Dauba (Adelsgeschlecht)

Die Herren von Dauba waren ein altes böhmisches Adelsgeschlecht, ein Zweig der Herren von Ronow (Ronovci), das sich im 13. Jahrhundert in der Region Českolipsko niederließ, auf der heute abgegangenen Burg Dubá. Hier erwarben sie ihre umfangreichen Besitzungen, Burgen, Städte, Herrschaften und ein hohes gesellschaftliches Ansehen. Die Blasonierung des Stammwappens lautet: Auf goldenem Feld zwei gekreuzte schwarze Ostrve, jeweils mit fünf Aststümpfen. Die „Ostrve“ mit den gestutzten Ästen dienten als Leitern zum Erklimmen von Burgmauern.[1]
Ursprünge und frühe Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der erste bekannte der Herren von Ronow war Smil von Tuhaň, der zwei Söhne hatte: Častolov von Zittau (z Žitavy) und Heinrich von Zittau. Der ältere Častolov hatte drei Söhne und eine Tochter. Der älteste seiner Söhne wurde zunächst als Heinrich und später als Hynek von Dauba bezeichnet (erwähnt in Urkunden von 1249–1290). Er und seine Geschwister ließen sich hauptsächlich in Nordböhmen in der Region Českolipsko nieder und alle gründeten Familien mit vielen Nachkommen. Aufgrund der Besetzung höchster Hof- und Landesämter, ihres umfangreichen Landbesitzes und ihres politischen Einflusses gehörten sie zu den wichtigsten Persönlichkeiten des böhmischen Königreichs. Ihre Namen erscheinen in den Urkunden dieser Zeit in verschiedenen Formen, was es heute erschwert zu bestimmen, zu welcher Familie die eine oder andere Person gehörte, ob es sich um einen Sohn, Vater oder Cousin handelt.[1]
Die Herren von Dauba
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der oben erwähnte Heinrich der Jüngere, der älteste Sohn des Častolov von Žitava und später als Hynek von Dauba bezeichnet, erwarb Schluknow, Rummelsburg und 1333 Hohenstein. Er ist der Stammvater der Berka von Dauba.[2]
Die Söhne Hyneks von Dauba
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hynek von Dauba hatte drei bekannte Söhne:[1]
- Hynek der Jüngere von Dauba (Nachweise 1276–1309), hatte vier Söhne
- Albrecht von Friedland (Landgut, nicht die heutige Stadt), von Liebeschitz (belegt 1279–1325), hatte fünf Söhne
- Čeněk (1279)
Die angegebenen Daten sind die Jahre, in denen sie in bekannten Urkunden erwähnt werden, die heute in Archiven aufbewahrt sind.
Nachkommen und Nebenzweige
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Söhne gründeten ihre eigenen Familien und führten zur Entstehung vieler weiterer Familienzweige, beispielsweise:[1]
- Berka von Dauba (Berkové z Dubé)
- Schkopka von Dauba (Škopkové z Dubé)
- Adersbach von Dauba (Adršpachové z Dubé)
- Rotenberger von Dauba (Červenohorští z Dubé)
Sie schrieben sich nach der heute bereits abgegangenen Burg in der Stadt Dubá in der Region Českolipsko.
Familiengeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einer der nachgewiesenen Regenten war Matthäus, dem Höfe am unteren Lauf der Sázava gehörten. Sein Nachkomme Andreas († nach 1361) baute Ende des 13. Jahrhunderts die Burg Rubá. Dessen Sohn Andreas von Dauba (Ondřej z Dubé) († 1412 oder 1413) war Landrichter, Exekutor der königlichen Kammer und von 1384 bis 1394 Oberstlandrichter von Böhmen. Seine Brüder teilten das Geschlecht in die zwei folgenden Zweige auf.[3][4]
Vaněk von Dauba hielt Burg Humpolec. Sein Enkel Kunesch, Anhänger des Georg von Podiebrad, verlor während der kriegerischen Auseinandersetzungen sein gesamtes Vermögen. Noch im gleichen Jahrhundert starb dieser Zweig aus.[5][6]
Benesch von Dauba ließ die Burg Leštno (auch Líšno) bei Bystřice erbauen.[7] Auch dieser Zweig starb Ende des 15. Jahrhunderts aus.
Weitere Verwendung des Namens
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Namensprädikat wurde auch von dem hussitischen Feldherren Jan Roháč von Dauba verwendet, der jedoch aus einem anderen, nicht verwandten Geschlecht der Herren von Dauba stammte. Außerdem nicht verwandt waren sie auch mit den Mratsch von Dauba (Mračtí z Dubé) aus dem Geschlecht der Beneschau.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d Miloslav Sovadina: Rozrod žitavských Ronovců. In: Bezděz: Vlastivědný sborník Českolipska. Band 7. Česká Lípa 1998, S. 28.
- ↑ Jaroslav Panáček: Založení České Lípy. In: Bezděz: Vlastivědný sborník Českolipska. Band 11. Česká Lípa 2002, S. 7.
- ↑ Jiří Spěváček: Václav IV. (1361–1419): K předpokladům husitské revoluce. Svoboda, Prag 1986, S. 256.
- ↑ August Sedláček: Benešovici. In: Ottův slovník naučný. Band 8. Otto, Prag 1894, S. 76.
- ↑ Hrad Orlík. Humpolák, 1. Januar 2001, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ "Obec" Úročnice: Část 5 (6. doplněk) – rok 1451 až 1499. Úročnice, eStránky.cz, 17. Dezember 2012, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Historický vývoj hradu. Zámek Líšno, abgerufen am 20. November 2025.