Burgstelle Rudolfstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rudolfstein

Lageplan

Staat Deutschland
Ort Eisenach
Entstehungszeit um 1247
Burgentyp Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand Burgstall, bearb. Felspartien, Wall und Graben
Ständische Stellung Adel
Geographische Lage 50° 57′ N, 10° 19′ OKoordinaten: 50° 57′ 24″ N, 10° 18′ 44″ O
Höhenlage 325 m ü. NN
Burgstelle Rudolfstein (Thüringen)

Die Burg Rudolfstein ist eine abgegangene Spornburg auf 325 m ü. NN benannt nach Rudolf Schenk von Vargula, einem der angesehensten Thüringer Ritter und Hofbeamten (Mundschenk) der Thüringer Landgrafen. Die Burg ist ein Bodendenkmal im südlichen Stadtgebiet von Eisenach; sie befindet sich auf einem markanten Felsvorsprung ca. 1500 m südöstlich der Wartburg über der sogenannten „Milchkammer“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg (1247–1263) fanden ab 1260 bis Januar 1262 Kampfhandlungen um die Wartburg und den Besitz der Stadt Eisenach statt. Auf der Wartburg konnte sich eine wettinische Besatzung mit massiver Unterstützung durch ehemals ludowingische Ministerialen gegen die Belagerer (braunschweigische und hessische Truppen, verstärkt durch Eisenacher Bürgerwehr) halten. Zu ihrer Unterstützung ließ der landgräfliche Ministeriale Rudolf Schenk von Vargula an einem exponierten Platz über dem Tal und der Nürnberger Straße eine burgartige Befestigung oder einen Wachturm errichten, welcher auch dazu diente, die auf der gegenüberliegenden Talseite befindlichen feindlichen Belagerungsburgen Eisenacher Burg und Frauenburg zu beobachten.

Bauliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgstelle Rudolfstein hatte eine flächenmäßige Ausdehnung von lediglich etwa 70 × 40 m. Der einzig nachweisbare Zugang erfolgte über eine jetzt verfüllte natürliche Felsspalte im Süden. Eine Doppelwall-Graben-Befestigung, vermutlich mit einem hölzernen Palisadenzaun verstärkt, sicherte diesen Weg. Im Inneren verblieb nur wenig Platz für Gebäude. Ein Wehr- bzw. Wachturm und angefügte Blockhäuser ist zu vermuten, allerdings ist die Geländeoberfläche inzwischen stark erodiert. Zur Wasserversorgung wurde der „Rudolfsborn“, eine nahe gelegene Quelle, genutzt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Bienert: «Eisenach, Burgstelle Rudolfstein». Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 51.
  • Michael Köhler: «Rudolfstein, Rudolfsburg». Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 214.
  • Manfred Beck, Hilmar Schwarz: Die Eisenacher Burg. In: Wartburgstiftung (Hrsg.): Wartburgjahrbuch. 5. Jahrgang. Schnell und Steiner, Eisenach 1996, ISBN 3-7954-1132-7, S. 35–66.
  • Eisenach und Umgebung, Wartburgkreis, Nord. In: Sven Ostritz (Hrsg.): Archäologischer Wanderführer Thüringen. Nr. 11. Beier & Beran, Weimar 2007, ISBN 978-3-937517-67-4, S. 93–94.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rudolfstein (Eisenach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag zu Burg Rudolfstein in der privaten Datenbank „Alle Burgen“. Abgerufen am 28. Oktober 2021.