Coinbase

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Coinbase, Inc.
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Rechtsform Corporation
Gründung 1. Juni 2012[1]
Sitz San Francisco, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Brian Armstrong (CEO)[2]
Mitarbeiterzahl 51 – 200 Mitarbeiter[3]
Branche Kryptowährungen
Website www.coinbase.com
Stand: 28. August 2017

Coinbase, Inc. ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das eine Handelsplattform für Kryptowährungen betreibt. Über Coinbase können die Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Bitcoin Cash und Litecoin gehandelt und in offizielle Währungen getauscht werden, darunter US-Dollar und Euro.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coinbase wurde am 1. Juni 2012[1] durch Brian Armstrong[2] und Fred Ehrsam[4] gegründet. Das Unternehmen ist im Sommer 2012 im Rahmen eines Wettbewerbs von Y Combinator entstanden. Y Combinator ist ein Gründerzentrum (englisch startup incubator), aus dem unter anderem auch reddit oder Airbnb hervorgegangen sind. Der Sitz des Unternehmens ist in San Francisco, Kalifornien, Vereinigte Staaten. Armstrong war vorher als Entwickler bei Airbnb tätig[5] und Ehrsam als Devisenhändler bei Goldman Sachs.[6][7]

Im Mai 2013 erhielt Coinbase in einer ersten Finanzierungsrunde Wagniskapital in Höhe von 5 Millionen US-Dollar von dem US-amerikanischen Risikokapitalgeber Fred Wilson.[8]

In einer zweiten Finanzierungsrunde im Dezember 2013 sammelte das Unternehmen weiteres Wagniskapital in Höhe von 25 Millionen US-Dollar von Andreessen Horowitz[9][10] sowie sechs Millionen US-Dollar von Union Square Ventures und Ribbit Capital, wodurch sich die gesamte Finanzierung auf 31 Millionen US-Dollar erhöhte.[6]

Im Januar 2015 hatte Coinbase in einer weiteren Finanzierungsrunde rund 75 Millionen US-Dollar von Draper Fisher Jurvetson, der New York Stock Exchange und mehreren Banken eingesammelt.[11] Diese Investition war zu dem damaligen Zeitpunkt die erste größere Investition von traditionellen Finanzunternehmen in ein Unternehmen, das im Bereich Kryptowährungen aktiv ist.[11]

Ebenfalls im Januar 2015 erhielt Coinbase als erstes Unternehmen die staatliche Zulassung durch US-Behörden, in etwa der Hälfte der US-Bundesstaaten eine Handelsplattform für Bitcoin zu betreiben.[12][13] Der Bitcoin-Kurs stieg prompt an. Die Winklevoss-Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss, die unter anderem durch ihre gewonnene Klage gegen Mark Zuckerberg bekannt sind, hatten nur wenige Tage zuvor angekündigt, ebenfalls eine lizenzierte Bitcoin-Börse mit dem Namen Gemini zu gründen.[12][14] Zu dem damaligen Zeitpunkt (Januar 2015) verwaltete Coinbase etwa 2,1 Millionen virtuelle Geldbörsen, sogenannte Cyberwallets, von Kunden.[12][15]

Im Dezember forderte die US-amerikanische Bundessteuerbehörde IRS das Unternehmen auf, sämtliche Identitäten steuerpflichtiger US-Bürger offenzulegen und Dokumente über ihre Transaktionen vorzulegen.[16] Anlass dafür war die Aufdeckung von drei Fällen der Steuerhinterziehung mit Kryptogeld in den Vereinigten Staaten.[16] Der IRS hegt den Verdacht, weitere Nutzer könnten Kryptowährungen verwenden, um steuerpflichtiges Einkommen am Fiskus vorbeizuschleusen.[16] Nach eigenen Angaben hatte Coinbase im Dezember 2016 weltweit 4,9 Millionen Kunden, wovon wahrscheinlich ein großer Teil auf die USA entfiel.[16]

Mit Stand von Mai 2017 hat Coinbase laut TechCrunch insgesamt 117 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt.[17]

Nach dem Bitcoin Hard-Fork am 1. August 2017 und der Abspaltung von Bitcoin Cash erklärte das Unternehmen am 3. August, Abhebungen und Auszahlungen der damit neu entstandenen Kryptowährung Bitcoin Cash entgegen vorherigen Verlautbarungen doch ausführen zu wollen.[18]

Der Wert von Coinbase wurde Anfang August 2017 mit 1,6 Milliarden US-Dollar angegeben.[19] Coinbase hat als erstes Kryptowährungs-Unternehmen die Bewertung von 1 Milliarde US-Dollar überschritten und gilt somit als erstes „crypto unicorn“.[20]

Anfang Juni 2018 eröffnete Coinbase einen Sitz in Japan. Dort arbeitet das Unternehmen eng mit der japanischen Finanzaufsicht (FSA) zusammen, um die japanischen Gesetze jederzeit einzuhalten.[21]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coinbase hat zwei Hauptprodukte: Die Global Digital Asset Exchange (Abkürzung GDAX, ehemals Coinbase Exchange) als Börse und professionelle Handelsplattform für Kryptowährungen, sowie eine Endkunden-Handelsplattform mit Cyberwallet für Kryptowährungen. Zusätzlich wird eine Programmierschnittstelle für Entwickler und Verkäufer angeboten, um externe Programme an Coinbase anzubinden sowie automatisierten Zahlungsverkehr durchzuführen.

Über Coinbase können sowohl durch GDAX als auch durch die Endkunden-Handelsplattform die Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum und Litecoin in den offiziellen Währungen US-Dollar, Euro und britische Pfund gehandelt werden. Auch der Handel mit den Kryptowährungen untereinander ist möglich. Das Cyberwallet ermöglicht es, erworbene Währungen auf den Servern von Coinbase zu speichern und aufzubewahren (sogenannte „safe storage“).

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzer kritisierten mehrmals, dass die Handelsplattform von Coinbase teilweise kurzzeitig nicht erreichbar sei.[22] So brachen die Server der Handelsplattformen von Coinbase und GDAX beispielsweise im Mai 2017 unter der mit unerwartet hoher Handels- und Traffic-Volumina verbundenen Last zusammen und waren kurzzeitig nicht erreichbar.[11] Im Juni 2017 wurde der Handel von Ethereum an zahlreichen großen Börsen, darunter auch Coinbase, aufgrund eines plötzlichen, rapiden Preisverfalls für kurze Zeit ausgesetzt.[23] Nachdem der Handel wieder freigegeben wurde, erholte sich der Kurs schnell.[24] Coinbase kündigte an, Nutzer entschädigen zu wollen, die aufgrund des ausgesetzten Handels Verluste erlitten hatten.[24]

Im August 2017 schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass Coinbase zuletzt in der Kritik stand, weil der Service deutlich nachgelassen haben soll.[25] Coinbase kündigte prompt an, weiteres Geld in die Verbesserung des Service investieren zu wollen.[25]

Am 11. Januar 2018 fiel die Bitcoin-Auszahlung aus,[26] dabei wurden alle ausstehenden Transaktionen in der Blockchain aufgearbeitet, mit der Wiederaufnahme der Auszahlungen stieg die Warteschlange innerhalb kurzer Zeit wieder an. Dadurch, dass Coinbase weder SegWit noch gebündelte Auszahlungen unterstützt, verbraucht jede Transaktion mehr Platz in der Blockchain.[27][28][29] Coinbase kündigte daraufhin an, an SegWit und gebündelten Transaktionen zu arbeiten.[30]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Coinbase - Crunchbase. In: crunchbase.com. Crunchbase, Inc., 23. Dezember 2017, abgerufen am 23. Dezember 2017 (englisch).
  2. a b Coinbase, Inc.: Private Company Information. In: bloomberg.com. Bloomberg L.P., 28. August 2017, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  3. Coinbase. In: linkedin.com. LinkedIn Corporation, 28. August 2017, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  4. Dish Network Says It Will Accept Bitcoin. In: nytimes.com. The New York Times, 29. Mai 2014, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  5. Coinbase says it will support Bitcoin Cash after all — but it isn’t committed to trading yet. In: techcrunch.com. TechCrunch, 3. August 2017, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  6. a b Internetgeld: Investoren wittern das große Geschäft. In: handelsblatt.com. Handelsblatt GmbH, 13. Dezember 2013, abgerufen am 28. August 2017.
  7. Bitcoin löst Wettrüsten aus, Großminen verdrängen Einzelschürfer. In: welt.de. Die Welt, WeltN24 GmbH, 15. Januar 2014, abgerufen am 28. August 2017.
  8. Coinbase Nabs $5M in Biggest Funding for Bitcoin Startup - Venture Capital Dispatch. In: wsj.com. The Wall Street Journal, 7. Mai 2013, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  9. Internetgeld: Die Idee hinter Bitcoin. In: handelsblatt.com. Handelsblatt GmbH, 13. Dezember 2013, abgerufen am 28. August 2017.
  10. Cyber-Währung: Wie Profis in Bitcoins investieren. In: wiwo.de. Wirtschaftswoche, Handelsblatt GmbH, 10. Januar 2014, abgerufen am 28. August 2017.
  11. a b c Coinbase: Run auf Bitcoin und Ether legt weltgrößte Handelsplattform lahm. In: t3n.de. yeebase media GmbH, 26. Mai 2017, abgerufen am 28. August 2017.
  12. a b c Bitcoin-Börse Coinbase bekommt Genehmigung in den USA. In: spiegel.de. Spiegel Online GmbH, 26. Januar 2015, abgerufen am 28. August 2017.
  13. Coinbase: Erste lizenzierte US-Bitcoin-Börse gestartet. In: wiwo.de. Handelsblatt GmbH, 26. Januar 2015, abgerufen am 28. August 2017.
  14. Winklevoss Twins to Launch US-only Bitcoin Exchange. In: thenextweb.com. The Next Web, 23. Januar 2015, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  15. Coinbase Set to Open First Bitcoin Exchange in the US Today. In: thenextweb.com. The Next Web, 26. Januar 2015, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  16. a b c d US-Gericht: Kryptogeld-Börse Coinbase soll Kundendaten offenlegen. In: heise.de. Heise Medien GmbH & Co. KG, 2. Dezember 2016, abgerufen am 28. August 2017.
  17. Even the world’s largest bitcoin exchange couldn’t handle this week’s cryptocurrency boom. In: techcrunch.com. TechCrunch, 25. Mai 2017, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  18. Größte Kryptowährung-Handelsplattform unterstützt nun doch Bitcoin Cash. In: derstandard.at. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H., 4. August 2017, abgerufen am 28. August 2017.
  19. Bitcoin über 3500 Dollar: Unfassbare Rekordrally. In: handelszeitung.ch. Handelszeitung, Ringier Axel Springer Schweiz AG, 11. August 2017, abgerufen am 28. August 2017.
  20. Coinbase Becomes First Crypto Unicorn, Raises $100 Million In Funding Amid ICO Craze. In: forbes.com. Forbes, 10. August 2017, abgerufen am 23. Dezember 2017 (englisch).
  21. Crypto Exchange Coinbase Plans Expansion With Japanese Office. In: Bloomberg.com. (bloomberg.com [abgerufen am 11. Juli 2018]).
  22. Selbstversuch – Wie ich mein Geld in Bitcoins anlege. In: orange.handelsblatt.com. Handelsblatt GmbH, 30. Mai 2017, abgerufen am 28. August 2017.
  23. Warum Ethereum von 300 auf 13 Dollar stürzt. In: handelsblatt.com. Handelsblatt GmbH, 22. Juni 2017, abgerufen am 28. August 2017.
  24. a b Ethereum-Börse entschädigt Anleger nach Absturz. In: handelsblatt.com. Handelsblatt GmbH, 27. Juni 2017, abgerufen am 28. August 2017.
  25. a b Bitcoin-Kurs steigt stark an. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, 14. August 2017, abgerufen am 28. August 2017.
  26. Coinbase Status - BTC Sends Offline. Abgerufen am 21. Januar 2018 (englisch).
  27. Sputnik: Major Cryptocurrency Exchange Platform Accused of Spam-Attack on Bitcoin. Abgerufen am 21. Januar 2018 (englisch).
  28. Andrew Weilbacher: Coinbase under Fire for Their Bitcoin Mempool Spamming. In: BTCMANAGER. 18. Januar 2018 (btcmanager.com [abgerufen am 21. Januar 2018]).
  29. Bitcoinist: New Data Shows Coinbase May Be Spamming the Bitcoin Network. Abgerufen am 21. Januar 2018.
  30. Coinbase is Working on SegWit Support and Batched Transactions. In: Bitcoin Network, News, Charts, Guides & Analysis. 12. Januar 2018 (livebitcoinnews.com [abgerufen am 21. Januar 2018]).