Bessy (Comic)

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Bessy war eine zuerst in Belgien veröffentlichte, dann vom (west)deutschen Bastei-Verlag zwischen 1965 und 1985 herausgegebene Abenteuer-Comicserie um die namensgebende Collie-Hündin Bessy als Begleiterin ihres menschlichen „Besitzers“ Andy. Die – abgesehen von verschiedenen Spezial- und Sonderausgaben – in der Regel wöchentlich herausgegebenen in ihren Einzelheften bei der Handlung in sich abgeschlossenen Geschichten sind im Milieu des Wilden Westens angesiedelt.[1]

Schöpfer der Serie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie wurde vom Studio des belgischen Comiczeichners Willy Vandersteen gestaltet.[1] Neben Vandersteen, der das Konzept 1952 entwickelt hatte,[2] war der in seinem Studio angestellte Zeichner Karel Verschuere wesentlich an der Gestaltung der Comics beteiligt, sodass beide unter dem gemeinsamen Pseudonym Wirel (Willy und Karel) veröffentlichten.[3] Unterstützt wurden sie dabei unter anderem von Frank Sels.[2] Die durchgehend farbig gezeichneten Abenteuer der Hündin Bessy und ihres Herrchens Andy Cayoon waren realistisch gezeichnet. Zwischen 1965 (ab Heft 2) und 1979 zeichnete Klaus Dill die Titelbilder.[4][5]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Comic wurde 1952 zuerst in der belgischen Zeitung La Libre Belgique veröffentlicht. Der Bastei-Verlag veröffentlichte Bessy zunächst in der Kinder-Zeitschrift Pony, nach deren Einstellung dann in der ebenfalls verlagszugehörigen Comiczeitschrift Felix. Dabei wich der Verlag von der Erscheinungsreihenfolge des Originalmaterials ab und sparte insbesondere die Anfangsgeschichten, in denen Andys Familie vorgestellt wurde, aus. Da seitens Bastei die Nachfrage nach den Geschichten sehr groß war und das Studio Vandersteen anfangs die Nachfrage nicht bedienen konnte, wurden die von Verschuere gezeichneten Karl-May-Geschichten umgearbeitet und im deutschsprachigen Markt als Bessy-Geschichten verkauft. So erhielt Old Shatterhand das Gesicht von Andy, während Bessy den Zeichnungen nachträglich zugefügt wurde. Dementsprechend spielte der Charakter Bessy in diesen Geschichten nur eine untergeordnete Rolle.

Ab 1965 erschienen die Geschichten als eigenständiges Heft, das um einen redaktionellen Teil, in dem unter anderem weitere Verlagsprodukte des Bastei-Verlags beworben wurden, erweitert wurde. Die Startauflage betrug 220.000 Exemplare. Der Erscheinungsrhythmus war zuerst vierwöchentlich, wurde aber schon mit Heft Nummer 6 auf zweiwöchentlich umgestellt. Ab Heft Nummer 58 erschien Bessy wöchentlich. Bis 1985 wurden 992 Hefte veröffentlicht,[1][2] dazu kamen Taschenbücher, Doppel- und Sammelbände. Ältere Abenteuer von Bessy wurden in den Jahren 1976 bis 1980 neu aufgelegt.[6] Unter dem Titel Bessy Classic erschienen in den Verlagen Hutterer & Förster und Hethke in den 1980er und 1990er Jahren Neuauflagen alter Abenteuer.[7][8]

In den Jahren 1986 bis 1988 brachte der Bastei-Verlag eine Alben-Serie unter dem Titel Bessy - Rettung für die bedrohten Tiere heraus.[9] Darin sind Andy und Bessy zusammen mit der Fotografin Aneka als Journalisten im Auftrag einer Umweltschutzorganisation unterwegs. Die Reihe umfasste sieben Bände. Eine vierteilige Serie als großformatige Hefte unter dem Titel Bessy - Die Abenteuer der Naturschützer über dasselbe Trio schloss sich an. Spielten die ursprünglichen Bessy-Geschichten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, so sind die Geschehnisse von Bessy - Rettung für die bedrohten Tiere und Bessy - Die Abenteuer der Naturschützer in der Gegenwart angesiedelt.

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1973 produzierte das Label Europa Hörspielfassungen der Bessy-Abenteuer Die Dynamit-Falle und Der Gesetzlose, die auf Langspielplatte erschienen.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Dolle-Weinkauff: Comics - Geschichte einer populären Literaturform in Deutschland seit 1945. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1990, ISBN 3-407-56521-6, S. 177–184.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Bessy im Bastei-Verlag auf comicguide.de, abgerufen am 25. August 2009
  2. a b c Marcel Feige: Das kleine Comic-Lexikon. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-544-9, S. 87
  3. Karel Verschuere auf lambiek.net (englisch), abgerufen am 25. August 2009
  4. Günther Polland: 1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog, 2010 S. 32 ff.
  5. Artikel zum Tod von Klaus Dill in: Sprechblase Nr. 172, 2000, S. 56 ff.
  6. Bessy (2. Auflage) im Bastei-Verlag auf comicguide.de, abgerufen am 25. August 2009
  7. Bessy Classic auf comicguide.de, abgerufen am 25. August 2009
  8. Bessy Classic (Fortsetzung) auf comicguide.de, abgerufen am 25. August 2009
  9. Bessy - Rettung für die bedrohten Tiere auf comicguide.de, abgerufen am 24. September 2013
  10. Serie Bessy auf hoerspielland.de, abgerufen am 1. Februar 2016