Casual Friday

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Casual Friday (englisch „lässiger Freitag“) bezeichnet die Gepflogenheit in Unternehmen und Büros, freitags von einer bestehenden Kleiderordnung abzurücken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Casual Friday nahm seinen Anfang in den USA der 1950er und 1960er Jahre, als Hewlett-Packard seinen Mitarbeitenden erlaubte, sich freitags legerer zu kleiden und an neuen Ideen zu arbeiten.[1] 1966 wurde zudem auf Hawaii der Aloha Friday eingeführt, der es den Angestellten dort gestattete freitags Hawaiihemden zu tragen.[2][3]

Weitere Verbreitung fand der Casual Friday allerdings erst in den frühen 1990er Jahren, als Gegenbewegung zur aufwändigen amerikanischen Bürokleidung der 1980er Jahre, denn der sogenannte power suit war teuer und konnte zahlreiche Accessoires wie Krawattenspangen, Manschettenknöpfe und Kragennadeln umfassen. Der Casual Friday bedeutete, dass Männer zum Anzug keine Krawatte tragen mussten und Frauen beispielsweise auf einen Blazer verzichten konnten.[4] 1994 gab es in 497 der 1000 größten amerikanischen Unternehmen Casual Fridays, darunter beispielsweise General Motors, Ford und IBM.[5]

Valerie Steele nannte die Einführung des Casual Friday die radikalste Veränderung der Arbeitsmode seit den 1970er Jahren, als Frauen das Recht einforderten, im Büro Hosen zu tragen.[6] Die Verbreitung des Casual Friday ging einher mit einer generellen Lockerungen von Kleiderordnungen in der westlichen Welt.[6] Modemarken wie Levi’s beförderten durch ihr Marketing bewusst die Entwicklung der Mode zu „business casual“, um die Absätze ihrer Produkte zu erhöhen.[3]

Heute gelten in vielen Unternehmen weniger strenge Kleiderordnungen, so sind etwa heute Krawatten oft optional und Damenkostüme seltener. Der Casual Friday hat sich jedoch in den gesamten USA, in Europa und Asien verbreitet. Er kann jedoch, je nach Unternehmen, Unterschiedliches bedeuten: Von Polohemd bis T-Shirt, von Chinohose bis Jeans, von Rock bis Sommerkleid.[4]

Einige Unternehmen, insbesondere aus dem kreativen Bereich, haben einen Formal Friday eingeführt. Da die Mitarbeitenden dort üblicherweise leger gekleidet sind, wird am Freitag oder zumindest an einzelnen Freitagen bewusst formelle Kleidung getragen.[7][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Shawn Malone: Bill & Dave: How Hewlett and Packard Built the World's Greatest Company. Penguin, 2007, ISBN 978-1-59184-152-4 (google.de [abgerufen am 18. Oktober 2021]).
  2. Mike Gordon: Aloha shirts, The Honolulu Advertiser, 2. Juli 2006 (Archivlink) und "Wear Aloha" Exhibit Opens At Honolulu Hale'', 8. Juni 2006, abgerufen am 18. Oktober 2021.
  3. a b Megan Garber: Casual Friday and the 'End of the Office Dress Code'. In: theatlantic.com. 25. Mai 2016, abgerufen am 18. Oktober 2021 (englisch).
  4. a b c Jackie O'Fee: Is casual Friday still relevant? In: NZ Business + Management. Band 31, Nr. 6, 1. Juli 2017.
  5. „Don't Thank the Boss for ‚Casual Friday‘; Men's Wear Angst.“ In: New York Times, 26. Juli 1994. Aufgerufen am 18. Oktober 2021.
  6. a b Anne D'Innocenzio: "Casual confusion: what to wear?" In: WWD, Bd. 169, Nr. 75, 19. April 1995, S. 6–7.
  7. Urban Dictionary: Formal Friday. Abgerufen am 18. Oktober 2021 (amerikanisches Englisch).