Deutscher Astrologen-Verband

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Deutscher Astrologen-Verband
(DAV)
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1947
Sitz Lippstadt
Zweck Pflege, Erforschung und Weitergabe der Astrologie als ein wichtiges kulturelles Erbe der Menschheit; Angebot an qualifizierter Ausbildung und Beratung.
Vorsitz Klemens Ludwig
Geschäftsführung Birgit Lummer
Mitglieder ca. 600
Website www.astrologenverband.de

Der Deutsche Astrologen-Verband ist die größte Vereinigung von Astrologen im deutschsprachigen Raum. Er sieht sich in der Tradition der ersten astrologischen Vereinigungen vor der NS-Zeit.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziele des Verbandes sind die Aufklärung der Öffentlichkeit über Möglichkeiten und Grenzen einer seriösen Astrologie, die Unterstützung vorurteilsloser Forschung sowie die Vertretung der berufspolitischen Interessen von Astrologen. Das reicht von der Unterstützung bei Datenschutzverordnung bis hin zur astrologischen Existenzgründung. Die Homepage bietet eine Plattform für Beratungsangebote. Darüber hinaus versteht sich der Verband als Sammelbecken für alle, die der Astrologie positiv gegenüberstehen. Niemand muss beim Eintritt eine Selbsteinschätzung der astrologischen Fähigkeiten abgeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Oktober 1947 gründeten Astrologen auf Initiative von Ludwig Stenger in Wiesbaden den Deutschen Astrologen-Verband e.V.[1] Damit nahmen sie eine Tradition vom Anfang des 20. Jahrhunderts wieder auf: Die erste astrologische Vereinigung Deutschlands, die Deutsche Astrologische Gesellschaft (DAG), wurde am 7. August 1910 in Leipzig gegründet. Im Jahr 1912 führte die DAG als erste professionelle Organisation von Astrologen eine Prüfung zum Nachweis astrologischer Kenntnisse ein. Die Gründer des DAV knüpften daran an. In den 1980er Jahren entstanden astrologischer Ausbildungs- und Forschungszentren; zudem wurden seit 1981 regelmäßige Tagungen initiiert, aus denen der jährliche DAV-Kongress hervorgegangen ist.

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

16 bundesweite Ausbildungszentren bilden die Basis für eine astrologische Ausbildung. Dafür gibt es ein gemeinsames Curriculum sowie einen Lehrplan. Die Ausbildung umfasst die Vermittlung eines breiten astrologischen Wissens. Neben der Deutung von Horoskopen zählen dazu die Geschichte der Astrologie, die verschiedenen Schulen und Traditionen, astronomische Grundkenntnisse sowie verschiedene Prognosemethoden. Eine Ausbildungskommission, die die Arbeit der Zentren begleitet, koordiniert deren Aktivitäten und soll für die Sicherung der Standards sorgen.

Die Studierenden können die Ausbildung mit einer Verbandsprüfung abschließen. Damit wird festgestellt, ob hinreichendes astrologisches Wissen vorhanden ist, Horoskope richtig zu deuten und einen Klienten kompetent zu beraten. Die Prüfung berechtigt dazu, den geschützten Titel "Geprüfter Astrologe" bzw. "Geprüfte Astrologin DAV" zu führen.[2] Die Prüfung wird von der zentrumsunabhängigen Prüfungskommission abgenommen.

Die Zentren bieten zudem weiterführende Kurse in Spezialthemen der Astrologie an und wenden sich auch an Einsteiger. Dazu zählen Veranstaltungen zum „Tag der Astrologie“, dem Widder-Ingress am 20. oder 21. März.

Der Verband legt großen Wert auf Medienarbeit und ist den Leitmedien präsent, wie Der Spiegel[3], Die Zeit[4], Der Stern[5], Die Welt[6], ZDF-heute.de[7], zahlreiche ARD- und ZDF-Sendeplätze[8][9] sowie in überregionalen und regionalen Zeitungen[10] und Radio- und Fernsehstationen. Das bietet die Möglichkeit, einem großen Publikum nahezubringen, was seriöse Astrologie ist, wie sie arbeitet und wo ihre Aussagegrenzen sind.

Ein jährlicher Kongress Ende September ist mit etwa 200 Teilnehmern die größte regelmäßige Astrologie-Veranstaltung im deutschsprachigen Raum. In jedem 2. Jahr wird im Rahmen des Kongresses der „Goldene Jupiter“ für besondere Verdienste um die Astrologie verliehen.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bauer, Erich: Der Tierkreiszeichenführer, München 1990, ISBN 3-453-04522-X.
  • Brady, Bernadette: Astrologie zwischen Chaos und Kosmos, Tübingen 2008, ISBN 978-3-89997-163-7.
  • Claudius Ptomeläus Tetra Biblos, Mössingen 1995.
  • Gil Brand, Rafael: Lehrbuch der klassischen Astrologie, Tübingen 2000, ISBN 9-783925100-47-5.
  • Mertz, Bernd A.: Das Grundwissen der Astrologie, CH-Kreuzlingen 1990, ISBN 3-934058-04-3.
  • Ring, Thomas: Die Astrologische Menschenkunde, Tübingen 2003, ISBN 3-925100-71-7.
  • Schubert-Weller: Christoph: Wege der Astrologie, Mössingen 1996, ISBN 3-925100-22-9.
  • Stuckrad, Kocku von: Geschichte der Astrologie, München 2003, ISBN 3-406-50905-3.
  • Weise, Daniela, Ludwig, Klemens: Das Große Lexikon der Astrologe, München 2002, ISBN 3-8094-1556-1.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1947 - heute: Geschichte des Deutschen Astrologen-Verbands. Abgerufen am 25. April 2021 (deutsch).
  2. Astrologie | Astrologie-Prüfung des Astrologen-Verbands. Abgerufen am 25. April 2021 (deutsch).
  3. Max Polonyi, DER SPIEGEL: Astrologie: Wann geht es wieder bergauf, Herr Ludwig? Abgerufen am 25. April 2021.
  4. Wer glaubt denn so was? Abgerufen am 25. April 2021.
  5. Hokuspokus oder die Kraft der Sterne: Bestimmt Astrologie wirklich unsere Zukunft? Abgerufen am 25. April 2021.
  6. WELT: Horoskop: Wurde hier Corona vorhergesagt? In: DIE WELT. 16. Dezember 2020 (welt.de [abgerufen am 25. April 2021]).
  7. Chinesisches oder europäisches: Welches Horoskop ist besser, Herr Ludwig? Abgerufen am 25. April 2021.
  8. Astrologie in Indien und Deutschland. 15. Januar 2021, abgerufen am 25. April 2021.
  9. Was in den Sternen steht. Abgerufen am 25. April 2021.
  10. Klemens Ludwig: Trumps Stern wird schnell sinken. Fuldaer Zeitung, Fulda 31. Dezember 2020.
  11. Preisverleihung "Goldener Jupiter". Abgerufen am 25. April 2021.