Burg Hohenwittlingen

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Burg Hohenwittlingen
Innenseite der Schildmauer (1996)

Innenseite der Schildmauer (1996)

Alternativname(n): Wittlingen
Entstehungszeit: 1000 bis 1100
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Umfassungsmauern
Ständische Stellung: Adlige, Grafen, Klerikale
Ort: Bad Urach-Wittlingen
Geographische Lage 48° 28′ 9,1″ N, 9° 25′ 26″ OKoordinaten: 48° 28′ 9,1″ N, 9° 25′ 26″ O
Höhe: 677 m ü. NN
Burg Hohenwittlingen (Baden-Württemberg)
Burg Hohenwittlingen

Die Burg Hohenwittlingen, auch Wittlingen genannt, ist die Ruine einer Spornburg über der Erms auf einem 667 m ü. NN hohen Bergvorsprung bei dem Ortsteil Wittlingen der Stadt Bad Urach im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg wurde von dem Ritter Burkhard von Wittlingen Anfang des 11. Jahrhunderts erbaut, und 1189/90 wird ein Burkhard de Witlingin urkundlich erwähnt. Die Besitzer waren die Grafen von Achalm-Urach, 1100 das Kloster Zwiefalten und 1251 die Grafen von Württemberg.

Noch im 16. Jahrhundert saß ein Burgvogt auf Hohenwittlingen, der gleichzeitig die Funktion eines Forstknechts innehatte. Im Jahr 1548 bot die Burg dem württembergischen Reformator Johannes Brenz Schutz. Dieser war auf der Flucht vor den Soldaten Karls V. Der Kaiser hatte damals das evangelische Hall besetzen lassen, um das von ihm erlassene Religionsgesetz durchzusetzen.

Von 1560 bis 1617 wurden Täufer - die Hutterer u. a. Paul Glock und Matthias Binder - auf Grund ihrer Glaubenseinstellung auf Hohenwittlingen gefangen gehalten.[1]

1576 richtete ein Brand schwere Schäden an, die nur teilweise beseitigt wurden. Trotzdem erhielt die Burg gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs eine württembergische Garnison, die zum Stützpunkt der Musketiere wurde, die in den Ämtern Polizeidienst verrichten mussten, um die Landbevölkerung zu schützen (siehe hierzu auch: Elenhans). Hohenwittlingen und Hohenneuffen (ab 1639 wieder württembergisch), wurden somit zum Widerpart des benachbarten Hohenurach, der von bayerischen Truppen gehalten wurde. Nach Kriegsende war die Burg Gefängnis für Wilderer und andere Bösewichte und zerfiel.

Bis ins 18. Jahrhundert diente die aufgelassene Burg noch den Wittlinger Bauern als Schutz vor feindlichen Truppen. Es heißt, die Wittlinger sollen ihr Vieh so abgerichtet haben, dass sie selbst zur Burg fanden.[2]

Von der ehemaligen Burganlage, die über eine Vorburg, eine Kernburg mit Palas, eine Schildmauer, einen Zwinger und einen Halsgraben verfügte, sind noch die Umfassungsmauern erhalten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb, Band 4 – Alb Mitte-Nord: Wandern und entdecken zwischen Aichelberg und Reutlingen. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach an der Riß 1991, ISBN 3-924489-58-0, S. 229–236.
  • Alexander Antonow: Burgen des südwestdeutschen Raums im 13. und 14. Jahrhundert - unter besonderer Berücksichtigung der Schildmauer. Verlag Konkordia, Bühl/Baden 1977, ISBN 3-7826-0040-1, S. 278–280.
  • Max Miller, Gerhard Taddey: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 6. Baden-Württemberg. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1965.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel vom 19. November 2013, Südwestpresse: Hutterer auf dem Hohenwittlingen.
  2. Die Landesherrliche Burgen in Wirtemberg im 15. und 16. Jahrhundert von Hans Martin Maurer. Stuttgart, 1958.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Hohenwittlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien