Der Rufer (Bremen)

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Der Rufer an der Schlachte und ...
... ehemals an der Hans-Bredow-Straße

Der Rufer ist eine Bronzeplastik von Gerhard Marcks. Sie steht an der Schlachte in Bremen vor dem Weserhaus von Radio Bremen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Standort des neuen Fernsehgebäudes in Bremen-Osterholz wollte Radio Bremen 1966 unbedingt ein Werk von Gerhard Marcks haben, der schon mit seiner Plastik von den Bremer Stadtmusikanten ein Symbol für die Stadt geschaffen hatte. Der Vorschlag des Künstlers: Ich mache euch einen Rufer. Die Skulptur sollte die Aufgabe von Rundfunk und Fernsehen möglichst zeitlos darstellen. Marcks: Wenn ich jetzt da jemanden mit dem Fernseher hinstelle, denn sieht das in zehn Jahren ziemlich doof aus, weil dann sind die Fernseher ja schon viel besser. Dagegen dieses Rufen, die Nachricht in die Welt setzen, das ist immer das gleiche geblieben, ob jetzt bei den Griechen oder heute. Und das hat Marcks versucht durch den Rufer zu symbolisieren, dafür bekam er 1966 den Auftrag.[1]

Skulptur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Meter hohe Bronze-Skulptur mit einem Gewicht von 700 kg hält die Hände um seine Mundwinkel, um so seinen Ruf zu verstärken. Nachempfunden ist die Figur der Gestalt des Stentor aus der Ilias, die dem Dichter Homer zugeschrieben wird. Dort heißt es, seine Stimme sei so laut wie die von fünfzig anderen Männern zusammen.

Auf dem Gelände des Fernsehstudios an der Hans-Bredow-Straße wurde der Rufer am 24. November 1967 eingeweiht, dort hat er fast vierzig Jahre auf seinem Sockel neben dem Redaktionsgebäude gestanden und Richtung Stadtmitte geblickt. Mit der Aufgabe des Standortes musste auch der Rufer umziehen. Seine neue Adresse: Hinter der Mauer 7, 28195 Bremen.

Mittlerweile rufen weitere Güsse des Rufers auch im Australischen Perth, auf dem Mittelstreifen der Berliner Straße des 17. Juni, vor einem Verlagsgebäude in Essen sowie im Garten der Zentrale der Bundesbank in Frankfurt am Main.

Neuer Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Umzug an die Schlachte, neben das neue Radio Bremen Gebäude im Stephani-Quartier, musste ein durchgerosteter Eisenträger im rechten Schienbein ersetzt werden. Und zum Schutz gegen Feinstaub und sauren Regen bekam die Figur einen Wachsüberzug. Neu ist die drehbare Lagerung, mit der die Blickrichtung geändert werden kann. Immer wenn im Fernsehen 3 nach 9 läuft, wird der Rufer durch die Glasfront ins Studio schauen, danach ruft er wieder seine Nachrichten über die Weser.[2]

Am 23. November 2007 wurde die Bronze-Skulptur während einer Feierlichkeit ein zweites Mal eingeweiht. Dabei sagte Intendant Glässgen: „Der Rufer erhält in Bremen jetzt einen markanten Standort – wie Radio Bremen mitten in der Stadt, erreichbar für die Menschen und weithin sichtbar. Sein Ruf für Frieden und Meinungsfreiheit soll von seinem neuen Platz vor dem Studio- und Sende-Gebäude Radio Bremens weit über die Weser hinweg, vor allem auch über die Sendungen und Programme des Senders, vernehmbar sein.“[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach 40 Jahren in Osterholz Umzug in die Stadtmitte (Memento vom 25. November 2007 im Internet Archive)
  2. a b Neuer Standort für Rufer-Bronze-Statue vor dem Funkhaus

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 53° 4′ 46,6″ N, 8° 47′ 43,9″ O