Diätetisches Lebensmittel

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diätetische Lebensmittel in D
(nur Beispiele, keine Wertung)

In Deutschland ist der Begriff diätetische Lebensmittel in der Diätverordnung geregelt.

Definition[Bearbeiten]

Laut Diätverordnung müssen diätetische Lebensmittel die folgenden Eigenschaften erfüllen (alle müssen zutreffen):

  • für eine definierte Personengruppe.
  • für einen besonderen Ernährungszweck.
  • mit deutlichem Unterschied zu Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs.

Diätetische Lebensmittel dienen nicht der allgemeinen Ernährung der Durchschnittsbevölkerung, sondern einer definierten Personengruppe:

  • Personen mit Störungen von Verdauung, Resorption und Stoffwechsel.
  • Personen, die sich "in besonderen physiologischen Umständen" befinden.
  • gesunden Säuglingen und Kleinkindern.

Folgende Gruppen von Lebensmitteln zählen zu den diätetischen Lebensmitteln:

Verbot von Diabetiker-Lebensmitteln[Bearbeiten]

Am 24. September 2010 beschloss der Bundesrat auf Vorschlag des Ausschusses für Agrarpolitik und Verbraucherschutz (AV) sowie des Gesundheitsausschusses (G), "die spezifischen Anforderungen an Diabetiker-Lebensmittel [zu] streichen und die Diätverordnung den gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben an[zu]passen."[1][2] Damit muss, mit einer Übergangsfrist bis 2012, die Produktion von Lebensmitteln mit dem Hinweis 'Für Diabetiker geeignet' für den deutschen Markt eingestellt werden.[3] Da es sich bei Diabetes mellitus nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstanddabei nicht um eine reine "Zuckerkrankheit" handelt, sondern auch der Eiweiß- und Fettstoffwechsel betroffen ist, kann für Zuckeraustauschstoffe kein Nutzen nachgewiesen werden. Somit gelten für Diabetes-Kranke die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für die Allgemeinbevölkerung.[4] Hinweise auf Diät-Lebensmitteln, dass diese für Diabetiker sorglos zu genießen wären, seien demnach irreführend.

Diabetiker-Lebensmittel dürfen ab dem 9. Oktober 2012 nicht mehr angeboten werden. Sie gelten als überflüssig, teilweise gar schädlich.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Meisterernst, Ebba Loeck, Helmut Erbersdobler: Praxishandbuch Nahrungsergänzungsmittel & ergänzende bilanzierte Diäten. Behr, Hamburg 2007, ISBN 978-3-89947-412-1 (Loseblattwerk).[6].
  • Andreas Hahn, Maike Wolters, Olaf Hülsmann: Nahrungsergänzungsmittel und ergänzende bilanzierte Diäten. 2. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8047-2272-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 874. Plenarsitzung des Bundesrates - Tagesordnungspunkt 57: Sechzehnte Verordnung zur Änderung der Diätverordnung, bundesrat.de, 21. September 2010
  2. Verordnung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Sechzehnte Verordnung zur Änderung der Diätverordnung (PDF; 621 kB), bundesrat.de, 9. August 2010
  3. Änderung der Diätverordnung - Diabetiker-Lebensmittel sollen verschwinden, rp-online.de, 23. September 2010
  4. Diätverordnung Schluss mit Diabetiker-Pralinen & Co., br-online.de, 29. September 2010
  5. Das ändert sich 2012 - Lebensmittel für Diabetiker, Westdeutsche Zeitung Online, 28. Dezember 2011, gesehen am 30. Dezember 2011
  6. Nahrungsergänzungsmittel & ergänzende bilanzierte Diäten, Praxishandbuch
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