Chremonideischer Krieg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Chremonideische Krieg war eine Erhebung Athens gegen die makedonische Hegemonie in Griechenland. Er dauerte von 267 bis 261 v. Chr., ist nach dem führenden athenischen Politiker dieser Zeit, Chremonides, benannt, und endete schließlich mit einer Niederlage der Athener.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Verlauf der Diadochenkriege bildeten sich nach dem Tod Alexanders des Großen Ägypten, das Seleukidenreich und Makedonien als die dominierenden und meist untereinander verfeindeten Nachfolgestaaten seines Reiches heraus. Griechenland war in diesen Auseinandersetzungen eher ein Nebenkriegsschauplatz; gegen die hellenistischen Großreiche konnten sich die vergleichsweise kleinen Stadtstaaten, allen voran Athen und Sparta, kaum behaupten. Ihr Streben nach Autonomie war eher ein willkommener Vorwand der beteiligten Großmächte, um sich als Befreier der Griechen gegen den jeweiligen Gegner geben zu können.

Verlauf[Bearbeiten]

Traditionelle Ordnungsmacht in Griechenland war ab 338 v. Chr. Makedonien, das sich die Hegemonie zum einen durch starke Garnisonen (vor allem in Chalkis und Korinth), zum anderen durch die Einsetzung promakedonischer Stadtherren sicherte. Zu Beginn des Chremonideischen Krieges war Antigonos II. Gonatas makedonischer König. Sein wichtigster Rivale war der ägyptische König Ptolemaios II., der alles daran setzte, in der Ägäis Fuß zu fassen, und folglich die antimakedonische Partei in Athen, die von dem Stoiker Chremonides angeführt wurde, zu unterstützen. Im Jahre 267 v. Chr. entschloss man sich in Athen zum Krieg, Sparta schloss sich an. Das Jahr 266 v. Chr. verlief ohne entscheidende Wendungen. Neben dem griechischen Festland war vor allem die südliche ionische Küste Kriegsschauplatz, wo Ptolemaios, der Sohn des ägyptischen Königs, als Feldherr agierte. Zudem gewann Ägypten vor der attischen Küste einen wichtigen Stützpunkt für seine Flotte. 265 v. Chr. gelang Antigonos dann bei Korinth ein erster wichtiger Erfolg gegen die Griechen, wobei der spartanische König Areus I. im Kampf fiel. Damit geriet auch Athen in Bedrängnis. Bisher durch Getreidelieferungen aus Ägypten am Leben erhalten, verschlechterte sich die Lage der Stadt, als Antigonos Athen belagern konnte. Eine ägyptische Hilfsflotte schlug er vor der Insel Kos. Im Jahre 261 v. Chr. musste das hungernde Athen schließlich kapitulieren. Die Stadt, kulturell noch immer bedeutendes Zentrum und größte Stadt Griechenlands, verlor nun weiter an politischer Bedeutung und musste eine makedonische Garnison in der Stadt dulden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Arenz: Herakleides Kritikos »Über die Städte in Hellas«. Eine Periegese Griechenlands am Vorabend des Chremonideischen Krieges, München 2006.
  • Boris Dreyer: Untersuchungen zur Geschichte des spätklassischen Athen (322-ca. 230 v. Chr.), Stuttgart 1997.
  • Hans-Joachim Gehrke: Geschichte des Hellenismus, München 2003.
  • Christian Habicht: Studien zur Geschichte Athens in hellenistischer Zeit, Göttingen 1982.
  • Nicholas G.L. Hammond, Frank W. Walbank: A History of Macedonia, 3 Bde., Oxford 1972-1988.
  • Heinz Heinen: Untersuchungen zur hellenistischen Geschichte des 3. Jahrh. v. Chr., Wiesbaden 1972.