Brackel (deutschbaltisches Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen derer von Brackel

Brackel, auch Brakel ist der Name eines alten deutsch-baltischen Adelsgeschlechts. Zweige der Familie bestehen bis heute fort.

Herkunft und Ausbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammvater der baltischen Brackel war Heinricus de Brakele, welcher in den Jahren 1225–1248 als Ritter und Vasall des Bistums Ösel-Wiek urkundlich genannt wurde.[1]

Sein mutmaßlicher Sohn Sifridus de Brakele, urkundlich genannt in den Jahren 1270–1283, stand als Hauptmann von Reval in dänischen Diensten. In der Folgezeit zählten die Herren von Brackel zu den wohlhabendsten und angesehensten Geschlechtern im dänischen Estland, als auch in den Stiften Dorpat und Ösel-Wiek.[2] Die durchgängig belegte Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Clawes de Brakele, urkundlich genannt in den Jahren 1353–1385, Stiftsvogt von Dorpat und Vasall des Erzbistums Riga.[1]

Die im 16. Jahrhundert gestiftete kurländische Linie immatrikulierte sich 1841 bei der kurländischen Ritterschaft (Nr. 140). Diese Linie fand mit dem königlich bayrische Oberst Heinrich Rudolph von Brackel (* 1790; † nach 1848), der am 1836 in den bayrischen Freiherrenstand gehoben wurde, ihren Ausgang.[1][3]

Die im 17. Jahrhundert durch den königlich schwedischen Oberst Georg Anton von Brackel (* 1627; ⚔ 1686) gestiftete schwedische und finnische Linie erhielt 1756 die schwedische Adelsnaturalisation und wurde in Adelsklasse der schwedischen Ritterschaft introduziert (Nr. 1979). 1818 erfolgte die Introduktion bei der Adelsklasse der finnischen Ritterschaft (Nr. 129). Anfang des 20. Jahrhunderts ist auch diese Linie erloschen.[3]

1742 immatrikulierte sich die Familie bei der livländischen Ritterschaft (Nr. 12). Einzig diese Linie hat bis in die Gegenwart Bestand.[1]

Wappen derer von Brackel im „Wappenbuch des Westfälischen Adels“

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im silbernen Schild ein vorwärts-gestellter, gekrönter, natürlicher Hirschkopf, ohne Kragen mit herausgeschlagener Zunge. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein natürliches Hirschgeweih.

Nach dem Wappenbuch des westfälischen Adels soll das Geschlecht aus Westfalen stammen, dort zeigt das Wappen in Gold einen roten Hirschkopf von vorne. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken der Hirschkopf.[4]

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brakel (Adelsgeschlecht)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter v. Brackel: Das Geschlecht von Brackel. Eine Untersuchung über den Ursprung und die Geschichte der baltischen Familie v. Brackel mit Stammtafeln, Ahnentafeln, Verwandtschaftstafeln, Familien-Statistik sowie speziellen Exkursen und Darstellungen der Zeitgeschichte. 4 Bände, Bad Honnef 2004
  • Peter v. Brackel: Das Geschlecht von Brackel. Stammtafeln über die Linien in Westfalen und im Baltikum mit 3 zusätzlichen Exkursen. Sonderheft der Baltische Ahnen- und Stammtafeln. Band 23, Hamburg 1999
  • Tor Carpelan (Hrsg.): Ättartavlor för de på Finlands Riddarhus inskrivna ätterna. Band I, Helsingfors 1954.
  • Gustaf Elgenstierna: Den introducerade svenska adelns ättartavlor Bd I, S. 561 ff., Stockholm 1925 (Stammreihe u. ältere Genealogie)
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band II, Band 58 der Gesamtreihe, S. 49, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1974, ISSN 0435-2408
  • Genealogisches Handbuch der Baltischen Ritterschaften. (Neue Folge), Hamburg 2012, Bd. 2, S. 53–131
  • Genealogisches Handbuch der oeselschen Ritterschaft, 1935, S. 652–654
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adligen Häuser (A) Gotha 1928 (Stammreihe u. ältere Genealogie), 1932 (Stammreihe), 1937–1941 (Fortsetzungen)
  • Astaf von Transehe-Roseneck: Genealogisches Handbuch der livländischen Ritterschaft. Teil 1, Band 1, Görlitz 1929, S. 73–80

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Adelslexikon Limburg (Lahn) 1974, Band II, S. 49.
  2. Genealogisches Handbuch der livländischen Ritterschaft. S. 74.
  3. a b Peter v. Brackel: Das Geschlecht von Brackel. Hamburg 1999.
  4. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, Band 1, Görlitz 1901, S. 136.