Das Kartengeheimnis

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Das Kartengeheimnis (ISBN 3-446-17710-8, Originaltitel: Kabalmysteriet, ISBN 82-03-24447-5) ist ein philosophischer Roman des norwegischen Autors Jostein Gaarder aus dem Jahre 1990. Die deutsche Übersetzung von Gabriele Haefs erschien 1995. Ähnlich wie in seinem danach geschriebenen Bestseller-Erfolg Sofies Welt versucht Jostein Gaarder, philosophische Fragen jugendgerecht durch eine spannende Erzählung zu vermitteln.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptpersonen der Geschichte sind der 12-jährige Hans-Thomas und dessen Vater; beide machen sich auf die Suche nach Hans-Thomas' Mutter, die die beiden vor einiger Zeit verlassen hatte. Nun ist der Vater ein Philosoph und verkürzt dem Jungen die Reise durch diverse philosophische Betrachtungen. Etwas komplexer wird die Geschichte dadurch, dass der Junge auf ein Buch stößt, dessen Inhalt als Geschichte in der Geschichte erzählt wird. Dieses Buch handelt vom schiffbrüchigen Bäcker Frode, der auf einer Insel strandet und der über ein Kartenspiel verfügt. Der einsame Bäcker macht nun die auf den Karten dargestellten Figuren zu seinen virtuellen Gesprächspartnern, bis er ihnen eines Tages leibhaftig auf der Insel begegnet (darauf bezieht sich der Titel des Buches). Den Figuren ist offenbar nicht bewusst, dass sie eigentlich nur der Phantasie des Bäckers entsprungen sind, doch enthält das Kartenspiel auch einen Joker, der über diese Erkenntnis verfügt und nun, eine deutliche Anspielung auf Platon und sein Höhlengleichnis, versucht, den anderen diesen Sachverhalt nahezubringen. Der Bäcker nimmt als Schöpfer der Figuren praktisch die Rolle Gottes ein, was problematisch ist, da der Joker, wie Nietzsche, von seinen Mitfiguren fordert, sie sollen Gott töten und eigenständig leben.

Die Geschichte in der Geschichte wird aus der Perspektive des lesenden Hans-Thomas geschildert, der dabei zu den entsprechenden Erkenntnissen über die menschliche Existenz kommt und mit seinem Vater (dem er allerdings die Existenz des Buches zunächst verschweigt) darüber diskutiert. Unterdessen geht die Reise der beiden, die in Norwegen begann, weiter, man findet tatsächlich Hinweise zum Aufenthaltsort der Mutter, die sich in Griechenland, der Heimat der Philosophie als Model durchschlägt. Ehe die Familie am Ende wieder zusammenfindet, erzählt der Junge dem Vater von dem Inhalt des Buches, ohne ihm zu sagen, dass es dieses Buch gibt. Er wurde als sehr phantasiereich abgestempelt und kurz darauf verschwindet das Buch und der Junge ist sich selbst nicht mehr sicher, ob es tatsächlich real war.

Deutsche Übersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Übersetzung von Gabriele Haefs wird dadurch erschwert, dass das norwegische Original teilweise in Deutschland bzw. in der Schweiz spielt. Das Dorf, in dem der Bäcker lebt, wurde von Jostein Gaarder im Original beispielsweise einfach „Dorf“ genannt – für die deutschen Leser mag dies etwas verwirrend sein.

Interessant wirken aus deutscher Perspektive auch einzelne Erzählungen des Vaters über seine Mutter und ihr Leben im von deutschen Soldaten besetzten Norwegen. Seine Mutter ließ sich mit einem deutschen Soldaten ein, aus der Beziehung ging er hervor. Lange Jahre habe er sich geschämt, ein „Deutschenkind“ zu sein.

Symbolik der Purpurlimonade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Purpurlimonade zeichnet sich dadurch aus, dass sie alle Geschmacksrichtungen, die uns Menschen wahrzunehmen ist, in ihrer Essenz vereinigt. Sie wird aus dem Saft der Purpurrose gewonnen und anschließend gekocht. Diese Rezeptur erfand Frode während seiner 52-jährigen Inselzeit. Die Purpurlimonade kann als Symbol einer transzendenten Realität gedeutet werden, die alle Erfahrungen, die wir auf Erden machen können, in sich birgt. Parallelen zur Akasha-Chronik, in der alle Erfahrungen gespeichert sind, die Menschen je gemacht haben, sind ebenfalls zu bemerken.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 Jugendbuch des Monats März der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]