Burg Gröneburg

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Burg Gröneburg
Alternativname(n): Grönenburg
Entstehungszeit: 1246 bis 1251
Burgentyp: Niederungsburg, Motte
Erhaltungszustand: Burgstall, Burghügel
Ort: Melle
Geographische Lage 52° 12′ 18,6″ N, 8° 19′ 40,3″ OKoordinaten: 52° 12′ 18,6″ N, 8° 19′ 40,3″ O
Burg Gröneburg (Niedersachsen)
Burg Gröneburg

Die Burg Gröneburg, auch Grönenburg genannt, ist eine abgegangene Turmhügelburg (Motte) im Grönenbergpark in der Stadt Melle im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen.

Die Turmhügelburg wurde von 1241 bis 1251 als Stiftsburg gegründet und wurde 1574 bis auf den Burgturm abgebrochen, der dann bis 1771 als Gefängnis diente. 1838 soll der Rest eingeebnet worden sein.

Bei der Burganlage in einem ehemaligen Sumpfgelände handelte es sich um eine von einem doppelten Wall- und Grabensystem umgebene zweiteilige Mottenanlage, deren Wassergräben mit vorgelagerten kleinen Bodenwällen vom Wasser der Else gespeist wurde. Die Kernburg befand sich auf dem heute noch erhaltenen 5 Meter hohen Burghügel mit einem Durchmesser von 33 Meter.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gröneburg liegt im heutigen Stadtzentrum von Melle, etwa 25 km östlich von Osnabrück und 25 km nordwestlich von Bielefeld entfernt. In etwa 100 Meter Entfernung fließt nördlich der ehemaligen Burganlage der Fluss Else in einer Tallage zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald (Osning).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Meller Burgleute
Die Gröneburg, Wappen des ehemaligen Landkreises Melle

Bischof Engelbert von Osnabrück ließ die Landesburg Gröneberg zum Schutz und als Sicherungsmaßnahme für das Hochstift Osnabrück errichten. 65 gewappnete Ritter sorgten für die Sicherheit der Burg und die in der Nähe verlaufende Stiftsgrenze. Am St. Martinstags, dem 11. November, versammelte der Bischof jährlich seine Burgmänner auf der Gröneburg und trank mit ihnen den Burgmannswein, der aus der Stiftskasse gezahlt wurde. Die Burg wurde zum Verwaltungsmittelpunkt als die Ämterordnung von 1553 eine Neuregelung der Zuständigkeiten brachte.

Ihre militärische Bedeutung war infolge der politischen Veränderungen, besonders nach dem Dreißigjährigen Krieg geschwunden. Die Gebäude verfielen im Laufe der Zeit und der Grafenturm wurde 1771 gesprengt. Die Befestigung der bei der Burg gelegenen Stadt Melle war bereits Mitte des 12. Jahrhunderts stark ausgebaut. Sie bestand aus einem Meter dicken Mauern, vorspringenden Türmen und einem Graben. Die befestigte Wallanlage ermöglichte es, 1299 die Belagerung von Simon von der Lippe erfolgreich abzuwehren. Als Dank für die treue Gefolgschaft wurde dem Ort Melle schon 1316 eine Verfassung verliehen. Weitere Überfälle, Brandschatzungen und Plünderungen folgten 1449 und 1451. [1]

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Burghügel liegt inmitten des heutigen Grönenbergparks, ein Naherholungsgebiet in dem die Landesturnschule von Niedersachsen und das Grönegaumuseum ihren Sitz haben. Auf dem früheren Burggelände befindet sich ein von einer ringförmigen Mauer eingefasstes Kriegerdenkmal, das durch eine weitläufige Sandsteintreppe zu erreichen ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatverein Melle (Hrsg.): Grönenberger Heimathefte. Rittersitze und Edelhöfe im Grönegau. Heft 11, Melle 1967.
  • Landkreis Melle (Hrsg.): Der Grönegau in Vergangenheit und Gegenwart. Heimatbuch des Landkreises Melle. Fromm, Osnabrück 1968.
  • Edgar Schroeder (Hrsg.): Melle in acht Jahrhunderten. Ernst Knoth, Melle 1969.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edgar Schroeder (Hrsg.): Melle in acht Jahrhunderten. Ernst Knoth, Melle 1969.