Caradoc von Llancarfan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Caradoc of Llancarfan (walisisch Caradog o Lancarfan) war ein walisischer Geistlicher und Autor, der in Llancarfan in Wales während 12. Jahrhunderts verortet wird. Man hält ihn für den Autro des Life of Gildas und eines Life of Saint Cadog in Latein.[1]

Er war ein Zeitgenosse von Geoffrey von Monmouth, welcher die Historia regum Britanniae verfasst hat. Am Ende der Historia gibt es einen Hinweis auf Caradoc, der eine Fortsetzung von 689 bis auf seine Zeit geschrieben habe. Dies könnte die Chronik Brut y Tywysogion gewesen sein, auch wenn keine erhaltenen mittelalterlichen Kopien Caradog als deren Autor nennen.

Die Entstehungszeit des Life of Gildas wird zwischen 1130 und 1150 angesetzt.[2] Der Autor kannte das Kloster von Glastonbury, woraus man geschlossen hat, dass er vielleicht von Llancarfan nach Glastonbury gezogen sei.

Caradocs Version des Life of Saint Cadog findet sich in einem Manuskript der University of Cambridge, zusammen mit dem Life of Gildas. Am Ende des Manuskripts stellt sich der Autor in einem lateinischen Couplet vor als derselbe Autor wie der des zweiten Life. In der Geschichte des „Life of Cadog“ kommt King Arthur als eine Hauptfigur vor.

Der walisische Antiquar David Powel aus dem 16. Jahrhundert beanspruchte, dass seine Cronica Walliae (Historie of Cambria) eine Fortsetzung dieser Chronik sei. Ende des 18. Jahrhunderts schreibt Iolo Morganwg dieser Anspruch beziehe sich auf Caradocs verlorene Chronik, Brut Aberpergwm. Diese Chronik wurde in The Myvyrian Archaiology of Wales veröffentlicht und entwickelte sich zu einer der einflussreichsten und bestbekannten von Iolos zahlreichen Fälschungen, durch welche das Kingdom of Morgannwg (Glamorgan) einen zentral Platz in der Frühen und Mittelalterlichen Walisischen Geschichtsschreibung erwirbt.[3]

Erst John Strong Perry Tatlock äußerte wieder Zweifel in einem Artikel von 1938[4] an den Artikeln über Caradoc, die Thomas Frederick Tout im Dictionary of National Biography und John Edward Lloyd im Dictionary of Welsh Biography verfasst hatten. Er schreibt, dass „sogar der späte Professor Tout einen großen Teil seiner Zusammenfassung im DNB auf Statements aufbaut, die mit Sichtheit grundlos sind, nutzlose Autoritäten verwenden, und die Implikationen von dem, was zuverlässig bekannt ist ignorieren oder verdrehen.“[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. E. Lloyd:Caradoc of Llancarfan In: Dictionary of Welsh Biography, National Library of Wales 9. April 2016.
  2. Caradoc of Llangarfan: The Life of Gildas. In: Fordham University Medieval Sourcebook. Fordham University 2016
  3. G. J. Williams: Traddodiad Llenyddol Morgannwg. University of Wales Press, 1948: 3-4.
  4. J. S. P. Tatlock: Caradoc of Llancarfan. In: Speculum, vol. 13, 2 April 1938: 9–152. (doi= 10.2307/2848396)
  5. „Even the late Professor Tout devotes most of his account in the Dictionary of National Biography to statements certainly groundless, uses worthless authorities, and ignores or distorts the implications of what is reliably known“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  Wikisource: Dictionary of National Biography – Quellen und Volltexte (englisch)
    : Caradog of Llancarvan, vol. 9
  • BISLAM; Fabricius, Bibliotheca latina, Vol. 1, 309
  • Vita Gildae auctore Caradoco Lancerbanensi, in: MGH Auct. ant. 13, Berlin 1898, S. 107–110 [Edition des lateinischen Originaltextes].
  • Hugh Williams, translator. Two Lives of Gildas by a monk of Ruys and Caradoc of Llancarfan. First published in the Cymmrodorion Record Series, 1899. Facsimile reprint by Llanerch Publishers, Felinfach, 1990.