Canopée (Schiff)

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Canopée heißt der neue RoRo-Raketentransporter für die ArianeGroup, der mit Flügelsegeln etwa 30 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen soll.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den frühen 1980er Jahren transportiert die Reederei Compagnie Maritime Nantaise Raketen und Raketenteile für Arianespace zwischen Europa und dem guyanischen Hafen von Pariacabo nahe der Raketenbasis Kourou. Geladen wird regelmäßig im Neustädter Hafen in Bremen, wo die Oberstufe für die aktuelle Ariane-5-Rakete verladen wird. Die Fahrt der zwei 115 Meter langen RoRo-Schiffe Toucan und Colibri von Bremen mit Zuladung in Le Havre nach Pariacabo dauert rund 14 Tage.

Ariane 62 (links) und Ariane 64 (rechts), die Ariane 6 ist zwischen 52 m und 61 m hoch

Die Ausschreibung für das neue Schiff der Arianespace zum Transport der neuen Trägerrakete Ariane 6 von Europa nach Französisch-Guayana hat das Schifffahrtsunternehmen Alizés, ein Joint Venture von Zephyr & Borée und Jifmar Offshore Services gewonnen. Das Unternehmen hat sich auf klimafreundliche Seetransporte spezialisiert und in Zusammenarbeit mit dem französische Konstruktionsbüro VPLP Design den Hybridantrieb als Hauptinnovationen des Schiffes entworfen. VPLP Design wurde 1983 von Marc Van Peteghem und Vincent Lauriot-Prévost gegründet und ist heute ein erfolgreiches Konstruktionsbüros zum Thema Windantrieb und Segel.

Schiffsbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VPLP Design konstruierte das 121 Meter langes und 23 Meter breite RoRo-Schiff mit einem offenen Ladedeck mit hohen Seitenwänden, um die Ladung an Deck zu schützen. Die weit vorne im Bug liegenden Brücke ermöglicht einen langen Laderaum und ein langes offenes Ladedeck.

Die Canopée wird einen Tiefgang von fünf Metern eine Tragfähigkeit von 5000 tdw haben und zusätzlich zur Hauptantriebsanlage mit vier Dual-Fuel-Dieselmotoren mit je 2300 kW und Verstellpropeller über ein innovatives aus vier Oceanwings bestehendes Segelsystem verfügen.

Die hydrodynamische Schiffsform sowie das reibungsarme Überwasserschiff in Verbindung mit den vier 30 Meter hohen als Oceanwings bezeichneten Tragflächensegeln mit je einer Segelfläche von 363 Quadratmetern sollen im Mittel bei 16 Knoten 30 % Treibstoff einsparen.

Die von VPLP Design entwickelten Oceanwings sind reffbare und automatisierte Tragflächensegel, die mit einem rechnergestützten Routingsystem verbunden sind. Das Wetterrouting dient zur Planung der Routen und die Hintergrunddaten der geografisch und zeitlich unterschiedlichen Windbedingungen sind eine wichtige Voraussetzung zur Ermittlung der jeweils notwendigen Propellerleistung. Der damit mögliche CO2-reduzierte Schiffsbetrieb war einer der Hauptgründe für den Zuschlag an VPLP Design. Der Stapellauf ist für 2022 geplant.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

N.N.: Raketenbauer setzen auf Segel, Seite 5 in Hansa Nr. 11/2019; Hansa-Verlag Hamburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]