthof »Zitherwirt«, verläuft die Schichtgrenze zu den Sedimentgesteinen der Gosauformation mit Rudistenkalken, Tonmergeln, Sandsteinen und Konglomeraten.

Im Mauerwerk und in den Architekturteilen gelangten folgende Gesteine zur Anwendung: Als Hauptbaumaterial kommt Dachsteinkalk vor, der direkt im Bereich des Burgberges abgebaut wurde, untergeordnet sind Starhembergkalk, Gosausandstein und -konglomerat) Wöllersdorfer Leithakalk, Lindabrunner Konglomerat, Leithakalksandstein und Kalktuff zu beobachten.

Das hochmittelalterliche Mauerwerk der Ringmauer besteht durchwegs aus Quadern von mittlerem bis kleinem Format, wobei durch bewußte Formatwahl der meist querrechteckigen Quadern einheitlich durchlaufende Lagerfugen angestrebt wurden. Sofern Fugensprünge dennoch auftraten, wurden diese durch übergreifende Quaderlagen und »vierungsartige« Füllstücke an die nächsten Quaderlagen angeglichen. Zur Erzielung eines regulären Verbandes mit versetzten Stoßfugen treten vereinzelt hochkant, also nicht lagerhaft verlegte Ausgleichsstücke auf. Im Durchschnitt fallen vier Quaderlagen auf 1m Bauhöhe, was annähernd den mittleren Arbeitshöhen entsprechen dürfte. Die Quader sind an den Sichtflächen sorgfältig mit dem Steinhammer zugerichtet, vereinzelt sind auch Spuren des Spitzeisens zu erkennen; ein Randschlag konnte nirgends nachgewiesen werden.

Zeitgleiches Quadermauerwerk - wie etwa jenes der Burgkapelle von Liechtenstein aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts -liegt mit seinen geflächten Quadern qualitätsmäßig höher, doch standen in Starhemberg die Materialeigenschaften des fast ausschließlich verwendeten Dachsteinkalks einer Feinbearbeitung entgegen. Dieser stellt für die steinmetzmäßige Bearbeitung aufgrund seiner Härte und Zähigkeit besondere Herausforderungen an Handwerkstechnik und Steinmetzwerkzeug.

An einigen vor der Abwitterung geschützten Stellen im Inneren dieser ältesten Teile der Burg hat sich noch der ursprüngliche Verschlußmörtel der Stoß- und Lagerfugen erhalten, der einst das steinsichtige Quadermauerwerk mit einem dekorativen Fugennetz akzentuierte. Wie jedes Quadermauerwerk ist auch das der Burg Starhemberg als Schalenmauerwerk ausgeführt. Aufschlüsse über die Binnenstruktur ergeben sich an Fehlstellen der Innenfläche. Hier ist zu erkennen, daß die Bruchsteinfülle der Mauerspeise gleiche »Schichthöhen« wie jene der Quaderschale aufweist. Die Mauerfülle wurde demnach nicht erst nach Aufbau einiger Quaderlagen quasi in die so entstandene Schalung hineingegossen, sondern sorgfältig Schicht für Schicht mit der Außenschale hochgezogen.

Der prinzipielle Aufbau der hochmittelalterlichen Binnenmauern folgt jenem der Ringmauer, allerdings mit zwei Abweichungen, wie etwa die ältere Rückwand im Bereich der Küche zeigt. Einerseits herrscht jetzt ein kleinteiligeres Quadergefüge vor - auf 1 m Bauhöhe fallen fünf Schichten an -, andererseits werden Schichtsprünge durch leicht schräg verkantete Quaderstücke vermieden, eine Technik, die letztlich an das »opus spicatum« (Fischgrätverband) beim Bruchsteinmauerwerk erinnert. Bedingt durch das meist würfelige Quaderformat kommt es häufiger zu durchlaufenden Stoßfugen als beim Verband der Ringmauer.

Daß beide Varianten des Quadermauerwerks der Zeitstufe des 12. Jahrhunderts angehören, läßt sich an der Rundkapelle im ehemaligen Vorfeld der hochmittelalterlichen Burg nachweisen, wo die Synthese der Mauerstruktur vollzogen wurde. Das älteste Quadermauerwerk der Burg Starhemberg belegt, daß die Bautechnik einerseits von zeitspezifischen Faktoren abhängig ist (Quaderverband, Fugennetz), andererseits von materialtechnischen Aspekten (Format und Bearbeitung), Im Zuge des Ausbaues der Burg unter Herzog Friedrich II. kommt es bereits zur Verwendung von hammerechtem Bruchsteinmauerwerk.

Im ausgehenden Spätmittelalter und beim Umbau bzw. der Erweiterung der Burg im 16. Jahrhundert herrscht das material- und bautechnisch unproblematische Bruchsteinmauerwerk vor. Zusätzlich zum weiterhin den Großteil der Baumassen bestimmenden Dachsteinkalk gelangen dünnschichtige, plattige Gesteine zur Anwendung, die für eine Quaderherstellung ungeeignet sind (Starhembergkalk,Gosausandsteine). So zeigen etwa die Rondelle im Bereich des Turnierplatzes ein Bruchsteingefüge, das aus relativ großen und unregelmäßigen Blöcken besteht, die kaum mehr durchlaufende Lagerfugen ausbilden. Charakteristisch für dieses Mauerwerk sind die mit kleinen Bruchsteinen ausgezwickten Lager- und Stoßfugen. Im Gegensatz etwa zum Zwickelmauerwerk des 13. Jahrhunderts, das in der Regel in den Stoßfugen keine durchgehenden Zwickelsteine verwendet, werden so die großen Blöcke gleichsam in einem »Zwickelnetz« verspannt. Fensterbögen werden mit Ziegeln, Gosausandsteinen oder Kalktuff gemauert.

Deutlicher noch ist diese Mauerwerkstechnik an den jüngeren Teilen der Küche - eine Rückwand gehört ja, wie oben angeführt, dem hochmittelalterlichen Bestand an - zu erkennen. Hier werden teilweise sogar Quader (Spolien?) in dieser Art vermauert. Die Wahl dieser »Netzmauertechnik« liegt zweifellos in der Bauökonomie begründet, erlaubt doch die Verwendung großformatiger Bruchsteinblöcke ein rasches Aufrichten der Mauern, wobei durch den Wegfall einer auch nur groben Zurichtung der anfallenden Blöcke auf gleiche Formate und die Anpassung mit Zwickelsteinen im Mauerverband der Zeitaufwand minimiert wird.

Bei der Küche kommt weiters die ab dem Spätmittelalter bereits voll ausgebildete Materialdifferenzierung zum Tragen, wie etwa die Beispiele des Portals - der Sturz besteht aus Wöllersdorfer Leithakalk, die Pfosten aus jungtertiärem Konglomerat - und der Kalktuffsteinpyramide des Schornsteinaufsatzes zeigen. Dieses Material eignet sich aufgrund der sehr geringen Rohdichte, der leichten Bearbeitbarkeit und der doch ausreichenden Festigkeit hervorragend für Gewölbe und Kuppeln, die aus statischen Gründen in Leichtbauweise errichtet wurden.

Für Binnenmauern und Neu- bauten der Renaissancetrakte verwendete man in Starhemberg Mischmauerwerk (Ziegel, Dach- steinkalk,Starhembergkalk, Gosausandsteine, Gosaukon- glomerate,Kalktuff). Der Ziegel- anteil ist etwa im Vergleich zum barocken Mischmauerwerk zumindest in Starhemberg relativ gering. Man scheint dieses Material, das offen- sichtlich nicht in unmittelbarer Nähe hergestellt werden konnte, in großem Ausmaß nur für Gewölbe- und Gewändekonstruktionen verwendet zu haben. So findet sich im Mischmauerwerk der Renaissancetrakte kaum ein voll erhaltenes Format. Die Bruchsteine sind annähernd in Schichtkompartimenten von durchschnittlich 50 cm verlegt, wobei man aufgrund des einheitlichen und kleinen Formats der Steine nahezu ohne Auszwickungen auskommt. Dieses neuzeitliche Mauerwerk besitzt keinen bewußt gestalteten und auf Sicht berechneten Oberflächencharakter, es gehört bereits zur Gruppe des nachmittelalterlichen Verputzmauerwerks.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Kastelle des Donau-Iller-Rhein-Limes

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Josef Hohl (Hrsg.): Lokalhistorische Texte: Regensburg. Lindauer, München 1982, ISBN 3-87488-904-1, S. 30.
  2. Xavier Delamarre: Dictionnaire de la langue gauloise. éditions errance 2003.
  3. F.v.Reitzenstein, 2006, S. 224-225