Das Lamm und der Wolf

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Das Lamm und der Wolf (griech.: Το αρνί και ο Λύκος) ist eine Fabel, die dem altgriechischen Fabeldichter Äsop zugeschrieben wird und vom römischen Dichter Phaedrus (Lupus et agnus, Fabeln 1, 1) in Versform gebracht wurde. Die Redewendung Kein Wässerchen trüben können bezieht sich auf diese Fabel. Der französische Schriftsteller Jean de La Fontaine griff diese Erzählung in „Der Wolf und das Lamm“ auf.[1]

Illustration 1922

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wolf sieht, wie ein Lamm aus einem Fluss trinkt. Er sucht einen Anlass, um es zu fressen. Deshalb stellt er sich weiter oben an das Ufer und wirft dem Lamm vor, dass es das Wasser trübe mache. Das Lamm entgegnet, dass es am Ufer stehe und trinke und es auch nicht möglich sei, dass jemand, der weiter unten stehe, das Wasser oberhalb dieser Stelle trübe mache. Der Wolf wirft dem Lamm daraufhin vor, im vorigen Jahr seinen Vater beleidigt zu haben. Das Lamm antwortet, es sei noch nicht einmal ein Jahr alt. Der Wolf wirft daraufhin dem Lamm vor, dass dessen ganze Sippschaft ihn hasse und verfolge und frisst das Lamm auf.

Botschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Fontaine fasst zusammen: „Der Starke hat immer recht.“ Der Stärkere findet immer eine Begründung, wenn er Unrecht begeht.[2]

Martin Luther formulierte als Lehre aus der Fabel: „So ist der Lauf der Welt. Wer fromm sein will, muss leiden, wenn einer Streit sucht. Denn Gewalt steht über dem Recht. Wenn man dem Hund übel will, hat er das Leder gefressen. Wenn der Wolf es so will, ist das Lamm im Unrecht.“[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Jean de La Fontaine: „Der Wolf und das Lamm“ (Gutenberg-DE) bzw. der französische Text: „Le Loup & l’Agneau“ (Wikisource).
  2. https://www.blueprints.de/artikel/einstellung-verhalten/der-wolf-und-das-lamm-von-jean-de-la-fontaine.html
  3. http://digitale-schule-bayern.de/dsdaten/450/110/index.html