Der Tod in Rom

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Der Tod in Rom ist ein Roman von Wolfgang Koeppen, der 1954 veröffentlicht wurde.

Es ist – nach Tauben im Gras (1951) und Das Treibhaus (1953) – das dritte Werk der sogenannten Trilogie des Scheiterns, mit der sich Koeppen als wichtiger Autor der deutschen Nachkriegsliteratur etablieren konnte.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman setzt sich mit den Karrieren ehemaliger Nationalsozialisten nach dem Zweiten Weltkrieg auseinander.

Vor der Kulisse Roms treffen in der Nachkriegszeit Opfer und Täter der Zeit des Nationalsozialismus aufeinander. In einer Art literarischen Choreografie stellt der Autor in mehreren parallel laufenden Handlungssträngen immer neue Figurengruppen aus den Mitgliedern zweier Familien und deren näherem Umfeld zusammen. In kunstvollem Geflecht von Dialogen und inneren Monologen wird die Gegenwart problematisiert und die Vergangenheit aufgedeckt; die Charaktere zeigen den Opportunismus und die Anpassungsfähigkeit der Mitläufer wie die ungebrochene Gewaltbereitschaft der Täter wie die Zerrissenheit und den Eskapismus der nachfolgenden Generation.

Hintergrund ist das noch ungelöste Problem der Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Zeit des Wirtschaftswunders.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Koeppen: Der Tod in Rom, Frankfurt am Main (Suhrkamp) 2001, ISBN 3518397613

Auswahlbibliographie:

  • Thomas Richner: Der Tod in Rom. Eine existential-psychologische Analyse von Wolfgang Koeppens Roman. Zürich/München, 1982
  • Oliver Herwig: Wolfgang Koeppens Absage an den Asthetizismus: Die Strategie der literarischen Auseinandersetzung mit Thomas Mann im Roman ‚Der Tod in Rom‘. In: Zeitschrift für Germanistik 3/1995, S. 544-53
  • Bernd Widdig: Melancholie und Moderne: Wolfgang Koeppens Der Tod in Rom. In: The Germanic Review 66/4 (Herbst 1991), S. 161-168
  • Margarete Mitscherlich: Wie haben sich deutsche Schriftsteller gegen die Unfähigkeit zu trauern gewehrt? Dargestellt an Wolfgang Koeppens ‚Der Tod in Rom‘. In: Neue Rundschau 94, 1983/3, S. 137-156

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]