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Die Zeitung

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Die Zeitung war ein deutschsprachiges Periodikum zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, das in London verlegt wurde. Es erschien von März 1941 bis Juni 1945 in einer Auflage von durchschnittlich 15.000 bis 20.000 Exemplaren[1] und richtete sich hauptsächlich an Deutsche im Exil. Eine Dünndruckausgabe wurde auch außerhalb Großbritanniens verkauft und von der Royal Air Force über Deutschland abgeworfen.

Die Zeitung erschien 1941 zunächst als vierseitige Tageszeitung, ab Freitag, den 2. Januar 1942 dann als zwölfseitige Wochenzeitung. Gleichzeitig wurde der Erscheinungsrhythmus der Überseeausgabe von zweiwöchentlich auf wöchentlich erhöht.

Die Zeitung enthielt hauptsächlich Nachrichten über den Krieg und aus Deutschland. Laut der ersten Ausgabe vom 12. März 1941 war sie, abgesehen von Schweizer Presseerzeugnissen, die einzige freie und unabhängige deutschsprachige Zeitung in Europa, wenngleich sie auch allgemeinen englischen Zensurbestimmungen unterlag.

Als Chefredakteur fungierte bis Januar 1944 Johannes Lothar, danach Dietrich Mende.

Für Die Zeitung schrieben u. a. Sebastian Haffner, Peter de Mendelssohn und Friedrich Feld. Als Grafikerin arbeitete Nelly Rossmann für das Blatt, die zuvor für die Frankfurter Zeitung gearbeitet hatte.[2] Sie hatte ihre Position im Deutschen Reich 1935 aufgrund ihrer jüdischen Religionszugehörigkeit aufgeben müssen. Für die Jahre 1941 und 1942 sind Zeichnungen von Walter Trier in der Zeitung belegt.[3]

Die Zeitung (Stuttgart)

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Unter dem Namen Die Zeitung gab der Journalist Waldemar Schweitzer von 1964 bis 1966 in Stuttgart ebenfalls ein autonomes Magazin (Slogan: „Diese Zeitung wird nur von ihren Redakteuren beeinflußt“) heraus, das als linker Gegenpol zum Spiegel konzipiert war.

  1. Erläuterungen: Die Zeitung von der Deutschen Nationalbibliothek (Memento vom 14. Februar 2012 im Internet Archive)
  2. Nelly Rossmann Family Papers im Bestand des USHMM, abgerufen am 31. Juli 2017
  3. Markus Behmer Hg.: Deutsche Publizistik im Exil 1933 bis 1945. Personen, Positionen, Perspektiven. Festschrift für Ursula E. Koch. Lit, Münster 2000, Abb. S. 158, 169 (hier zweimal), 170