Deutsche Schachjugend

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Deutsche Schachjugend im Deutschen Schachbund
Deutsche Schachjugend Logo.png
Abkürzung: DSJ
Gründung: 25.04.1970
Gründungsort: Berlin
Vorsitzender: Malte Ibs
Unterverbände: 17
Mitglieder (ca.): 29.000
URL: www.deutsche-schachjugend.de

Die Deutsche Schachjugend im Deutschen Schachbund e. V. (DSJ) ist die Jugendorganisation des Deutschen Schachbundes. Ihr gehören 17 Landesschachjugenden und rund 29.000 jugendliche Mitglieder bis 20 Jahre an, die in Schachvereinen organisiert sind.

Als Verband ist die DSJ innerhalb des Deutschen Schachbundes eigenständig. Sie wurde am 25. April 1970 in Freiburg gegründet. Sie betrachtet ihre Aufgaben im Anbieten eines geregelten bundesweiten Spielbetriebs, in der allgemeinen Jugendarbeit sowie im Schulschach. Diesen kommt sie als Spitzenverband durch die Ausrichtung von Meisterschaften, Lehrgängen, Turnieren Sommerlager, GirlsCamps uvm. nach. Der Deutschen Schachjugend obliegt in Abstimmung mit dem Deutschen Schachbund die Vertretung hinsichtlich des Jugendschachs gegenüber dem Weltschachbund FIDE.

Schachsportliche Jugendarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chessy, das Maskottchen der DSJ, am Schachbrett

Die schachsportliche Jugendarbeit umfasst den Spielbetrieb und den Leistungssport. Ziel der Deutschen Schachjugend ist es, das Schachspiel als sportliche Disziplin zu pflegen und junge Menschen in der Gemeinschaft zu erziehen und ihre gemeinsamen Interessen zu vertreten. Sie geht dabei von dem Grundsatz aus, dass das Schachspiel als sportliche Disziplin in besonderem Maße geeignet ist, der geistigen und charakterlichen Erziehung und Bildung der Kinder zu dienen. Dabei sollen Kinder und Jugendliche motiviert werden, sich unter Wettbewerbsbedingungen im Schachsport zu messen. Gleichfalls bemüht sich die DSJ aber auch um gesellige Formen für eine sinnvolle Erfüllung der Freizeit. Es werden Trainer ausgebildet und die monatliche Zeitung Jugendschach verlegt.

Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Jugendeinzelmeisterschaften: Über 500 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 25 Jahren kommen für neun Tage an einem Ort zusammen und spielen in verschiedenen Altersklassen die Bundessieger aus.
  • Deutsche Ländermeisterschaft: Aus ihren besten Spielerinnen und Spielern bilden die Landesschachjugenden Auswahlmannschaften und ermitteln den stärksten Landesverband.
  • Deutsche Vereinsmeisterschaften: Hier treten in verschiedenen Altersklassen die besten Vereinsteams gegeneinander an.
  • Deutsche Schulschachmeisterschaften: In verschiedenen Altersklassen von Grundschulen bis hin zu Abiturienten treten Schulmannschaften gegeneinander an.
  • Deutsche Internetmeisterschaften: Über das Internet werden Deutscher Interneteinzel- und -schulmannschaftsmeister ermittelt.

Deutsche Jugendeinzelmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der alljährlichen Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft (DEM) treffen die besten Talente und Nachwuchsspieler Deutschlands aufeinander. Sie bildet den Höhepunkt der Saison, da alle Altersklassen zentral die deutschen Meister ausspielen. Neben den offiziellen Wettbewerben findet ein U25-Jugendopen sowie ein extra Turnier für Kinder bis neun Jahren statt, sodass sich jedes Jahr insgesamt über 500 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 25 Jahren bei diesem zentralen Jugendschach-Event versammeln. Hinzu kommen fast noch einmal so viele Trainer, Betreuer, Eltern und Geschwister.

Deutsche Vereinsmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr finden dezentral die Deutschen Vereinsmeisterschaften (DVM) statt und gehören dabei spieltechnisch zu der vorherigen Saison. In den fünf Altersklassen U20, U16, U12 sowie für die Mädchen U20w und U14w können sich die Vereine über ihre Landesschachjugenden qualifizieren. Einen besonderen Namen haben sich in den letzten Jahren der SV Rüdersdorf, SG Porz und die SF Dortmund-Brackel gemacht. In der DVM U20 ist die SG Bochum 31 der dominierende Verein gewesen.

Deutsche Schulschachmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In jedem Frühjahr treffen sich die besten Mannschaften der Bundesländer, um in ihren Wettkampfklassen die Deutschen Meister zu ermitteln. 2009 nahmen ca. 450 Kinder und Jugendliche an den Bundesfinals teil.

Deutsche Internetmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kooperation mit Chessbase führt die DSJ seit 2003 alljährlich die Deutschen Internetmeisterschaften (DIM) in den Altersklassen U14, U18 und U25 durch. In vier Vorturnieren mit jeweils sieben Runden Schweizer System qualifizieren sich die je sechs Bestplatzierten für das Finale, in dem bei neun Runden Schweizer System die Deutschen Internetjugendmeister ausgespielt werden. 2010 nahmen mehr als 300 Jugendliche aus ganz Deutschland am Wettbewerb teil.[1]

Schulschach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Förderung des Schachspiels an den Schulen ist eine der zentralen Aufgaben der DSJ. Dort verbindet die Schachjugend ihren Bildungsauftrag mit den Vorteilen des Schachs für die Kinder und Jugendlichen. Mittlerweile wird kaum eine andere Sportart in so vielen Arbeitsgemeinschaften an deutschen Schulen betrieben wie Schach. Wie stark der Schachsport in den Schulen verankert ist, zeigte sich zum Beispiel in der Aktion Partnerschulen der Schacholympiade 2008. Über 180 Schulen aus ganz Deutschland beteiligten sich an dem einjährigen Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Weltmeister Wladimir Kramnik. Die beteiligten Schulen traten nicht nur bei Regionalturnieren am Schachbrett gegeneinander an, sondern sie beschäftigten sich in unzähligen Projekten und Initiativen mit den Teilnehmerländern der Schacholympiade.

Wettkampfsystem im Schulschach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den meisten Bundesländern gibt es einen regulären Spielbetrieb für die Auswahlmannschaften von Schulen in verschiedenen Altersklassen (hier Wettkampfklassen genannt). Die jeweiligen Landesmeister treten dann bei den Deutschen Schulschach-Meisterschaften gegeneinander an. Das Wettkampfsystem umfasst die Wettkampfklassen I (offen, kein Bundeswettbewerb), II (bis 17 Jahre), III (bis 15 Jahre), IV (bis 13 Jahre) und V (bis 11 Jahre, nur bis 4. Schuljahr – auch „G“ Grundschulen genannt). Ferner wird eine eigene Wettkampfklasse für Mädchenmannschaften ausgeschrieben. Im Jahr 2010 wurde erstmals auch ein Bundeswettbewerb für Haupt- und Realschulen ausgeschrieben. Landeswettbewerbe hierzu gab es bereits zuvor in einigen Bundesländern.

Die Altersangaben beziehen sich jeweils auf das Kalenderjahr, in welchem das Schuljahr endet.

Schulschachpatent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Schulschachpatent versuchen die Schachjugend und die Deutsche Schulschachstiftung, das Schachspiel noch stärker an den Schulen zu verbreiten. Auf einem Wochenendseminar lernen die Teilnehmer – Lehrer, Eltern, Senioren, ältere Schüler –, wie man eine Schulschachgruppe aufbaut, führt und betreut. Schachliches, didaktisches und methodisches Wissen stehen auf dem Lehrplan. Das Patent ist der Qualifikationsnachweis gegenüber Schulleitung und Eltern. Zwischen 2002 und 2008 schlossen über 1.500 Engagierte ein Seminar erfolgreich ab und erhielten dafür das Schulschachpatent. Schach soll damit an immer mehr Ganztagsschulen zum festen Bestandteil des pädagogischen Zusatzprogrammes werden und gehört mittlerweile an zahlreichen Schulen zum regulären Stundenplan.

Schachsportübergreifende Jugendarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da es auch viele Kinder und Jugendliche gibt, die nicht unbedingt leistungsorientiert Schach spielen wollen, unterstützt die DSJ Vereine dabei, eine umfassende Jugendarbeit mit einem abwechslungsreichen Programm für alle Altersgruppen und Spielstärken aufzubauen. Eine ganz besondere Bedeutung hat dabei die Jugendsprecherarbeit. Hier sollen junge Menschen gefördert werden, sich in ihren Vereinen und Verbänden zu engagieren. Die beiden Bundesjugendsprecher der Schachjugend führen jedes Jahr mehrere Seminare für engagierte Jugendliche zu den verschiedensten Themen durch, zum Beispiel Rhetorik, Motivation, Umgang mit neuen Medien oder Projektmanagement.

DSJ-Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2007 führt die Deutsche Schachjugend als zentrales Ausbildungsangebot die DSJ-Akademie durch. Aus zahlreichen Modulen kann jeder Teilnehmer ein Seminarprogramm ganz nach seinen Wünschen zusammenstellen. So können die Teilnehmer an einem Wochenende Ideen und Anregungen zu den unterschiedlichsten Themen gewinnen und sich mit genau den Fragen beschäftigen, die sie in ihrem Verein oder ihrer Schulschachgruppe beschäftigen. Die einzelnen Module decken drei große Themenfelder ab:

  • Organisation und Führung
  • Spiel, Wettkampf und Training
  • Jugend und Betreuung

Alle Referenten verfügen über langjährige ehrenamtliche oder berufliche Erfahrung in ihren Themenfeldern. Das Programm der Akademie ist für alle Engagierten in der Jugendarbeit interessant – und lockt deshalb auch alle Altersstufen an. Zwischen 16 und 75 Jahren sind die Teilnehmer der Veranstaltung.

Ehrentafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berthold Schlieper, 1984

Nachfolgend sind die Träger der Goldenen Ehrennadel der DSJ aufgeführt.[2]

  • 1981 Ernst-Robert Kadesreuther (1. Vorsitzender)
  • 1987 Herbert Schramm (Schatzmeister)
  • 1987 Berthold Schlieper (verschiedene Vorstandsfunktionen)
  • 1988 Wolfram Inngauer (Öffentlichkeitsreferent)
  • 1988 Reinhold Unterreitmeier (Lehrwart)
  • 1988 Karl-Heinz Hartmann (2 Vorsitzender)
  • 1990 Dieter Rasch (verschiedene Vorstandsfunktionen)
  • 1990 Gert Blankenburg (Schulschachreferent)
  • 1990 Jörg Schulz (1. Vorsitzender)
  • 1992 Susanne Hund (Mädchenreferentin)
  • 1992 Paul Müller (Vorsitzender der Saarländischen Schachjugend)
  • 1995 Egon Ditt (Präsident des Deutschen Schachbundes)
  • 1997 Klaus Deventer
  • 2004 Kurt Lellinger
  • 2009 Patrick Wiebe
  • 2009 Rainer Niermann
  • 2010 Björn Lengwenus
  • 2011 Jan Pohl
  • 2011 Michael Klein
  • 2015 Christian Warneke
  • 2015 Gustaf Mossakowski

Nachfolgend die Träger der silberne Ehrennadel der DSJ[2]:

  • 2003 Michael Juhnke
  • 2003 Carsten Schmidt
  • 2003 Gerhard Hund
  • 2004 Gustaf Mossakowski
  • 2005 Helmut Stadler
  • 2006 Norbert Lukas
  • 2006 Markus Semmel
  • 2007 Gabriele Häcker
  • 2008 Ulrike Schlüter
  • 2008 Simon M. Claus
  • 2008 Kevin Ewe
  • 2009 Eike Schwede
  • 2009 Walter Rädler
  • 2010 Michael Meier
  • 2011 Michael Zeuner
  • 2011 Paul Onasch
  • 2011 Jacob Roggon
  • 2011 Erik Kothe
  • 2012 Martin Wojdyla
  • 2012 Holger Lutzka
  • 2013 Wolfgang Clüsserath
  • 2014 Caissa Klug
  • 2014 Philip Hörter
  • 2014 Stephan Hornschuh
  • 2014 Jan Salzmann
  • 2014 Falco Nogatz
  • 2014 Rafael Müdder
  • 2015 Lisa Wassermann
  • 2015 Christoph Kahl
  • 2016 Michael Ehlers
  • 2017 Carsten Karthaus

Nachfolgend die Träger der Jugendehrung der DSJ[2]:

  • 2003 Jacob Roggon
  • 2005 Stefan Dressel
  • 2008 Lisa Molitor
  • 2008 Sonja Häcker
  • 2011 Achudhan Karunaharamoorthy
  • 2014 Viktoria Hauk
  • 2016 Julian Schmitz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teilnehmer der DIM 2010
  2. a b c http://www.deutsche-schachjugend.de/service/auszeichnung-und-foerderung/ehrungen-der-dsj/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutsche Schachjugend – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien