Blue Box (Phreaking)

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Diese Blue Box gehörte einmal Steve Wozniak, dem Mitbegründer von Apple, und ist im Computer History Museum ausgestellt.

Eine Blue Box ist eine elektronische Schaltung, mit der ein 2600-Hertz-Ton produziert werden kann. Dieser Ton wurde von CCITT-v5-kompatiblen Vermittlungsstellen (z. B. in den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich) benutzt, um sich untereinander Gesprächsweiterleitungen anzuzeigen. Beim Phreaking wurden damit kostenlose Telefonate erschlichen. Modernere Vermittlungstechnik lässt das Blue Boxing nicht mehr zu.

Entdeckt wurde das Blue Boxing von Josef Carl Engressia (genannt Joybubbles). Engressia entdeckte durch Zufall, dass er durch Pfeifen eines viergestrichenen E (e4) kostenlose Telefonate führen konnte. Dieser Ton wurde von der damaligen Telefongesellschaft AT&T in den 1960er Jahren benutzt, um die Leitungsbelegung zu regeln. Der Bastler John T. Draper erweiterte die Methode mit eigenen Kenntnissen stark und machte daraus unbewusst eine Subkultur des Hackens. John T. Draper nannte sich später Captain Crunch, weil der 2600-Hz-Ton auch mit einer Plastikpfeife aus einer Tüte Cap’n-Crunch-Frühstücksflocken erzeugt werden konnte. Draper wurde kurz darauf vom FBI verhaftet und in der Folge zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Wählt man eine Telefonnummer, die an der gleichen Vermittlungsstelle (OVSt) wie das eigene Telefon angeschlossen ist, wird die Verbindung direkt hergestellt (Ortsgespräch). Beim Wählen einer Telefonnummer, die außerhalb des eigenen Vermittlungsbereichs liegt (wofür die Vorwahl benötigt wird), muss die eigene Ortsvermittlungsstelle der anderen Ortsvermittlungsstelle anzeigen, dass ein Verbindungswunsch vorliegt (Ferngespräch), und die gewünschte Zielnummer mitteilen. Dies geschah in früheren Zeiten zunächst mithilfe von 2600-Hz-Impulsen, später mit Mehrfrequenztönen (ähnlich den DTMF-Tönen eines Tastentelefons), die über eine Fernleitung zur entfernten Vermittlungsstelle übertragen wurden.

Die Bluebox machte sich zunutze, dass die Steuersignale – aufgrund des begrenzten zur Verfügung stehenden Frequenzbereichs – auch auf dem Sprachkanal übertragen wurden. Dadurch war es möglich, diese Töne auch von einem gewöhnlichen Telefon aus zu senden und so eine Verbindung zwischen zwei Vermittlungsstellen zu steuern. Zunächst erzeugte man mit der Bluebox einen 2600-Hz-Ton, um eine freie Fernleitung zu bekommen. Danach wählte man mit 2600-Hz-Impulsen die gewünschte Telefonnummer (das Prinzip war ähnlich der Impulswahl, nur mit Tönen). Dadurch konnte der Gebührenzähler der eigenen Vermittlungsstelle umgangen wurde, da dieser nur „normal“ gewählte Gespräche erfassen konnte.

Nachdem die Signalisierung zwischen den Ortsvermittlungsstellen auf ein Mehrfrequenzverfahren umgestellt worden war, baute Draper sogenannte Multi-Frequenz-Geräte, mit denen er die benötigten unterschiedlichen Töne generieren konnte. Diese Geräte wurden zunächst MF-Boxen genannt. Die Bezeichnung Blue Box entstand angeblich, als Draper eine der ersten MF-Boxen dem blinden Jungen Joe schenkte und der die Farbe des Geräts wissen wollte. Weil Draper den Frequenzgenerator in eine alte blaue Kiste eingebaut hatte, nannte Joe das Gerät Blue Box. Später setzte sich der Begriff Blue Box auch als Bezeichnung für die Methode selbst durch und wurde weltweit als Blueboxing bekannt.

Neben der Blue Box gab es später noch eine ganze Reihe anderer sogenannter Color Boxes. So gab es die Red Box, mit der man kostenlos aus Telefonzellen telefonieren konnte, indem sie die Töne nachahmte, die auf den Münzeinwurf folgen. Weitere Geräte waren die Aqua Box, die Telefonrückverfolgungen störte, und die Rock Box, die benutzt wurde, um Musik durch das Telefonnetz zu übertragen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]