Clause

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Clause [ˈklɔːz] ist die Wortgruppe im Satz, die aus einem finiten Verb (Personalform eines Verbs) und den von ihm abhängigen Wörtern besteht.[1] Der Begriff wird in der Quantitativen Linguistik oft als leicht bestimmbare, annähernde Entsprechung zu und damit auch anstelle von Teilsatz verwendet.

Beispiele zur Erläuterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Satz wie „Er soll möglichst schnell kommen, damit er seinen Eltern helfen kann“ enthält zwei Verben in der Personalform: „soll“ und „kann“; die beiden Infinitive „kommen“ und „helfen“ spielen dabei keine Rolle. Der Beispielsatz besteht daher entsprechend der angegebenen Definition aus zwei Clauses, die in diesem Fall auch zwei Teilsätzen entsprechen, getrennt durch das Komma.

Ein Satz wie „Er läuft ebenso schnell wie Inge und keucht hörbar“ besteht ebenfalls aus zwei Clauses (finite Verben: „läuft“ und „keucht“), die aber nicht beide selbständige Teilsätze sind.

Die Begriffe „Clause“ und „Teilsatz“ decken sich also nicht ganz. Ein vollständiger Satz, der nur ein finites Verb enthält, enthält nur eine/einen Clause, muss aber nicht mit diesem/r identisch sein: „Uhu, Uhu, bist das denn du?“ enthält über den/die Clause hinaus noch zwei Vorkommen von „Uhu“.

Bedeutung des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clause wird in der Quantitativen Linguistik ebenso wie in der Quantitativen Stilistik als Einheit genutzt, um die Länge von Sätzen (Satzlänge) zu bestimmen und Textsorten hinsichtlich der durchschnittlichen Clauselängen zu unterscheiden.[2] Außerdem wird der Begriff genutzt, um Sprachgesetze zu erforschen; eines davon betrifft den Zusammenhang zwischen der Satzlänge und der Clauselänge, eine Spezifizierung des Menzerathschen Gesetzes.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursula Pieper: Über die Aussagekraft statistischer Methoden für die linguistische Stilanalyse. Narr, Tübingen 1979. ISBN 3-87808-355-6
  • Gabriela Heups: Untersuchungen zum Verhältniss von Satzlänge zu Clauselänge am Beispiel deutscher Texte verschiedener Textklassen. In: R. Köhler, J. Boy (Hrsg.): Glottometrika 5. Brockmeyer, Bochum 1983, S. 113–133. ISBN 3-88339-307-X.
  • Martin Wittek: Zur Entwicklung der Satzlänge im gegenwärtigen Deutschen. In: Karl-Heinz Best (Hrsg.): Häufigkeitsverteilungen in Texten. Peust & Gutschmidt Verlag, Göttingen 2001, 219–247

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pieper 1979, S. 27.
  2. Pieper 1979, S. 67.
  3. Gabriela Heups: Untersuchungen zum Verhältnis von Satzlänge zu Clauselänge am Beispiel deutscher Texte verschiedener Textklassen. In: Reinhard Köhler & Joachim Boy (Hrsg.): Glottometrika 5. Brockmeyer, Bochum 1983, S. 113–133. ISBN 3-88339-307-X.