Capol

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Dieser Artikel beschreibt das Bündner Geschlecht. Für den Skilangläufer und Funktionär siehe Jürg Capol.

Capol bezeichnet ein altes Schweizer Geschlecht aus dem Kanton Graubünden mit den nachweisbaren Namensvariationen Capal, Capaul, Capoll und de Capol. Der Familienname Capal ist die älteste Bezeichnung (siehe Siegel des Otto von Capal).

Herkunft des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Familie Capol

Der ursprüngliche Name Capal stammt von Cà Pal bzw. Haus des Paul ab.[1] Die Capol benutzten auch die latinisierte Form a Capaulis (siehe den Grabstein von Benedikt von Capol auf dem Friedhof in Flims). Die Capol werden in alten lateinischen Schriften auch mit Capalus bezeichnet.[2]

Herkunft der Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie wird erstmals 1377 in Rueun als Besitzerin eines Hofes und 1410 in Flims mit einem bäuerlichen Eigengut erwähnt.[3] Sie gehörte zum freien Bauernstand wie die Freien von Laax. Diese stammten von sächsischen Germanen ab, welche im Zuge von karolingischen Umsiedelungen angesiedelt wurden.

Kapol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem ungarischen König Ludwig I. hatte sich um 1377 ein Johann v. Kapol bei Halitsch als ritterlicher Woiwode und Markgraf ausgezeichnet. Zwischen den Kapol und den Capol gab es keine verwandtschaftlichen Beziehungen.

Familienchronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familienchronik des Geschlechts, die Capoliana, wurde von Oberst Carl von Capoll (1847–1914) zusammengestellt. Sie wird im Staatsarchiv des Kantons Graubünden aufbewahrt.[4]

Münstertaler Capol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chasa Capol Sta. Maria

Der Familiennamen Capol erscheint erstmals 1199 in Sta. Maria im Münstertal. Hier lebten die Grafen von Capol, welche hier als Regierungsstatthalter amteten. Sie residierten in der «Chasa de Capol». In der Zeit vom 1194 bis 1209 war Reinher della Torre (da Torre) Bischof von Chur. Reinher wird als Oheim (Onkel) der Sax und als Bruder von Albert von Sax beschrieben.[5] Albert von Sax war der Vater von Albert von Sax-Misox.

Flimser Capol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Capol amteten unter den Freiherren von Sax-Misox in der Zeit von 1371 bis 1485 in Flims.[6]

Die Capol sind das Geschlecht, das vom 15. bis zum 17. Jahrhundert fast unbestritten die Führung im Dorf behielt. Es ging heraus aus der freien Familie der Paul.

Die Flimser Familie Capol wird erstmals im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt: In einem bischöflichen Zinslehen um 1400 werden die Capal als «gebure» bezeichnet, als freie Bauern.[7] Freie Bauern hatten eigenen Grund und Boden, was im Mittelalter selten vorkam.

Das Ammannamt wurde 1427 in Flims eingeführt, noch bevor der Bischof von Chur 1485 die Herrschaftsrechte des Grafen Johann Peter von Sax-Misox um 4000 Gulden wieder erworben hatte. Der erste Capol, der Ammann wurde, hatte noch kein Siegel. Erst 1457 siegelte Otto Capol der Ältere mit seinem Pfeilsiegel.

Die Flimser Vettern Hertli und Wilhelm erhielten 1489 für sich und ihr Geschlecht von Kaiser Friedrich III einen Adelsbestätigungs- und Wappenverbesserungsbrief. Das Original dieses Briefes befindet sich heute im Stadtarchiv Ulm. Einzelne Vertreter des Geschlechts führten das Prädikat Junker.

Flimser Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Capol wird mit einer uralten Flimser Sage verbunden. Im Mittelalter kamen immer wieder Glarner über die Berge nach Flims, um Vieh zu stehlen. Als diese wieder einmal auf der Alp erschienen, begab sich der Senn an den Rand einer Felswand und blies so stark in sein Alphorn, dass sein Herz zersprang. Das Blut rann über die Felsen. Es soll noch heute sichtbar sein. Die Melodie, die er blies, heisst heute noch «Gion Paul da Flem stai si» (Hans Paul von Flims erhebe dich bzw. sei standhaft).[8][9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Capol zeigt einen goldenen nach oben gerichteten Pfeil mit silberner Spitze und silbernen Flitschen auf schwarzem (oder rotem) Grund.

Der Pfeil war im Mittelalter auch ein Zeichen für Macht oder Eile. Weiter ist der Pfeil auch das Zeichen des germanischen Gottes Tyr und steht für Recht wie auch für Krieg. Die Farbe rot und schwarz wird mit Tyr verbunden.

Das Wappen der Capol diente lange Zeit auch Flims als Dorfwappen.

Das Wappen ist an verschiedenen Orten in Graubünden und im Ausland angebracht, so unter anderem:

  • Am Stadttor von Ilanz (Obertor Porta Sura)[10]
  • Im Rathaus von Chur als Wappenscheibe
  • Über dem Eingang zum Rathaus von Flims
  • In Flims am heutigen Hotel Bellevue
  • Früher am Erker des Hauses Reichsgasse 25 / Haus Planaterra in Chur
  • An einer gotischen Truhe im Landesmuseum in Zürich
  • An der Decke des Swiss Rooms im Metropolitan Museum of Art in New York[11]
  • Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt in Degen[12]
  • An einem Leuchter in der Wirtsstube der Hofkellerei in Chur
  • Über dem Tor am Schloss Unter-Tagstein in Thusis
  • Am Haus Tscharner in Rothenbrunnen
  • In der Kirche St. Remigius in Falera
  • An der Fassade der Chasa Jaura in Valchava
  • An der Fassade der Chasa Capol in Müstair
  • An der Wand im Landrichtersaal des Cuort Ligia Grischa in Trun in der Surselva
  • An der Decke im Gartensaal des Schlosses Salenegg in Maienfeld

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Vertreter der Familie Capol prägten das Geschehen im Graubünden des 15. bis 18. Jahrhunderts.

  • Einer der Stammväter der Capol in Graubünden war wahrscheinlich Hruodger (Ruotger) von Capol. Dieser lebte im 11. Jahrhundert in Graubünden und war bekannt für seine grosszügigen Spenden an die Kirche.
Benedict von Capol
Johann Gaudenz von Capol
Julius von Capol

Flimser Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Benedikt (Pal, Pol, Paulen) von Capol (von Capal), Flims, der Jüngere, Ammann von Flims 1427
  • Paul von Capol, Ilanz, Pfarrer um 1462.[13]
  • Otto (Ott) Paul (Pal) von Capol (von Capal, von Capoll, von Cappal), Flims, der Ältere, Landammann, 1458 Landrichter des Grauen Bundes, Vogt von Hohentrins 1470, Alt-Aspermont bei Trimmis 1488 für die Herren von Brandis[14] und Burg Aspermont bei Sagogn 1485–1502. Verlor angeblich 1470 bei einem Brand der Burg Canaschal bei Trin seine Kinder. Um 1486 Erwähnung von Paul von Capoll bei der Tagsatzung von Glurns betreffend der Bergwerke in Valdora und im Münstertal.[15] 1471 erscheint er im Bundesbrief als Siegler. Er erhielt eine Dienstverpflichtung über 32 fl. im Jahre 1498 gegenüber dem römisch-deutschen König Maximilian I. Hauptmann der Bündner im Schwabenkrieg 1499. Urkunde von 1481 bestätigt, dass Otto von Peter von Hewen Wiesen im Lugnez zu Erblehen erhielt, die er aber wieder zurückverlangen konnte, wenn er Hohentrins neu aufbaut.[16]
  • Hans (Johann) Paul von Capol (Hansen von Capal),[17] um 1470, Vater von Wolf, Hans, Benedikt, Ott und Martin. Erwähnt um 1470 in Flims und um 1508 in Langwies. Landrichter um 1480 (Prozess zwischen dem Abt von Disentis und Nachbarschaft Walterspurg wegen Alprecht). Vogt in der Gruob. Kauf der Zollrechte vom Grafen Johann Peter von Mosax etc. (von Sax) um 1483, seinem gnädigen Herrn.[18] 1486 Verkauf seines Turms mit Hofstatt und Stall hinten an die Stadtmauer stossend in Ilanz an den Bischof Ortlieb. Schuldete 1460 seinem Veter Risch Capol von Truns 30 Florint und setzte ihm dafür sein in Luven gelegenes Eigengut ein.
  • Wilhelm Paul von Capol (Wilhelm Pal von Capal), Flims, Kanzler bzw. Hofmeister in Chur 1484, erhielt zusammen mit Herkules I seinem Vetter die Adelsbestätigung um 1489.
  • Paul Herkules I (Hertli, Hartwig, Härtli) von Capol,1448–1526, Vogt des Lugnez 1477 und von Fürstenau (1510), Vogt von Fürstenburg Vinschgau und Inhaber Schloss Wiesberg (Burgeis), Stadtammann von Chur, Oberbefehlshaber der Bündner Truppen nach dem Tode von Benedikt Fontana in der Schlacht an der Calven,[19] Gesandter der Drei Bünde zu den Friedensverhandlungen von Basel 1499 (Frieden zu Basel), Kommandant bei der Eroberung des Veltlins 1512. Verheiratet in erster Ehe mit Gilia de Mont und in zweiter Ehe mit Anna Iter, Tochter des Bürgermeisters von Chur. Er stritt 1505 zusammen mit seinem Schwager Donath Iter (Churer Domdekan 1505–1526) und Hieronimus Iter um Zehntrechte in der Herrschaft Vaduz und Zinsen in Feldkirch.[20] Vater von Caspar. Hertli wird bei Simon Lemnius als Alcides Capalus bezeichnet.[21]
  • Wolf (Wolfgang) Paul Georg von Capol (Wolff von Cappell),[22] Flims, 1473–1563, Landammann, Landvogt von Maienfeld 1513–1515[23] (1512–1514 ?), Kommissar von Chiavenna (1522–1524) und Landrichter, Chronist (Heldentod des Martin von Capol), verheiratet mit Anna von Lumerins (Lumbrein, Lumbrins, Lumarin, Lombris). Vater von Johann (Hans II), Risch Hertly und Lucius (Luzi I). Erlebte 1554 als 81 Jähriger 82 (!) Nachkommen.[24]
  • Hans I (Johann, Jann, Jan) Gaudenz von Capol, Flims,[25] 1470–1560, Bruder von Wolf, Ammann, Landrichter und Diplomat, Fähnrich in der Schlacht an der Calven, Kommandant einer venezianischen Kompanie, 1498 Ammann von Bivio, Hauptmann vor Musso (Veltlin), Reformator von Flims, 1529 Kauf der Hälfte des Antistitiums in Chur. Vater von Martin und Ortlieb.[26]
Haus Antistitium in Chur
  • Hans II (Jan) von Capol, 1494–1565, Ammann von Bivio um 1529.
  • Paul Janutt von Capol, von Flims, Bürger in Ilanz, 1554 Werkmeister
  • Vincenz (Tschegn) von Capol, Trun um 1558, Sohn des Hartwig I
  • Ott Jan von Capol, Flims um 1558, Söldner, 1560 Landrichter.
  • Benedikt Capol, um 1529 Substitut des Hans von Lumerins als Landvogt von Maienfeld
  • Casparus von Capol (auch von Capal), um 1490–1540, Pfarrer, Domdekan zu Chur, Studium in Orléans, Pfarrer in Obersaxen, rettet in Abwesenheit des Bischofs von Chur die katholischen Rechte des Churer Domkapitels zu dessen Gunsten. War befreundet mit Bonifacius Amerbach. Sohn des Paul Herkules I.[27]. Seine Onkel waren Lucius Iter und Donath Iter.
  • Christoph (Christoffel, Stoffel) von Capol, 1516–1564, verh. mit Catarina de Mont und Agatha von Castelberg (1551), Besitzer der Herrschaft Löwenberg, Teilnehmer des Römerzug des Herzogs von Guise 1556–1557. Sohn des Hans II.
  • Anastasia von Capol (von Capal), verheiratet mit Jost Tschudy (Tschudi), ca. 1511–1566, in Glarus um 1562.
  • Risch Hertly Capol, Flims, 1543 Landvogt von Maienfeld. Verheiratet mit Magdalena von Abys, Tochter der Agnes von Fontana, Schwester von Benedikt von Fontana, und des Johann von Abys (Janolus von Biss) aus Plurs.[28]
  • Anastasia von Capol, Tochter von Risch, war mit Anton von Travers und in zweiter Ehe mit Theodor von Jecklin vermählt.
  • Agnes von Capol, zweite Tochter von Risch, heiratete Jakob von Beli. Um 1565 im Lugnez.
  • Verena (Frena) von Capol, Flims, verheiratet mit Joachim von Montalta um 1600 in Sagogn.
  • Barbara von Capol, 1594–1618, Tochter des Risch, verheiratet mit Oberst Hans Sprecher von Bernegg.
  • Herkules II von Capol, Flims, 1598–1653, Ammann, Richter, Kommissar von Chiavenna, Landvogt von Maienfeld um 1597/99, Bruder des Joseph, Churer Bürger ab 1593, Hauptmann in den Veltliner Unruhen 1607/22. Bruder des Josef und Johann v. Capol (aus Andeer), beide reformiert gesinnte Anhänger, die von Kettenbrüdern (Anhängern von Jürg Jenatsch) getötet wurden. Der Vater Rigett (I.) erbaute gemäss Capoliana das Capol-Haus Bellevue mit viel Aufwand und Kosten, Einkünfte waren gewährt durch Solddienst und Pensionen, was bei den Thusner Strafgerichten den Vorwurf der Bestechlichkeit der Eliten nach sich zog.
  • Rigett (I.) (Regett, Ragett, Raget) I von Capol, gest. 1583, Amman und Bundesschreiber, erbaute das Haus Bellevue in Flims im Jahre 1577, hinterliess fünf Nachfahren. Die Gattin Barbara v. Mont gehörte einer einflussreichen Lugnezer Adelsfamilie an, die sich im Solddienst mit Frankreich besonders bewährt hatte.
  • Josef von Capol, Sohn Rigetts, Landeshauptmann im Veltlin 1611–17, wurde als Freund der Spanier von den Strafgerichten in Thusis und Davos angeklagt, gefoltert, gebüsst und verbannt. Am 3. Oktober 1621 auf Befehl von Georg Jenatsch in seinem Haus in Flims erschossen.[29]. Einige Zeit nach der Mordtat wollten die Attentäter über den Panixerpass fliehen, wurden jedoch durch einen Sturm aufgehalten und von «kaisertreuen» Bauern daran gehindert.
  • Baschlij (Bastian?) v. Capol, Sohn des Landeshauptmannes Josef v. Capol aus Flims, studierte 1616 bei Kaspar Waser an der Theologischen Hochschule Zürich.
  • Benedikt Lienhart von Capol, Sohn Rigetts, Podestat, übernahm 1653 als Delegierter der drei Bünde die Aufgaben des verstorbenen Ercole de Capoli (Herkules II) als Kommissar von Chiavenna,[30] Landrichter des Oberen Bundes, Podestat im veltlinischen Morbegno, Landammann zu Flims, verheiratet mit Dorothea Schmid von Grüneck.
  • Rigett II von Capol, 1598–1633, Sohn von Rigett I.
  • Maria von Capol, verh. mit Andres Thürr in Chur um 1635.[31]
  • Jörg von Capol, Schluein, Vogt von Plurs 1661–1663[32]
Johann Gaudenz von Capol
  • Johann Gaudenz von Capol, Sohn des Benedikt, 1641–1723, Landammann, Landrichter (1706–1707, 1712–1713),[33] Vikar des Veltlins, Landeshauptmann von Veltlin, Diplomat (Venedig, Wien, England, Holland), 1700 Baronet von England Wilhelm III. (Oranien), Erbauer des Flimser Schlössleins um 1682,[34] Erneuerer des Schlosses Untertagstein bei Thusis um 1706. Verheiratet mit Amalie von Schorsch. Johann Gaudenz war zusammen mit Adalbert Ludwig de Latour Anführer der neu gebildeten Franzosenpartei des Oberen Bundes um 1700–1706. Anführer der reformierten Truppen während des Sagenserhandels. Er starb während einer Sitzung im Flimser Rathaus. Seine Tochter Maria war verheiratet mit Herkules Dietegen von Salis-Seewis.
  • Herkules III von Capol (auch von Cappol oder Kapool), 1642–1706, Sohn des Benedikt, Arzt. Verheiratet mit Elsbeth Sprecher von Bernegg aus Luzein. 1684 Besitzer von Schloss Girsberg Guntalingen. Offizier in französischen und spanischen Diensten (als Oberst Hércules Cappol ab 1693). Erwähnt in den Akten der Reichsgrafschaft Hohenems (Vorarlberg) um 1695 in Sachen «Geldforderung Storer in Feldkirch von Hohenems, um wieder seinerseits Oberst Capol vor dessen Abreise in die Niederlande bezahlen zu können».[35] 1702 Bündnerregiment in Holland.[36] 1706 Brigadier in der Schlacht von Ramillies und getötet bei der Belagerung von Meenen im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges unter der Führung des Herzog von Marlborough. Herkules ist es zu verdanken, dass der Dreibündestaat 1693 in die Werbung eines Regimentes für die Niederlande einwilligte. Einen treuen Dienstbegleiter hatte der Oberst in der Person seines Vetters Kapitän-Leutnant Christoffel Schmid von Grünegg aus Illanz.
  • Dorothea von Capol, 1672–1718, Tochter des Hercules III, verheiratet mit Georg Joachim Werdmüller von Oetlishausen im Thurgau, Sohn von Leonhard Werdmüller und Ottilia Zollikofer von Altenklingen. Georg Joachim diente ebenfalls in Holland um 1700 in Holland.
  • Margaretha von Capol, 1675–1733, Tochter des Hercules III, verheiratet mit Anton Strahl Freiherr von Salis-Soglio[37]
  • Maria von Capol, 1679–1715, Tochter des Hercules III, verheiratet mit Freiherr Herkules Dietegen von Salis-Seewis, Ur-Grossmutter von Johann Gaudenz von Salis-Seewis[38].
  • Julius I (Giovanni) von Capol (Capoli), um 1684, Landrichter und Podestat von Tirano, Enkel von Julius von Montalta, Kanzler des Gouverneur des Veltlins Giovanni Salis um 1680 bis 1686 in Sondrio,[39] verh. mit Regina von Salis
  • Maria Flandrina von Capol, Tochter des Julius I, Eintritt ins Kloster San Giuliano in Como 2. Juli 1696 als Marianna Giulia Regina.
  • Sebastian v. Capol, 1701 als Bediensteter der adligen Familie von Salis in Chur ermordet, Sohn des Rigett v. Capol.
  • Herkules IV von Capol, 1627–1719, Landvogt von Maienfeld 1673, heiratet 1651 Julia v. Florin
  • Magdalena von Capol, um 1684 bis 1731.
  • Raget III von Capol, Fähnrich in Holland um 1726[40]
  • Julius II von Capol, Landrichter 1742–1743, Bruder von Rigett III sowie Abundius und Herkules, erbte ein Teil des Schlosses Wyneck von Herkules von Salis-Grüsch zusammen mit seinem Bruder Rigett.
  • Daniel von Capol, Flims, 1722–1797, Landammann, Landrichter (1757–1758, 1772–1773, 1787–1788), Landeshauptmann, Hauptmann des Regiment Travers in Frankreich
  • Amalia von Capol, verh. Beeli von Belfort um 1722.
  • Phillipe von Capol, Flims, Offizier im Regiment von Oberst Planta in Holland um 1731.
  • Capol NN, aus Bünden; Capitaine-lieutenant; Verwundeter * 1746 in der Zurlaubiana: Acta Helvetica erwähnt..[41]
  • Margaretha (Margret) von Capol, um 1732.
  • Regina von Capol, 1699–1728, verh. mit Georg Sprecher von Bernegg
  • Balthasar von Capol, um 1759.
  • Gobert Magnus (Maini) von Capol, 1803[42]

Churer Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Planaterra in Chur
  • Herkules (Hertli) V von Capol, Flims, 1548 Urteilsspruch bez. eines Alpstreits mit dem Kloster Disentis. Verh. mit einer Frau von Paltingen oder von Pontaningen.[43]
  • Luzi I von Capol (15xx–1570), Landvogt in Maienfeld 1531, Erbauer des Hauses Planaterra um 1533, latein. Schulmeister. Sohn des Wolf Paul Georg.
  • Ortlieb von Capol, Chur, erwarb 1547 das Bürgerrecht von Chur
  • Luzi II von Capol (1545–16xx), Sohn von Luzi I v. Capol, erwarb 1558 das Bürgerrecht von Chur.
  • Dietegen von Capol, Chur, † 1630, Zunftmeister
  • Herkules (Härtli) VI von Capol, Chur, 1620 Stadtschreiber von Chur und Bundesschreiber des Gotteshausbundes, verh. mit Verena von Florian, Stammvater der Ulmer Linie, Sohn von Luzi II sowie Bruder von Dietegen
  • Johann I von Capol (1608–1660), Rektor in Chur

Domleschger Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin (Marti, Marty) von Capol, Rothenbrunnen, † 1554, körperlich grösster Bündner seiner Zeit, verkaufte um 1546 seine Rechte an den beiden Höfen (Burgen?) Juvalt in Rothenbrunnen an Chur,[44] wahrscheinlich um sich in Chur einzubürgern. Er war mit der Tochter des Rudolfs Sarganser, ein Bankart des Grafen Georg von Werdenberg-Sargans, Sofia Sarganserin verheiratet. Er starb bei Marciano bzw. in der Schlacht von Scannagallo. Dies im Zug nach Siena am 1. August 1554 in der Schlacht zwischen den Kaiserlichen Truppen (Karl V.) mit Cosimo I de Medici und den Franzosen mit der Republik Siena. «Item es ist ein Schlacht geschechen zwischen dem Keyser und dem Künig uss Frankreÿch zur Hochen sienen da habend di 3 Pundt all Ir Houptleut verloren und hettend si al than wie marty von Capoll zu rotten prunnen so wer der keysrichen kheiner darvon khomen» (aus der Chronik von Wolf Capol).
  • Martin II von Capol, starb im Pestjahr 1585.
  • Johann II (Hans) von Capol, Flims, Erbauer des Hauses Capol in Andeer um 1599,[45] 1620 Podestat zu Tirano, 1621 Opfer des Veltlinermordes bzw. vom Anführer des Kettenbundes Georg Jenatsch ermordet. Sohn des Rigett (I.) aus Flims. Förderte 1601 die Trennung der reformierten Kirche Andeer von der Pfarrei Zillis.[46] Nach Capoliana durch Heirat mit der begüterten Catharina Mattli im Schams wohnhaft geworden und Erbauer des stattlich verzierten Capol-Hauses in Andeer, das durch den Bündner Lehrer und Maler Hans Ardüser 1614 ausgeschmückt wurde. Eine Wappenscheibe im Rätischen Museum Chur zeigt sein Porträt in barocker Manier als tüchtigen Kriegsmann und Jäger (Titel: Hans von Cappal 1603)
  • Catharina von Capol (da Capaol), 1631, Schams, Gattin des Johann v. Capol aus Andeer. Kinder: Ragett Johann v. Capol und Barbara v. Capol.

Münstertaler Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabplatte Jacob Capol aus der Münstertaler Linie
Grabplatte Oswald Capol aus der Münstertaler Linie
  • Sebastian v. Capol, Sohn des Christoffel (1516–1564) taucht in verwandtschaftlichen Verbindungen mit Rudolf von Planta als katholische Verwalter im reformierten Münstertal auf und begründet im 16. Jhd. die Münstertaler Linie der Capol.
  • Oswald I von Capol, † 1667, Podesta in Bormio 1641–1642, Grabplatte Kloster St.Johann Müstair[47]
  • Sebastian von Capol, † 1707, Sohn des Oswald I, Bürgermeister
  • Nikolaus de Capol, Bruder von Oswald II und Balthasar[48]
  • Oswald II de Capol, † 1708. Hatte keine männlichen Nachkommen.
  • Balthasar de Capol. Trat zum Protestantismus über.
  • Cäcilie de Capol, Tochter des Oswald II
  • Jacob de Capol, Valchava, 1714–1790, katholischer Pfarrer und Autor romanischer Schriften um 1770[49]
  • Petrus Sebastianus de Capol, Sta Maria, 1728–1832, Komponist[50]
  • Joseph Benedikt de Capol um 1728, beteiligt beim Verkauf und Rückkauf des Münstertals
  • Nikolaus Benedikt von Capol, † 1828, letzter katholischer Bürger von Sta. Maria

Ulmer Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann (Hans) III von Capoll, Chur, * 1590; † 13. Oktober 1659 Ulm, Sohn des Herkules VI der Churer Linie, 1637 Ingenieur und Festung Zeugwart in Ulm, verh. mit Magdalene Frenklin[51]
  • Balthasar Hercules VII von Capoll, Ulm, * um 1630; † 17. April 1712, Handelsmann und Krämer, verh. mit Anna Katharina Kress (Tochter des Johann Marx Kress).
  • Johann Jacob von Capoll, Ulm, * 23. Januar 1648; † 1720, verh. mit Maria Dorothea Hocheisen
  • Katharina Barbara von Capoll, Ulm, * 16. August 1684 oder 6. August 1684; † 17. Mai 1723 Münsingen bei Ulm, Tochter von Johann Jacob.
  • Johann Christian von Capol, geboren 1710, Sohn des Balthasar Hercules von Capol, verheiratet mit Anna Katharina Appollonia Peschik von Komarow
  • Maria Anna Walpurga Elisabeth von Capol (1753–1820), Tochter des Johann Christian von Capol, vor 1782 verheiratet mit Albert Ferdinand Freiherr von Sterndahl (1730–1804) in Böhmen.
  • Herkules VIII von Capoll, um 1750, verh. mit Ephrosyna Regina Maurer
  • Elisabeth Dorothea von Capoll, Ulm, getauft 26. November 1751, Tochter von Herkules VIII
  • Johann Marx I von Capoll, Gutfertiger, verh. mit Sibylla Rosina Gatter
  • Johann Marx II von Capoll, * 1749, † 1809, verh. mit Johanna geb. Wöhrlin von Wöhrburg, Stadtrat von Ulm.
  • Johann Ulrich von Capoll, Öllingen, um 1700, Knopfmacher, verh. mit Dorothea Rinninger
  • Anna Maria Sabina von Capoll, Öllingen, getauft am 14. März 1770 in Ulm, Tochter des Johann Ulrich
  • Catharina Waldburga von Capoll, Ulm, getauft am 21. Mai 1731, Tochter des Johann Ulrich
  • Sibylla Rosina Capol, Taufe 10. Mai 1775, Ulm, Tochter des Johann Marx I
  • Barbara Cappoll, Taufe 23. Juni 1776, Ulm, Tochter des Johann Marx I
  • Johann Christoph Capol, Ulm, * 16. Juni 1781, Sohn von Johann Marx II, Oberjustizprocurator beim königl. Gerichtshof des Donaukreises, Autor der Geschichte teutscher Nation um 1814 oder Die Justiz-Verweigerung des königl. Obertribunals und die nichtigen Proceß- und Gant-Erkenntnisse aller drei Instanzen in der Rechtssache zwischen Holl u. Schwenk in Ulm um 1848[52]
  • Erhard Friedrich Capoll, Ulm, Sohn von Johann Marx II, Taufe am 16. Februar 1784.
  •  ? Capol, Kaufmann, 1843 Mitglied im Verein für Kunst und Alterthum in Ulm und Oberschwaben[53] unter dem Protektorat des Kronprinzen Karl von Württemberg.
  • Maximilian Christoph Capoll, 1783–1831, Oberzollverwalter in Heilbronn, Vater von Julie Capoll und Sohn von Johann Marx II.
  • Juliane Capoll, Ulm, Tochter von Johann Marx II, Taufe um 8. April 1785.
  • Julie Capoll, Kirchheim, 1816–1904, Mutter von Max Eyth
  • Ottilie Capoll, Stuttgart, 1821–1896
  • Johann Christoph Capol, Ulm, Mieter “Auf dem Jugendhof” 1836.
  • Amalie Capoll, 1818–1893, verh. mit Albert Steudel, Professor und Stadtpfarrer in Ravensburg
  • Hugo Capoll, 1817–1880, Oberförster in Güglingen, hat eine Übersicht über den Schwäbischen Zweig der Familie Capoll von 1611 bis 1926 erstellt, welche im Stadtarchiv von Ulm als Nachlass aufbewahrt wird.[54]
  • Carl (Karl) Friedrich von Capoll, Ulm (Söfingen), 24. Dezember 1847–3. November 1914, Oberst, Ersteller der Capolliana (Staatsarchiv Graubünden), letzter Vertreter der Ulmer Linie, starb. Er war Oberstleutnant und Bataillonskommandeur im Württembergischen Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 121 und starb am 3. November 1914 in der Schlacht beim Barrenkopf bei Hohrodberg in den Vogesen.[55]
  • Adolf Capoll, Württemberg, geb. 1853, Offizier im Infanterie-Regiment Kaiser Friedrich König von Preußen (7. Württembergisches) Nr.125.[56]

Oberländer Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  ? da Capal um 1377 in Rueun als Bein = Besitzer eines Hofes erwähnt[57]
  • Hansen da Capal, 1423, in Sevgein mit einem Owli = Gut erwähnt. Fälschlicherweise als «da Capowli» im Rhätischen Namenbuch ausgewiesen.[58]
  • Hansen, Peter und Claws da Capal im Gemeindearchiv von Sevgein 1428 als Alpbesitzer erwähnt.
  • Balthasar Capol, 1547–1559, Statthalter im Lugnez
  • Jacob Capol, Breil, 1558.
  • Benedict Capol, Lugnez, 1563–1572
  • Anna von Capol, verheiratet mit Johannes de Florin und Mutter von Johann Simeon de Florin um 1593.
  • Matheus von Capol, Rueun
  • Crist von Capol, der edle und feste Beisitzer der Kirchgemeinde Lumbrein organisiert 1596 mit weiteren Mitgliedern der Familie Capol die Jahrzeitzinsen und Pfründe der Kirche neu.
  • Andrea Cristen v. Capol «uss Lugnez» wurde gemäss Criminalakten im Stadtarchiv Chur an Lichtmess 1639, wenige Tage nach Ermordung des Bündner Freiheitshelden Jörg Jenatsch, durch zwei Soldaten bei Chur Masans in gleicher Weise getötet, wobei die Motive unklar blieben.
  • Maria von Capol, Rueun, † 20. Mai 1661 Paspels,[59] verheiratet mit Rudolph Christoffel um 1647
  • Hieronimus Capol, um 1652 von Waltensburg in die Grafschaft Thurgau (bei Mammern) ausgewandert, wo er sein Glück als Negociant suchte. Diese Abwanderung steht eventuell im Zusammenhang mit der Übernahme des Landschreiberamtes Thurgau durch Wolfgang Rudolf Reding von Biberegg sowie dessen Übernahme der Herrschaft Mammern von den Herren von Roll im Jahre 1667. Die Reding von Biberegg standen im Kontakt mit den de Mont, welche mit den Capol verschwägert waren. Hieronimus gilt als Stammvater aller heutigen von Andiast stammenden Capol.
  • Balthasar Capol, 1664, Säckelmeister in Sumvix (Somvitg)
  • Maria Elisabeth de Capol, Andiast, verheiratet mit Gion Teodor de Castelberg[60] um 1775
  • Barbara von Capol, 1716 und 1722: Geburt eines Sohnes und einer Tochter in Tujetsch[61]
  • Ulrich von Capol, Stifter einer Kapelle in Andiast um 1738
  • Joseph Capol, Nachfahren des Thurgauer Mercators Hieronimus (romanisch: Geronna), lässt sich um 1755 einen Bürgerbrief von Waltensburg ausstellen für «Wyb und Kinder».
  • Johannes Michael Capol, Wirt und Marcator in der Thurgauischen Grafschaft, liess sich als Nachfahre des Hieronimus v. Capol 1796 ein bürgerliches Leumundzeugnis in Bünden ausstellen.
  • Nesa Capol, Ilanz, um 1805.
  • Johann Matthias Capol, Brigels
  • Johann Jacob Capol, 1809–1863, Sohn des Johann Matthias, Student an der Universität Zürich, berichtete am 2. Juli 1839 mit drei anderen Studenten über Misshandlungen auf der Zürcher Polizeiwache nach Arrestierung am Pfingstmontag wegen Auflaufes.[62]

Frankreich-Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jules III Capol, 1749–1817, Paris und Chur. Hauptmann des Regimentes Salis um 1793. Major in der französischen Armee 1793–1797. 1799 angeklagt vor dem Direktorium wegen Verrats für Österreich denunziert durch einen Landsmann, später freigelassen.[63] Französischlehrer an der Bündner Kantonsschule in Chur.
  • Philipp Jacob Gottfried von Capol, geb. 1757 in Strassburg, zweiter Lieutenant um 1784 und Capitain bis 1805. Dann befördert zum Major im Regiment De Rolle bzw. von Roll um 1805.[64][65][66][67] Er war Nachfolger von Graf Charles-Emannuel de Rivas als Major im Regiment Roll.[68]
  • Phillipe Auguste de Capol, geb. 1789, Sohn des Phillip Jacob von Capol.
  • Jules-Daniel de Capol (gest. 19. September 1823). Oberstleutnant im französischen Militär bis 27. April 1815. Verh. mit Anne-Marie-Michel Mozetter.
  • Philippine Flore de Capol, 1822–1888, Watten, verheiratet mit dem Industriellen Adolphe Antoine Aimable Vandesmet (filature de lin).[69]
  • Jeanne de Capol, Watten, verheiratet in zweiter Ehe mit Gaston Vandesmet (Sohn von Adolphe Antoine Aimable).
  • Andréa Emilie Augustine de Capol. Sie starb am 4. Mai 1897 beim Brand des Bazar de la Charité.[70]
  • G. de Capol, Angers, Autor von Le Phylloxéra et les vignes en cheintres (Reblaus und Weinstöcke in Cheintres) im Bulletin de la Société Industrielle et Agricole d’Angers et du Département de Maine et Loire (1884), von Le Mildiou (Mehltau) (1888) sowie Voeu relatif au projet sur les bouilleurs de cru (1888), De la ligature au bouchon (Drahtverschlusskappe) (1891), Quelle est la meilleure greffe? (Pfropfung) (1891), Chanvre et engrais chimique (Hanf und Kunstdünger) (1893).
  • J. de Capol, Calais, Autor des Buches Guide de l'excursionniste (recommandé aux cyclistes) dans les cantons de Calais, Guines, Ardres, Audruick, avec des notes historiques, archéologiques, pittoresques, scientifiques
  • Auguste Georges de Capol, vermisst 1962 während des Algerienkrieges[71]
  • M. Pierre und Elizabeth de Capol, gestorben 26. März 1962, Opfer des Algerienkrieges beim Massaker in der Rue d'Isly Algier[72].[73]

Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Capol dienten als Ammänner von Flims. Daneben waren sie innert 30 Jahren 10-mal Landrichter im Grauen Bund, Vögte für den Bischof von Chur, Podestat/Vikar/Kommissar/Landeshauptmann im Veltlin, militärische Führer, Diplomaten, Stadtschreiber von Chur, Bundesschreiber, Bürgermeister und Delegierter der Drei Bünde.

Schlössli Flims

Besitztümer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Capol besassen verschiedene Besitztümer im Kanton Graubünden wie das Hotel Bellevue und das Schlössli Flims, das Antistitium und das Haus Planaterra in Chur, das Schloss Untertagstein bei Thusis[74],[75] die Burg Ringgenberg, Schloss Rietberg und Burg Löwenberg sowie Schloss Wiesberg im Vinschgau. Johann Gaudenz vermachte, da kinderlos, das Schloss Tagstein an die Tochter Margareta (verh. Salis-Soglio) und das Schlössli Flims an die Tochter Maria (verh. Salis-Seewis) seines Bruders Herkules.

Söldner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Capol dienten als Soldaten im Dienste von Italien, Österreich, Frankreich, Spanien und Holland. In Holland gab es im 17. Jahrhundert ein Regiment Capol. Ein Capitaine de Capol der Schweizer Garde soll bei der Erstürmung der Tuilerien 10. August 1792 gestorben sein.[76]. Ein Korporal namens Johann Alois Capol (aus Eschenz TG stammend) verstarb am 27. Juli 1830 zusammen mit 84 weiteren Schweizer Söldnern als Opfer der Restaurationswirren anlässlich der Julirevolution von 1830. Sie wurden drei Tage später vor den Kollonaden des Louvre bestattet. Es war dies das Ende der 300jährigen Geschichte des eidgenössischen Söldnertums in Frankreich.

Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Capol hatten Beziehungen zu allen wichtigen Adelsgeschlechtern von Graubünden. Durch Heirat waren sie mit den Salis-Seewis, den Salis-Soglio, von Mont, von Lumerins, Beeli von Belfort, von Castelberg, von Florin, von Jochberg und den von Planta liiert.

Heutige Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten der heute in der Schweiz lebenden Capol haben den Bürgerort Andiast. Sie stammen aus derselben Familie. Sie sind über die ganze Schweiz verteilt. Es gibt Vertreter dieser Familie heute auch noch in Deutschland, Malaysia (Penang) und in Frankreich (de Capol).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Christian Engel: Geschichte von Halitsch und Waldimir bis 1772. Teil 2, S. 90.
  • Sandro Decurtins: In Amt und Würden. Entstehen und Wesen der neuen Eliten in der Surselva (1370–1530). StAGR, Chur 2013, ISBN 978-3-85637-449-5.
  • Paul Eugen Grimm: Die Anfänge der Bündner Aristokratie im 15. und 16. Jhd. Diss. Zürich 1981, ISBN 3-260-04-890-1.
  • Konrad Huber: Rätisches Namenbuch. Teil 1, Bern 1986.
  • Albert Maag: Geschichte der Schweizertruppen in französischen Diensten 1816–1830. Biel 1899, S. 289, 563.
  • Robert von Planta, Andrea Schorta: Rätisches Namenbuch. Teil 2, Bern 1986.
  • Sammlung Capoliana im Staatsarchiv des Kantons Graubünden.
  • Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz
  • Martin Bundi: Capol [Capaul] [von] im Historischen Lexikon der Schweiz
  • Briefe von Charles-Emmanuel de Rivaz an seine Verlobte Marie Catherine Julie de Nucé vom 12.–24. Oktober 1814 aus Zürich (Treffen mit Baron von Capol). In: Vallesia. Band 20.
  • Martin Bundi: Bündner Kriegsdienste in Holland um 1700, Calven Verlag, 1972

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 400, Stichwort   (Scan der Lexikon-Seite).
  2. Capalus
  3. Martin Bundi: Capol [Capaul] [von] im Historischen Lexikon der Schweiz
  4. Capoliana
  5. Reinher da Torre
  6. Sax-Misox
  7. Schweizer Heimatbücher: Flims. Haupt, Bern 1961.
  8. Martin Bundi: Capol [Capaul] [von] im Historischen Lexikon der Schweiz
  9. Lexikon Istoric Retic
  10. Porta Sura
  11. Metropolitan Museum
  12. Kirche Degen
  13. Paul von Capaul
  14. Ott von Cappal
  15. Neue Zeitschrift des Ferdinandeums
  16. Otto von Capaul
  17. Hans von Capal
  18. Johann Paul von Chapaul
  19. Referat von Claudio Gustin (PDF; 6 kB)
  20. Capol und Iter vs Batt Kuster von Satteins (PDF; 66 kB)
  21. Alcides Capalus
  22. Wolff von Cappell
  23. Maiavilla
  24. Archiv für Sippenforschung
  25. Hans und Wolf Capol
  26. Geschichte der Republik Graubünden
  27. Casparus
  28. Geneanet
  29. Schweizer Heimatbücher: Flims; Haupt-Verlag Bern 1961.
  30. Archiv Sondrio
  31. Maria
  32. Nachlass Alois Tuor (PDF; 758 kB)
  33. Richter in Graubünden
  34. Schlössli Flims
  35. Hohenems
  36. Holland
  37. Salis-Soglio
  38. Stammlinie von Salis
  39. Beni comunali
  40. Fähnrich Capol
  41. AG
  42. Magnus
  43. Herkules
  44. Geschichte Rothenbrunnens
  45. Haus Capol., Andeer
  46. (Urkunde im GA Andeer Nr. 24)
  47. Pallas Rhaetica
  48. Münstertal
  49. Ursprung und Geschichte der rhaeto-rom. Sprache
  50. Chasa de Capol
  51. Neue Nachrichten von Gelehrten und Künstlern Stadt Ulm
  52. Bookmaps
  53. Verein in Ulm
  54. Zentralarchiv
  55. Gefallenendenkmal
  56. Adelsforschung
  57. Bein
  58. Capowli
  59. Rueun
  60. Castelberg
  61. Beer
  62. Uni Zürich
  63. Nationalarchiv (PDF; 1,7 MB)
  64. Dodsley
  65. Beförderung
  66. Rudolf von Albertini, Albert Wirz: Kolonialismus im Historischen Lexikon der Schweiz
  67. Regiment Roll
  68. David Rey: Rivaz, Charles Emmanuel de im Historischen Lexikon der Schweiz
  69. Philippine
  70. Martyrologe
  71. Verschollen
  72. Massaker Rue d'Isly Algier
  73. enfant du soleil
  74. Geschichte Tagstein
  75. Geschichte Tagstein
  76. Gardes suisses