Bundestierärztekammer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bundestierärztekammer
(Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tierärztekammern e. V.)
(BTK)
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1954
Sitz Berlin
Vorläufer Deutsche Tierärzteschaft
Zweck Berufsvertretung aller Tierärzte in Deutschland
Vorsitz Uwe Tiedemann
Geschäftsführung Katharina Freytag
Mitglieder 17 Landestierärztekammern mit 41.341 Tierärzten (2017)
Website www.bundestieraerztekammer.de

Die Bundestierärztekammer (BTK, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tierärztekammern e. V.) wurde 1954 unter dem Namen „Deutsche Tierärzteschaft“ gegründet. Sie ist ein Dachverband, d. h. ihre Mitglieder sind juristische Personen, nicht jedoch die zurzeit rund 37.000 individuellen Tierärzte in der Bundesrepublik Deutschland. 1994 wurde der Verband in „Bundestierärztekammer“ umbenannt. Sitz des Vereins ist in Berlin.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder sind Körperschaften des öffentlichen Rechts – dies sind die Tierärztekammern, die aufgrund von Landesgesetzen in den Bundesländern gebildet werden. Körperschaften des privaten Rechts sind als Beobachter am Dachverband beteiligt – dies sind eingetragene und nicht eingetragene Vereine, in denen sich Tierärzte verschiedener Berufszweige zusammengeschlossen haben.

Die BTK selbst ist ebenfalls eine Körperschaft des privaten Rechts (eingetragener Verein); dies bedeutet, dass die Mitgliedschaft in der BTK freiwillig ist. Sie hat 17 Tierärztekammern als Mitglieder, elf Berufsverbände und -gemeinschaften haben Beobachterstatus.

Weil für alle Tierärzte eine Pflichtmitgliedschaft in den Tierärztekammern besteht, ist die BTK als deren Dachverband die bundesweite Vertretung der Angehörigen aller tierärztlichen Berufsfelder.[1]

Organe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Delegiertenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mindestens zweimal jährlich finden Delegiertenversammlungen statt, zu denen etwa 60 Delegierte der Mitgliedsorganisationen und bis zu drei Vertreter jeder Organisation mit Beobachterstatus zusammentreten, um die wichtigsten, den gesamten Berufsstand betreffenden Themen zu erörtern.

Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BTK wird von ihrem Präsidenten geleitet und nach außen vertreten. Präsident, zwei Vizepräsidenten und vier Ressortverantwortliche bilden das Präsidium, den vereinsrechtlich verantwortlichen Vorstand, der von der Delegiertenversammlung auf vier Jahre gewählt wird.

Die vier Ressortverantwortlichen sind für verschiedene Berufsbereiche zuständig:

  • Praktische Berufsausübung
  • Öffentliches Veterinärwesen und gesundheitlicher Verbraucherschutz
  • Aus-, Fort- und Weiterbildung, Forschung und Industrie
  • Internationale Angelegenheiten

Erweitertes Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Erweiterte Präsidium besteht aus den Präsidenten der Landestierärztekammern und dem BTK-Präsidium. Es hat die Aufgabe, die Angelegenheiten der Mitglieder zu beraten, insbesondere die Kammerordnungen (z. B. Berufs-, Weiterbildungsordnungen) zu harmonisieren. Zwischen den Delegiertenversammlungen berät das Erweiterte Präsidium alle Angelegenheiten der BTK und erarbeitet Beschlussvorlagen für die Delegiertenversammlungen.

Beobachterstatus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tierärztliche Vereinigungen können einen Beobachterstatus bei der Bundestierärztekammer beantragen. Derzeit haben Beobachterstatus:

Tierärzte in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 31. Dezember 2017 waren in Deutschland 41.431 Tierärztinnen und Tierärzte bei den Tierärztekammern gemeldet. Davon übten 30.302 ihren Beruf in Deutschland und 448 im Ausland aus. Von diesen waren 11.976 Tierärzte im Bereich Praxis tätig. Im öffentlichen Dienst gab es 1.555 beamtete Tierärzte und 4712 im Angestelltenverhältnis, zusammen 6267 Personen. Weitere Tierärzte waren in der Industrie, bei der Bundeswehr und in anderen tierärztlichen Tätigkeiten beschäftigt.[2]

Akademie für tierärztliche Fortbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) ist Teil der Bundestierärztekammer und richtet selbst oder zusammen mit anderen Trägern wie der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG), dem Bundesverband praktizierender Tierärzte (BpT), dem Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) oder der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin (GGTM) Fortbildungsveranstaltungen aus, koordiniert Veranstaltungen oder fördert sie finanziell.

Sie arbeitet eng mit der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG), den Tierärztekammern der Länder und den tierärztlichen Berufsverbänden zusammen. Sie ist Mitglied in der Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Dachorganisation von 47 Veterinärverbänden aus 39 europäischen Ländern.

Der grüne Heinrich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Initiator der (Wieder-)Gründung des Deutschen Tierärzteblattes, Heinrich Geddert, übernahm von 1953 bis 1961 auch die Redaktion unter Mithilfe des Büros der Tierärztekammer Niedersachsen. Von Anfang an erhielt das Deutsche Tierärzteblatt einen grünen Einband. Seither wird das Deutsche Tierärzteblatt bis heute im Fachjargon liebevoll-spöttisch „Grüner Heinrich“ nach der Farbe seines Äußeren und dem Vornamen seines ersten Schriftleiters genannt. Alle approbierten Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland erhalten monatlich das Deutsche Tierärzteblatt in einer verbreiteten Auflage von derzeit etwa 42.000 Exemplaren. Inhaltlich stehen berufs- und standespolitische Themen im Fokus. Darüber hinaus bietet es umfangreiche Informationen zu Fortbildungsangeboten für Tiermediziner und Tiermedizinische Fachangestellte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Struktur der BTK. Abgerufen am 9. März 2019.
  2. Zentrale Tierärztedatei, erschienen im Deutschen Tierärzteblatt 6/2018 S. 786-79