Colombiana

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Filmdaten
Deutscher Titel Colombiana
Originaltitel Colombiana
Produktionsland Vereinigte Staaten, Frankreich
Originalsprache Englisch, Spanisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
JMK 14[1]
Stab
Regie Olivier Megaton
Drehbuch Luc Besson
Robert Mark Kamen
Produktion Luc Besson
Ariel Zeitoun
Musik Nathaniel Méchaly
Kamera Romain Lacourbas
Schnitt Camille Delamarre
Besetzung

Colombiana ist ein im Jahr 2010 gedrehter US-amerikanisch-französischer Action-Thriller des Regisseurs Olivier Megaton. In der Hauptrolle der eiskalten Rächerin agiert Zoë Saldaña. Jordi Mollà, Cliff Curtis, Lennie James und Michael Vartan spielen in Nebenrollen. Bei einem Produktionsbudget von 40 Millionen US-Dollar spielte der Film weltweit 60 Millionen US-Dollar ein.

Handlung[Bearbeiten]

In Kolumbien ermorden die Schergen des Mafiabosses Don Luis die Eltern der neunjährigen Cataleya. Nachdem Cataleya einem der Schergen, Marco, mutig ein Messer in die Hand rammt, flieht sie durch die Favelas von Bogotá und entkommt ihren Verfolgern in letzter Sekunde. Sie läuft zur amerikanischen Botschaft und übergibt den Behörden dort einen Chip mit wertvollen Daten. Vor seinem Tod hatte ihr Vater ihr erklärt, dass dieser Chip ihr „Reisepass“ sei. Cataleya fliegt nach Miami, Florida, entwischt den US-Behörden sofort nach der Ankunft, und fährt mit dem Bus nach Chicago, Illinois. Dort angekommen, sucht sie ihren Onkel Emillio auf, einen Gangsterboss in der Unterwelt von Chicago. Am nächsten Morgen erklärt Cataleya ihrem Onkel, dass sie eine Profikillerin werden möchte, doch er schickt Cataleya vorerst auf eine normale Schule.

15 Jahre später in Kalifornien. Eine anscheinend stark alkoholisierte junge Frau rammt mit ihrem Wagen ein Polizeiauto. Die Polizisten nehmen sie fest und bringen sie auf eine Polizeistation. Am selben Abend wird ein gefährlicher Gefangener auf die Polizeistation gebracht. Es handelt sich um einen Schergen von Don Luis. Zur selben Zeit erwacht die scheinbar schlafende Frau in ihrer Zelle plötzlich. Es ist Cataleya, die sich nur betrunken gestellt hat, um verhaftet zu werden, damit sie im Gefängnis an den Schergen von Don Luis herankommen und ihn ermorden kann. In den letzten Jahren hat sie es tatsächlich geschafft, eine versierte Killerin zu werden. Auch dieser Mord gelingt ihr, sie schlüpft in ihre Zelle zurück und wird entlassen. Special Agent James Ross fliegt zum Tatort und stellt fest, dass es sich um einen weiteren Mord des sogenannten Skizzenkiller handle, da der Mörder immer eine Cattleya-Orchidee auf die Brust der Opfer malt. Seit vier Jahren hinterlässt der Mörder solche Opfer mit diesen Skizzen. Der Special Agent vermutet, dass diese Skizzen nicht als Botschaft für die Polizei gedacht, sondern für jemand anderen bestimmt sind. Währenddessen kommt Cataleya wieder in Chicago an und trifft sich mit ihrem Freund Danny. Ihm gegenüber nennt sie sich jedoch Jennifer. Cataleya bekommt von ihrem Onkel einen neuen Job in einer Wäscherei. Sie findet später heraus, dass Don Luis unter dem Schutz der CIA steht. Cataleya bringt einen weiteren seiner Schergen um, indem sie das Opfer anschießt und in ein Becken mit Haien fallen lässt. Zuhause angekommen wartet sie auf ihren Freund. Er fragt sie, ob sie in ihrer Vergangenheit irgendwelche Schwierigkeiten gehabt habe. Sie antwortet jedoch nicht darauf. Am nächsten Morgen macht Danny ein Foto von der schlafenden Cataleya mit seinem Handy. Sie wacht auf und verschwindet sofort, da sie verschlafen hat. In einer Bibliothek trifft Cataleya verspätet ihren wütenden Onkel. Dieser offenbart ihr, dass Don Luis Wind bekommen hat und acht Leute in Miami hat umbringen lassen. Er feuert sie, da sie ihre Familie in Gefahr gebracht hat und gibt ihr ein Foto, das sie daran erinnern soll, was sie früher einmal war.

Währenddessen trifft sich Danny mit einem Freund. Er ist verliebt und zeigt dem Freund das Foto von Cataleya, dabei beklagt er, dass er eigentlich nichts über die außerordentlich verschlossene „Jennifer“ wisse. Der Freund ist begeistert und als Danny kurz verschwindet, schickt er das Foto an seine Schwägerin bei der Polizei, um Danny durch die Ermittlung von Cataleyas Identität einen Gefallen zu tun. Special Agent James Ross bemerkt umgehend, dass jemand in der Datenbank nach Cataleya sucht und kann die Spur zurückverfolgen. Cataleya fährt in die Kirche, in der ihr Onkel und dessen Mutter sitzen. Während dieses Gottesdienstes versöhnt sie sich mit der Familie. Die Polizei fährt zu der Wohnung von Cataleya, da sie ein Telefonsignal von ihrem Handy geortet haben. Cataleya flieht durch die Wohnungen des Hauses, die Parkgarage und durch eine Baustelle in die Metro von Chicago. Sie fährt zum Haus ihres Onkels, wo sie entsetzt feststellen muss, dass er tot ist, ebenso seine Mutter und sein treuer Gehilfe. Sie ist am Boden zerstört und will nun Rache für die ganze Familie. Sie sucht Special Agent Ross auf, erklärt ihre Situation und verlangt, dass er zur CIA gehe, um die Adresse von Don Luis herauszufinden. Ross tut das auch am nächsten Tag, jedoch verweigert der arrogante Agent der CIA anfangs die Herausgabe der Adresse und willigt erst notgedrungen ein, als Cataleya Ross am Handy anruft, und als Warnung das Fenster des CIA-Büros von einem gegenüberliegenden Haus aus durchschießt. Daraufhin fährt sie nach New Orleans, Louisiana, und erpresst sich den Grundriss des Hauses, in dem Don Luis wohnt. Cataleya greift das Haus an und tötet nach einem langen, brutalen Kampf alle Schergen von Don Luis, auch Marco, der einst ihre Familie umgebracht hat. Cataleya bringt ihn nach einem harten Schlagabtausch um, indem sie ihm mit einem Pistolenmagazin die Halsschlagader durchtrennt. Don Luis entkommt einstweilen jedoch in seinem Van, der von einem Müllwagen blockiert wird, als Cataleya ihn von Marcos Handy aus anruft. Er nimmt den Anruf auf der Freisprechanlage entgegen. Nachdem er wütend schwört, sich an ihr zu rächen und sie bis zu ihrem Tod zu jagen, und sie ihn nun niemals mehr finden würde, entgegnet Cataleya, dass er genau da sei, wo sie ihn haben wolle. Zwei perfekt abgerichtete scharfe Wachhunde von Cataleya, die sie zuvor im Wagen versteckt hatte, und die sich bis dahin ruhig verhalten hatten, töten ihn anschließend auf ihr Kommando.

Inzwischen wurde Danny auf das Revier zitiert. Cataleya ruft ihn kurz an, sagt ihm ihren richtigen Namen, und legt auf, nachdem Special Agent Ross versucht, mit ihr zu telefonieren. In der letzten Szene fährt Cataleya mit dem Bus in Richtung Sonnenuntergang. Ihr Schicksal bleibt ungewiss, ebenso ob Danny und sie einander jemals wiedersehen werden.

Kritiken[Bearbeiten]

„Eiskalte Rachegefühle, choreographisch perfekt inszeniert: Cataleya, gespielt von Zoë Saldana, ist Profikillerin – und besonders gut darin, ihre Arbeit so aussehen zu lassen, dass keiner dabei an Mord denkt. Der US-französische Action-Thriller „Colombiana“ ist ein Tribut an das Genrekino Hollywoods, übersteigert es aber ins Perverse.“

Süddeutsche Zeitung[2]

„Eine Killerin ohne Geschichte, Herumgeballere ohne Handlung: Mit dem miesen Action-Thriller „Colombiana“ bringt Luc Besson sogar seine frühen Filme in Verruf. […] Dass Geschichte und Charakter aber als derart nebensächlich abgetan werden und bloßer Vorwand für die nächste Schießerei sind, dass die stets emotionslose Heldin des Films ohne jede Schramme aus all den Auseinandersetzungen hervorgeht und keinen Moment an sich, ihren Morden und an dieser grausamen Welt zweifelt, ist einfach nur ärgerlich. […] Für die Tragödie hinter der Gewalt aber interessiert sich Colombiana kein Stück. Über 107 Minuten Spielzeit vergeigt der Film tatsächlich jede Gelegenheit, so etwas wie Tiefe oder Empathie zu entwickeln.“

Zeit Online[3]

„Die Prämisse der herangewachsenen Profikillerin […] wird erfüllt, nicht aber mit den seelischen Komplikationen ausgefüllt, die diese mit sich tragen sollte. Dabei sind es großartig kontrastierte Bilder des kaltblauen Drogensumpfs und der gelblich flirrenden Hitze über den Wellblechsiedlungen Bogotas, denen aufsehenerregende Kampfszenen folgen, perfekt choreografiert und in eine Hochglanzästhetik verpackt, die alles an sich abprallen lässt, was nicht die Durchschlagskraft von Cataleyas Kugeln besitzt. Viel Herz und Verstand besitzt der klassische Rachefilm dementsprechend nicht; eher scheint es, als hätte mit der steigenden Opferzahl nicht nur die Killerin, sondern auch der Film sein Mitgefühl verloren.“

film-dienst[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabe der Jugendmedienkommission
  2. Fritz Göttler: Meisterin des Mordes. Süddeutsche Zeitung, 10. September 2011
  3. Daniel Erk: Abgesang aufs Killerfilm-Genre. Zeit Online, 13. September 2011
  4. Kathrin Hager: Colombiana film-dienst, September 2011.

Weblinks[Bearbeiten]