Cosmic

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Cosmic Music ist eine in Mittel- und Süd-Europa bekannte Musikrichtung.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung dieses Musikstils, dieser Musikrichtung wird in Italien ab Ende der 1970er Jahre lokalisiert, als in der Diskothek Baia degli Angeli 1976–1979 in Gabicce Mare bei Rimini, Cattolica mit DJ Mozart, DJ Rubens, aber später auch mit DJ Daniele Baldelli die ersten Cosmic-Klänge ertönten.

In der Discothek Baia degli Angeli spielten vorher Bob & Tom aus Amerika. Sie mixten Funky Sound, Disco, Philadelphia Sound und inspirierten DJ Mozart zu Afro-Funky-Reggae-Sound. Es liefen keine Disco-Charts, es wurden die Rückseiten und freakigen alternativnummern aufgelegt.

Ab 1980 gab es dann in Lazise am Gardasee eine Diskothek mit dem Namen Cosmic, dort mixte DJ Daniele Baldelli und der Sound verbreitete sich. Mit Baldelli legten dort auch DJ T.B.C. (Claudio Tosi Brandi), Marco Maldi und andere auf. Das Kult-Auto dazu war der Citroën DS.

Zu den Gründungsvätern gehören Daniele Baldelli, T.B.C., Lodo (aka Beppe Loda, Discothek Typhoon in Brescia, Italien), DJ Mozart, Fabrizio Fattori, DJ Rubens, Ebreo, Yano, Spleen Club: Corrado DJ & DJ Stefan Egger. Weitere Cosmic-DJs sind: Fary, Rudy Franceschi, Gege, Melody Mecca, Pery, Meo, DJ Enne und Roberto Lodola. Diese mischten geeignete Stücke aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen so, dass ein durchgehendes Gesamtwerk im Sinne einer Komposition der klassischen Musik entstand. Entscheidend war hierbei, dass die Stücke ohne Pausen und in gleicher, angepasster Geschwindigkeit gespielt wurden. An bis zu fünf Turntables wurde gearbeitet.

Danach folgten die DJs der Next Generation wie DJ Pablo, DJ Fred, DJ Merlin, DJ Chris DVM & DJ Makossa (Wien, Österreich), DJ L.S.D., DJ Micky, DJ Bogi, DJ Makah uvm.

Cosmic war Anfang der 1980er auch in anderen Diskotheken in Italien populär geworden. Ab 1981 exportierte der österreichische DJ Stefan Egger (der sog. Cosmic-Dieter-Bohlen) den Cosmic nach Österreich und Deutschland, genauer: Innsbruck und München. Er übernahm diesen Musikstil aus Italien, vermischte ihn ab 1987 jedoch mit langsam gespieltem Techno, Beats und Grooves. Hierdurch wurde Cosmic massentauglich und einem breiteren Publikum zugänglich.

Der große Sprung nach Deutschland gelang, als – der zwischenzeitlich verstorbene – Hannes Alshut gemeinsam mit seinem Partner Stefan Egger und Rob Neureiter beschloss, der Stilrichtung einen einprägsamen Namen zu geben: „Cosmic Music“. Bis dahin sprach man immer von Afro, was oft zu irreführenden Assoziationen führte. Stefan Egger verwendete den Begriff Cosmic Music schon bei seinen ersten Partys ab 1984 in Innsbruck, da immer mehr elektronische Musik, Reggae, World usw. vermixt wurden.

Weitere Wegbereiter waren DJ Pablo Landauer („Fiesta Musica Magica“) und Frank Sammüller („Bahiana Corps“).

Hannes Alshut erkannte als Marketingfachmann das in „Cosmic Music“ steckende Potential, ließ sich den Begriff als Wort- und Bildmarke schützen und startete zusammen mit Stefan Egger als musikalischen Ideengeber und Booking-Partner seine erfolgreiche Veranstaltungsserie. Später übertrug er die Rechte an der Marke seinen beiden DJs Micky und Pedro, welche seit den 1990er Jahren für ihn unter Vertrag standen. Das Logo „Cosmic Music“ gestaltete Oli Schneider im Auftrag nach dem Vorbild des Logos der Kult-Disco „Cosmic“ am Gardasee. Oli Schneider lebt heute nach einem Schlaganfall in Augsburg.

„Cosmic Music“ als Musik- und Veranstaltungsagentur trug hauptsächlich im deutschsprachigen Alpenraum zur Verbreitung der Alternativ-Musik „Cosmic“ bei, die aber immer weniger mit den Ursprüngen dieser Musikrichtung gemein hatte. Die Musikstilelemente Afro, Reggae, Funk, Brasil, Cumbia, Ambient etc. werden immer noch verwendet. Cosmic hat sich aber weiterentwickelt und modernisiert. Ein Unterschied zu bestehenden Musikrichtungen wie House, Techno, Hip-Hop, Dance usw. besteht immer noch. Es ist weiterhin kein Mainstream, es gibt keine expliziten Chart- und Hitlisten. Eines der wichtigsten Elemente dieses Old-School-Cosmic war der Gedanke der Komposition im Sinne der klassischen E-Musik. Damals erarbeiteten die DJs für jeden ihrer Auftritte eigene einstündige Kompositionen, die ähnlich wie in der klassischen Komposition ein Opening, Steigerungen, Höhepunkte und ein Finale enthielten. Die „Instrumente“ waren dabei Sound-Versatzstücke, das Auflegen eher ein „Komponieren“ im Vergleich zum heutigen Recycling eigener Re-Mixes.

Cosmic Music blieb bis heute eine Insider-Marke im Raum Süddeutschland, Bayern, Tirol und Norditalien und wird immer noch von verschiedenen DJs auf zahlreichen Veranstaltungen in Clubs und Hallen dieser Regionen verbreitet.

Musikalische Einordnung Cosmic-Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen von Cosmic wurden und werden Songs aus verschiedensten Kulturen und vielen verschiedenen Musikrichtungen verarbeitet, wie beispielsweise Funk, Afro, Brasil, Reggae, Ragga, Bhangra, Rock, Pop, später auch Hip-Hop, Trip-Hop, Big Beat bis hin zu Trance und anderer Formen elektronischer Musik.

Da diese Musikrichtungen im Grundtempo starke Unterschiede aufweisen, werden durchaus auch Schallplatten, die zum Abspielen mit 33 RPM vorgesehen sind, mit 45 RPM abgespielt. Der dabei entstehende Micky-Mouse-Effekt wurde geradezu zum prägenden Stilmerkmal. Da beim klassischen 1210er zwischen der höchsten Stellung des Pitchreglers auf 33 und der niedrigsten auf 45 ein "Tempoloch" klafft, gehören modifizierte Turntables mit auf bis zu 30 % erweitertem Pitching-Bereich zur Standardausstattung. Inzwischen gibt es von Technics das Modell 1210 M5G mit einem Pitchbereich von +- 16 %.

Anfangs bewegte sich Cosmic in einem Tempobereich von 90 bis 105 BPM. Das Grundtempo erhöhte sich im Lauf der Jahre, zu den Hochzeiten betrug es bereits 105 - 110 BPM. Das Tempo nahm weiter zu und hat 110 BPM heute bereits überschritten. Das Cosmic-Tempo liegt heute bei 105 - 115 BPM.

Auch heute lebt Cosmic weiter, wenn auch regional begrenzt auf Italien, Österreich und Süddeutschland. Cosmic hat sich zu einer Art "Worldmusic" entwickelt.

Soziologie von Cosmic-Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographische Verbreitung: Cosmic hat sich von Italien aus nur bis nach Süddeutschland und Nordtirol ausgebreitet. Als Hochburgen im nicht-italienischen Raum sind dabei besonders Innsbruck (Afro-Meeting), Augsburg und München zu nennen. In Italien ist die Musikrichtung besonders in der Region Veneto beliebt, wobei Verona (Discoteca Stargate) und Padova eine besondere Rolle spielen.
  • Österreich: In Österreich ist die Cosmic-Kultur fast ausschließlich auf Nordtirol begrenzt. Obwohl Innsbruck als Universitätsstadt zahlreiche Studenten aus Vorarlberg und anderen Bundesländern Österreichs beherbergt, hat sich die Musikrichtung in Österreich zu keiner Zeit nennenswert in andere Bundesländer ausgebreitet. Fast unbekannt ist die Musikrichtung auch in Wien. Auch in den österreichischen Kultursendern wie [FM4|FM4] findet die Musik kaum Beachtung. Im Sommer 2005 gab es jedoch eine Serie bei FM4, die jeden Samstagabend italienischen Cosmic aus den 1980er Jahren vorstellte. In Innsbruck hat Cosmic gar die Stellung einer Art Underground-Volksmusik. So wurde Cosmic auch im Tivoli-Stadion bei Bundesligaspielen des FC Wacker Innsbruck zur Pause eingespielt.
  • Tanz: Cosmic ist durch einen charakteristischen Tanzstil geprägt, den man am ehesten als Ausdruckstanz bezeichnen kann. Besonders markant ist dabei das "wie auf Samtpfötchen tapsen".

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen, auf denen Cosmic-Musik gespielt wird, sind das jährliche Heilig 3 Cosmic in M1 Aichach und diverse Meetings in Italien und Österreich, beispielsweise in Bozen, Bergamo, Verona und Innsbruck. Es gibt Discotheken wie das PM in Untermeitingen bei Augsburg, die einmal im Monat einen Cosmic-Musik-Abend mit DJ Stefan Egger machen. Aber auch in Italien Stargate, Spleen, Mamamia etc.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]