Deutsche Alzheimer Gesellschaft

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Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz
(DAlzG)
Logo der DAlzG
Zweck: Selbsthilfe für Demenzkranke und ihre Angehörigen
Vorsitz: Monika Kaus
Gründungsdatum: 1989
Sitz: Berlin
Website: www.deutsche-alzheimer.de

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) und ihre Mitgliedsgesellschaften sind Selbsthilfe-Organisationen. Die Organisation will die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Familien verbessern. Die Demenz vom Alzheimer-Typ ist die häufigste Form der mit zunehmendem Alter häufigeren Demenzerkrankungen.

Anfang der 1980er Jahre schlossen sich Angehörige von Demenzkranken und berufliche Helfer an einzelnen Orten in Deutschland und Selbsthilfegruppen zusammen, um wirksamer für die Interessen der Betroffenen einzutreten. Dies geschieht gemeinsam durch Angehörige und professionelle Fachkräfte der Sozialen Arbeit, der Pflege und der Geriatrie.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat rund 15.000 Mitglieder in 137 angeschlossenen Organisationen (Stand Februar 2016).

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist der Bundesverband von Alzheimer-Landesverbänden sowie von regionalen und örtlichen Gesellschaften oder Gruppen. Die bundesweite Gesellschaft wurde 1989 als gemeinnütziger Verein gegründet. Ihre erste Vorsitzende war Eleonore von Rotenhan (1989–1993). Die Initiative ging aus von Hans Lauter, damals Chef der Psychiatrie an der TU München, und dem damaligen Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft München, Koch [1].

Ihre derzeitige Vorsitzende ist Monika Kaus, Wiesbaden. Weltweit gibt es 83 nationale Alzheimer-Gesellschaften, die im Dachverband Alzheimer’s Disease International (ADI) zusammengeschlossen sind. Die DAlzG ist Mitglied von ADI sowie beim europäischen Dachverband Alzheimer Europe.

Landesverbände in Deutschland bestehen in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Die Geschäftsstelle, seit 1997 in Berlin, hat 14 angestellte Mitarbeiter/innen, überwiegend in Teilzeitstellen (Stand: Februar 2016). Der Fachliche Beirat wird vom Vorstand für die Dauer von drei Jahren berufen, um den Vorstand bei Entscheidungen, die besondere fachliche Kompetenz erfordern, zu beraten.

Die Organisation unterhält außerdem sechs ständige Arbeitsausschüsse, deren Mitglieder vom Vorstand berufen werden und diesen zu Themen wie Ethik, Häusliche Versorgung, Rehabilitation oder Technische Hilfen fachberatend unterstützen. So hat der Arbeitsausschuss Qualität in der Arbeit der Alzheimer-Gesellschaften entsprechende Leitsätze verfasst. Im Arbeitsausschuss Ethik ist seit 2011 das Ethikratsmitglied Michael Wunder tätig.

Der Verein organisiert unter anderem die Information und Gründung lokaler Selbsthilfegruppen zur gegenseitigen Unterstützung. Es gibt seit Januar 2002 ein bundesweites Alzheimer-Telefon, das jährlich über sechstausendmal angerufen wird[2].

Die DAlzG wird vornehmlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert, erhält jedoch für ihre Informations- und Beratungstätigkeit auch Unterstützung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Veröffentlichungen, Kongresse, Forschungsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Interessenvertretung der Demenzkranken und ihrer Angehörigen nimmt die DAlzG regelmäßig Stellung zu einschlägigen gesetzgeberischen Vorhaben und veröffentlicht eigene Forderungen[3]. Neben Informationsbroschüren vertreibt die Alzheimer Gesellschaft auch mit dem Alzheimer Info seit 1997 eine vierteljährlich erscheinende Mitgliederzeitschrift.

1997 fand der 1. Alzheimer-Kongress in Stuttgart statt. Es folgten weitere Kongresse 1999 in Berlin, 2002 in Friedrichshafen, 2004 in Lübeck und zusammen mit dem 22. internationalen Alzheimer-Kongress 2006 in Berlin. Weitere Kongresse im Zwei-Jahres-Rhythmus waren 2008 in Erfurt, 2010 in Braunschweig, 2012 in Hanau und 2014 in Gütersloh. Vom 29. September bis 1. Oktober 2016 findet der 9. Kongress der DAlzG in Saarbrücken statt.

Außerdem werden regelmäßig fachspezifische Tagungen durchgeführt, z. B. im November 2015 zum Thema „Demenz und geistige Behinderung“.

Die DAlzG vergibt alle zwei Jahre eine Forschungsförderung, mit der insbesondere Projekte der Versorgungsforschung unterstützt werden, deren Ergebnisse zur Verbesserung von Therapie und Versorgung von Demenzkranken und ihren Angehörigen erkennbar beitragen können.

Hilfsangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet eine Vielzahl von Hilfsangeboten für Betroffene und deren Familien an, darunter das speziell entwickelte Schulungsprogramm Hilfe beim Helfen, das pflegende Angehörige kostenlos besuchen können. Dieses Schulungsprogramm wurde im Jahre 2003 mit dem Oskar-Kuhn-Preis, erster Platz in der Kategorie Praxis ausgezeichnet.

Neben Informationsmaterial zu rechtlichen, praktischen und ethischen Fragen bietet die DAlzG aktuelle Veranstaltungshinweise, Foren zum Austausch, unter anderem ein geschütztes Forum für Angehörige von Menschen mit Frontotemporaler Demenz, sowie ein sogenanntes Alzheimer-Telefon an, das professionelle Beratung für Kranke und Angehörige ebenso wie für Pflegekräfte anbietet.

Im Januar 2011 wurde das im Rahmen des Jugendwettbewerbs Alzheimer and you entstandene Praxishandbuch für den Unterricht veröffentlicht. Es stellt eine praktische Handreichung für Lehrer und andere Pädagogen dar, die das Thema Demenz im Unterricht oder in Jugendgruppen aufgreifen und kreativ umsetzen wollen.

Hilfreich für seelisch bereits beeinträchtigte Angehörige wäre ein Angebot zur Unterstützung bei der zusätzlich belastenden Heimsuche und bei der Überwindung der Nöte während der ersten Heimphase selbst. Entsprechend geschulte Ehrenamtliche könnte man Heimbegleiter nennen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „‚Damals war Alzheimer praktisch unbekannt.‘ Ein Gespräch mit der Gründungsvorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Eleonore von Rotenhan“. In: Alzheimer Info, Nr. 4/2009.
  2. Martina Lenzen-Schulte: Der unsichtbare Patient. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. März 2011, S. N1f.
  3. http://www.deutsche-alzheimer.de/ueber-uns/stellungnahmen.html