Britische Besetzung Islands

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Britische Invasionsziele in Island (blaue mögliche Luftlandeplätze, Rot Häfen)

Die Britische Besetzung Islands erfolgte durch die Royal Navy und die Royal Marines am 10. Mai 1940 während des Zweiten Weltkriegs. Die Invasion unter dem Decknamen Operation Fork wurde durchgeführt, da die britische Regierung befürchtete, dass die Insel von den Deutschen genutzt werden könnte, die kürzlich Dänemark (Island war damals Teil Dänemarks) überrannt hatten. Die isländische Regierung protestierte mit der Begründung, dass ihre Neutralität und ihre Unabhängigkeit offenkundig verletzt worden seien.

Zu Beginn des Krieges führte Großbritannien strenge Exportkontrollen für isländische Waren ein, wodurch profitable Lieferungen nach Deutschland im Rahmen der Seeblockade verhindert wurden. Das Vereinigte Königreich bot Island Hilfe an und bemühte sich um Zusammenarbeit, doch Reykjavík lehnte ab und bekräftigte seine Neutralität. Die deutsche diplomatische Präsenz in Island (Generalkonsul Werner Gerlach) sowie die strategische Bedeutung der Insel alarmierten die britische Regierung.

Robert Sturges (Foto 1944)

Nachdem die isländische Regierung nicht überredet worden war, sich den Alliierten anzuschließen, marschierte Großbritannien am Morgen des 10. Mai 1940 ein. Die erste Truppe von 746 Royal Marines unter dem Kommando von Oberst Robert Sturges (1891–1970) schiffte in der Hauptstadt Reykjavík aus. Die Truppen stießen auf keinen Widerstand und versuchten schnell, Kommunikationsnetze zu deaktivieren, strategische Standorte zu sichern und deutsche Staatsbürger zu verhaften. Die Truppen zogen nach Hvalfjörður, Kaldaðarnes, Sandskeið und Akranes, um potenzielle Landeplätze gegen einen möglichen deutschen Gegenangriff zu sichern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Donald F. Bittner: The Lion and the White Falcon – Britain and Iceland in the World War II Era. Archon Books, Hamden 1983, ISBN 0-208-01956-1.
  • Gunnar Karlsson: Iceland’s 1100 Years: History of a Marginal Society. Hurst, London 2000, ISBN 1-85065-420-4.
  • James Miller: The North Atlantic Front: Orkney, Shetland, Faroe and Iceland at War. Birlinn, Edinburgh 2003, ISBN 1-84341-011-7.
  • Þór Whitehead: Milli vonar og ótta: Ísland í síðari heimsstyrjöld. Vaka-Helgafell, Reykjavík 1995, ISBN 9979-2-0317-X.
  • Ders.: Bretarnir koma: Ísland í síðari heimsstyrjöld. Vaka-Helgafell, Reykjavík 1999, ISBN 9979-2-1435-X.