Creampie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Creampie (zeichnerisch)

Als Creampie (deutsch etwa: Sahnepastete) werden Szenen in pornographischen Filmen bezeichnet, in denen ein Mann in Vagina oder Anus seiner Partnerin oder seines Partners ejakuliert und sich anschließend zurückzieht, wobei das Heraustropfen des Ejakulats aus der jeweiligen Körperöffnung von der Kamera eingefangen wird. Das New Partridge Dictionary of Slang and Unconventional English subsumiert darunter auch das Heraustropfen von Ejakulat aus dem Mund.[1]

Der Begriff „Creampie“ entstand in den 1990er Jahren im Umfeld von Anhängern spezifischer Pornographie[2] und fand seit den frühen 2000er Jahren Verwendung in der US-amerikanischen Pornofilm-Industrie, die auf Grund steigenden Kundeninteresses Filmserien mit Creampie-Szenen als zentralem Merkmal produzierte. Nach und nach entwickelte sich die Bezeichnung für bestimmte Szenen zu einem Untergenre des Pornofilms und fand durch Erwähnung in Massenmedien wie Filmen oder TV-Serien schließlich Eingang in die Umgangssprache.[2] Der US-amerikanische Englischprofessor Michael Thomas Carroll sieht im Creampie einen Gegenentwurf zum gängigen Klischee des Pornofilms, die Ejakulation des Mannes in den Fokus der Kameraarbeit zu setzen und das Ejakulat dabei auf dem Körper oder im Gesicht der Partnerin oder des Partners zu verteilen.[3]

Da Ejakulat nur in geringen Mengen abgegeben werden kann, werden von der Pornoindustrie für Creampies mitunter Ersatzstoffe eingesetzt.[1]

Die Produktion von Creampie-Szenen beinhaltet zwingend ungeschützten Geschlechtsverkehr, was die diesem innewohnenden Risiken mit sich bringt. Neben ungewollten Schwangerschaften sind dies sexuell übertragbare Erkrankungen. Die US-amerikanische Pornodarstellerin Lara Roxx infizierte sich wahrscheinlich bei einer analen Creampie-Szene mit ihrem Branchenkollegen Darren James 2004 mit dem HI-Virus.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Tom Dalzell, Terry Victor: The Concise New Partridge Dictionary of Slang and Unconventional English. Routledge, London 2014, ISBN 978-1-317-62511-7, S. 507.
  2. a b Vice.com: Wie Creampies zum Lieblingsfetisch von Porno-Fans wurden. Abgerufen am 21. April 2018.
  3. Michael Thomas Carroll: Popular Modernity in America: Experience, Technology, Mythohistory. Suny Press, Albany 2000, ISBN 978-0-7914-4713-0, S. 119.
  4. Richard Burnett: Inside Lara Roxx: former Montreal adult-film star on the deadly price of porn fame. In: Montreal Gazette, 25. Januar 2013. Abgerufen am 26. Januar 2013.