Deutsche Gehörlosen-Jugend

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Logo des DGJ

Der Deutsche Gehörlosen-Jugend e. V. (DGJ) mit Geschäftsstelle in Berlin ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Landesverbänden der Gehörlosen, die Jugendarbeit betreiben, sowie von eigenständigen Organisationen tauber Jugendlicher. Die Deutsche Gehörlosen-Jugend stellt somit bundesweit die Interessenvertretung für 14.000 schwerhörige und taube Kinder und Jugendliche dar. Über die Landesverbände sind ca. 6.600 Mitglieder aus mehr als 600 Vereinen in der DGJ organisiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Gehörlosen-Jugend wurde am 20. März 2004 in Hamburg gegründet und im Oktober 2005 offiziell als eigenständige Jugendorganisation in den Deutschen Gehörlosen-Bund aufgenommen.

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGJ hat ein breit gefächertes Angebot für taube und schwerhörige Kinder und Jugendliche. Dazu gehören ein Kindercamp, ein Jugendcamp, diverse Bildungsveranstaltungen und Beratungen. Außerdem setzt sich der Deutsche Gehörlosen-Jugend als Interessenvertretung auf politischer Ebene für die Belange tauber und schwerhöriger Kinder und Jugendlicher ein. Hierfür sammelt und bündelt der Verein Forderungen, Wünsche und Interessen tauber und schwerhöriger Kinder und Jugendlicher und vertritt diese gegenüber öffentlichen und privaten Stellen auf Bundesebene. Des Weiteren betreibt die DGJ Öffentlichkeitsarbeit um die Gesellschaft in Bezug auf Taubheit, Schwerhörigkeit und Gebärdensprache zu informieren und zu sensibilisieren. Die Erarbeitung und Sicherung von Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige Infrastruktur der Kinder- und Jugendarbeit in Bezug auf Taube und Schwerhörige in Deutschland stellt ein weiteres Aufgabenfeld des Deutschen Gehörlosen-Jugend dar.

Auch die Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen Verbänden wie der European Union of Deaf Youth und der World Federation of Deaf Youth, die taube und schwerhörige Kinder und Jugendliche fördern, ist Bestandteil der Aufgaben des Deutschen Gehörlosen-Jugend. Damit einher geht auch das Ziel, ein Zusammenwachsen der jungen tauben Generation Europas zu fördern, indem zu Verständigung und Toleranz über Grenzen hinweg aufgerufen wird.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der DGJ wird von einem ehrenamtlichen Vorstand geleitet. Er besteht aus dem/der Bundesjugendvorsitzenden und einem/einer Finanzreferent*in die gemeinsam die Fachgebiete Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und Koordination der Projekte abdecken. Zudem kann es weitere Beisitzer*innen geben. Unterstützt wird der ehrenamtliche Vorstand durch hauptamtliches Personal in der Geschäftsstelle in Berlin. Als ordentliche Mitglieder gelten alle Landesverbände im Bundesgebiet. Außerordentliche Mitglieder der DGJ sind z. B. verschiedene eigenständige Jugendorganisationen. Die Bundesjugendversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der DGJ und findet jährlich in verschiedenen Orten in Deutschland statt. Der Bundesjugendvorstand besteht aus zwei Bundesjugendvorsitzenden und jeweils einem/einer Finanzreferent*in.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Person des Jahres der Deutschen Gehörlosen-Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr wird im Deutschen Gehörlosen-Jugend e. V. ein Jugendlicher oder junger Erwachsener zur „Person des Jahres“ gekürt. Diese Person wird von den Jugendlichen der Gehörlosengemeinschaft selbst vorgeschlagen und ausgewählt, wenn sie sich in einem Jahr viel für taube Menschen in Bereichen wie Kultur, Politik, Bildung u. a. eingesetzt hat und man ihr herausragendes Engagement belohnen will.

Jugendpreis der Deutschen Gehörlosen-Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jugendpreis der Deutschen Gehörlosen-Jugend wird in Verbindung mit dem Jugendfestival vergeben. Hier wird eine Person des Vorstandes der Deutschen Gehörlosen-Jugend ausgewählt und geehrt. Das Engagement der Person soll für die Taubengemeinschaft langfristig ausschlaggebend sein, da er/sie sich für taube Menschen in Bereichen wie Kultur, Politik, Bildung u. a. eingesetzt hat.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]