Doppel-T-Anker

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Gleichstrommaschine mit Doppel-T-Anker
Doppel-T-Anker als Firmenlogo

Der Doppel-T-Anker ist eine einfache Form eines Ankers – auch Läufer oder Rotor genannt –, der in Elektromotoren und Generatoren verwendet wird. Er besteht aus zwei spiegelbildlich angeordneten Eisenkernen in T-Form, die von einer Spule umwickelt sind.

Geschichtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Form des Ankers wurde 1856 von Werner Siemens erfunden. Er verwendete diese Erfindung zur Erzeugung von Strom bei dem im Auftrag der Bayerischen Staatsbahn hergestellten Telegrafenapparat. Ein solcher Telegraf benötigte im Gegensatz zu seinen Vorläufern keine Batterien mehr, da der Strom durch Kurbelbewegung beim Telegrafieren selbst erzeugt wurde. Diese Erfindung kam nicht nur bei der Telegrafie zum Einsatz, sie war auch die Grundlage der 10 Jahre später von Werner von Siemens vorgestellten Dynamomaschine. Diese Maschine basierte auf dem Elektrodynamischen Prinzip, das Siemens unabhängig von Samuel Alfred Varley und Charles Wheatstone fand und diese Entdeckung 1867 als erster veröffentlichte.[1]

Der Doppel-T-Anker wurde als Kern des von Bosch seit 1887 hergestellten Magnetzünders verwendet, der seit 1897 in Kraftfahrzeugen eingesetzt wurde. Ein solcher Anker wird auch stilisiert im seit 1919 von der Firma Bosch verwendeten Logo dargestellt.[2]

Heutige Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute findet der Doppel-T-Anker hauptsächlich noch in zu Unterrichtszwecken konstruierten Elektromotoren Verwendung. Ein solcher Motor benötigt allerdings Starthilfe um anzulaufen, da nicht bei allen Stellungen des Ankers die Kräfte in die notwendige Richtung wirken; Abhilfe schafft da beispielsweise ein Dreifach-T-Anker, die nächst einfache Ankerform.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Museum: Die Dynamomaschine von Werner Siemens
  2. Bosch Automotive: Produktgeschichte im Überblick, Magazin der Produktgeschichte