Chemawinit

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Chemawinit (seltener in der Schreibweise Tschemawinit) ist die Bezeichnung für ein kreidezeitliches fossiles Harz, das an den Ufern des Cedar Lake in Manitoba (Kanada) gefunden wird.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses fossile Harz ist nach einem in der Nähe des Cedar Lake lebenden Indianerstamm benannt. Der ebenfalls in der Literatur verwendete Name Cedarit geht auf den deutschen Geologen Richard Klebs zurück, der dieses Harz Ende des 19. Jahrhunderts untersuchte, zu dem Zeitpunkt aber nicht wusste, dass es bereits unter dem Namen Chemawinit in der Literatur eingeführt war.[1]

Fundsituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fundort am Westufer des Cedar Lake ist zweifelsfrei nicht die primäre Lagerstätte dieses fossilen Harzes. Es wird angenommen, dass die meist kleinen Bernsteinstückchen aus kreidezeitlichen Formationen oberhalb des Cedar Lake ausgespült und über den Saskatchewan River in den See und von dort an das Ufer gespült werden. Die weitaus meisten Funde stammen aus der Zeit bis zum Bau des Ende der 1960er Jahre fertiggestellten Grand Rapids Dam. Seither sind die Funde stark zurückgegangen.

Einschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Bernsteintyp ist wegen seiner zahlreichen organischen Einschlüsse von hohem wissenschaftlichem Interesse; darunter beispielsweise das älteste bekannte Bärtierchen Beorn leggi. Bernstein vom Cedar Lake stellt zusammen mit etwa gleichaltrigen Funden von Grassy Lake in Alberta die bedeutendste Quelle für fossile Arthropoden in Kanada dar.

Geschichte der Erforschung des Chemawinit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chemawinit vom Cedar Lake wird erstmals von Joseph Burr Tyrrell (1891) erwähnt. Einige Zeit wurde der Bernstein gesammelt, um Lacke aus ihm herzustellen. Als Beginn der wissenschaftlichen Erforschung der organischen Einschlüsse gilt die 1937 veröffentlichte Arbeit von Carpenter et al. In der Folgezeit entstanden die ersten wissenschaftlichen Bernsteinsammlungen. Bedeutende öffentliche Sammlungen befinden sich heute im Museum für vergleichende Zoologie an der Harvard-Universität (Cambridge, Massachusetts), der Canadian National Collection (CNC) (Ottawa, Ontario) und dem Royal Ontario Museum (Toronto, Ontario).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • George O. Poinar, Jr.: Life in Amber. 350 S., 147 Fig., 10 Tafeln, Stanford University Press, Stanford (Cal.) 1992. ISBN 0-8047-2001-0
  • Ryan C. McKellar & Alexander P. Wolfe: Canadian Amber. In: D. Penney (Hrsg.): Biodiversity of fossils in amber from the major world deposits: S. 149–166, Manchester 2010, ISBN 978-0-9558636-4-6.
  • J.B. Tyrrell: Fossil resin (“amber”). In: Can. Geol. Surv. Rep. Ann. Rep. 5: 14–15, Ottawa 1891.
  • F.M. Carpenter et al.: Insects and arachnids from Canadian amber. In: Univ. Toronto Stud., Geo. Ser. 40: 7–62, Toronto 1937.
  • J.F. McAlpine & J.E.H. Martin: Canadian amber – a palaeontological treasure-chest. In: Can. Entomol. 101: 819–838, Ottawa 1969.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. R. Klebs: Cedarit, ein neues bernsteinähnliches Harz Canadas und sein Vergleich mit anderen fossilen Harzen. - Jahrbuch des königlichen preußischen geologischen Landesamtes. Berlin, 1897.