Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der deutschen Gastroenterologen. Sie wurde im Jahr 1913 zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. In den USA gab es bereits seit 1897 die American Gastroenterological Association, in Japan die 1902 gegründete Japanische Gesellschaft für Gastroenterologie.[1]

Der erste Vorstand der Gesellschaft bestand aus Carl Anton Ewald (1. Vorsitzender), Adolf Schmidt (Mediziner) (2. Vorsitzender), Ismar Isidor Boas, Hugo Starck und Curt Pariser. Daneben waren ein beratender Ausschuss und ein Schriftführer vorgesehen.[2] Die neue Vereinigung verstand sich als übernational und interdisziplinär. Tagungsorte waren zum Beispiel Amsterdam und Budapest, auch wurden Pathologen und Chirurgen in die Arbeit miteinbezogen. Den Namenszusatz „Deutsch“ erhielt die Gesellschaft dagegen erst nach ihrer 14. Tagung 1938. Die erste Tagung über Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten fand im April 1914 in Bad Homburg statt.[3]

Sitz der DGVS ist Hamburg,[4] ihre Geschäftsstelle befindet sich in Berlin. Präsident der Gesellschaft ist Markus M. Lerch von der Uniklinik Greifswald.

Ziele und Aufgaben[Bearbeiten]

Die DGVS fördert wissenschaftliche Forschungsarbeit und die Entwicklung von Standards in der Diagnostik und Therapie von gastroenterologischen Erkrankungen.

Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Erarbeitung und Veröffentlichung von Leitlinien, die Unterstützung des Nachwuchses und die Pflege von internationalen Beziehungen auf dem Fachgebiet. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Weiter- und Fortbildung von Ärzten in Klinik und Praxis.

Internationale Zusammenarbeit[Bearbeiten]

  • UEG (United European Gastroenterology)- interdisziplinärer Verbund von europäischen Gesellschaften
  • UEGF (United European Gastroenterology Federation)- interdisziplinärer Verbund von europäischen Gesellschaften
  • WGO (World Gastroenterology Organization)- Zusammenschluss der nationalen gastroenterologischen Fachgesellschaften weltweit
  • ASNEMGE (Association of National European and Mediterranean Societies of Gastroenterology) Zusammenschluss von nationalen gastroenterologischen Gesellschaften (Europa und Mittelmeerraum)
  • ESDO (European Society of Digestive Oncology)
  • ESGE (European Society of Gastrointestinal Endoscopy)

Literatur[Bearbeiten]

  • Harro Jenss, Guido Gerken, Markus M. Lerch (Hrsg.): 100 Jahre Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten DGVS. August Dreesbach Verlag, München 2013, ISBN 978-3-944334-17-2. (online)
  • Harro Jenss, Markus M. Lerch (Hrsg.): Tagungen der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten; Die Präsidenten von 1914 bis 2014. Sardellus Vertragsgesellschaft, Greifswald 2014, ISBN 978-3-9813402-5-9. (online)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harro Jenss, Guido Gerken, Markus M. Lerch (Hrsg.): 100 Jahre Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten DGVS. München 2013, S. 7.
  2. Jenss, Gerken, Lerch (Hrsg.): 100 Jahre DGVS. 2013, S. 22.
  3. Jenss, Gerken, Lerch (Hrsg.): 100 Jahre DGVS. 2013, S. 22.
  4. Eintragung beim Amtsgericht Hamburg VR 4858.