Druse (Mineralogie)

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Aragonit (farblos) und Kutnohorit (graubraun) als Drusenfüllung in einer Karbonatgeode
Achatmandel mit Quarzdruse

Als Druse bezeichnet man einen unvollständig mit Kristallansammlungen verschiedener Art gefüllten ehemaligen Hohlraum (Geode) im Gestein. Vollständig mit Mineralsubstanz ausgefüllte Hohlräume nennt man dagegen Mandel. Die oft synonym, wenn auch irreführend, verwendeten Begriffe trifft man vor allem im Zusammenhang mit der Beschreibung von Achaten an.

Die Bezeichnung Druse ist verwandt mit dem mittelhochdeutschen Worten drusene, drusine, drusen[1] für Bodensatz (Hypostasis) und lässt sich bis zum althochdeutschen Wort druos (Mehrzahl druosi, mittelhochdeutsch auch schon drüese) für Drüse oder Beule[2] (auch mit Geschwulst verbundenes Geschwür, Abszess, Knoten und Furunkel)[3] zurückverfolgen.

Eine ähnliche Form gefüllter Gesteinshohlräume sind die sogenannten Schneekopfkugeln.

Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekanntesten Fundstätten von Amethystdrusen liegen in Südamerika, besonders im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul wurden und werden immer wieder Drusen mit Längen und Volumen von mehreren (Kubik-)Metern gefunden. Als aktuell größte gilt die Empress of Uruguay, eine 3,27 Meter hohe Druse aus Uruguay, die unter anderem im American Museum of Natural History ausgestellt war.[4][5]

Auch in Deutschland kann man Drusen finden, beispielsweise in der Gegend um Idar-Oberstein oder im Erzgebirge. Diese reichen aber nur selten an die Größe und Qualität der südamerikanischen Drusen heran.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In durch vulkanische Prozesse im Gestein entstandene Hohlräume sickert stark mineralhaltiges Wasser ein, welches im Laufe der Zeit zur Bildung von Kristallen führt. Dabei sind die im Inneren der Drusenräume entstandenen Einzelkristalle jünger, während die älteren Generationen oft kristallinische Schalen bilden. In den Hohlräumen von Kalkstein finden sich Kalk- und Braunspatdrusen, in Kieselgesteinen sind es Quarzdrusen. Amethystdrusen treten als innerste Bekleidung von Achaten im Melaphyr auf, Zeolithdrusen in vulkanischen Gesteinen. Reich an Drusenbildungen sind auch die Erzgänge.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursel Laarmann: Das Geschenk der permischen Vulkane. Wie kommen nun die Edelsteine in die Vulkanite? In: Achat: Der Edelstein, aus dem Idar-Oberstein entstanden ist: Geschichte, Entstehung, Funde (= Christian Weise [Hrsg.]: extraLapis. Band 19). Christian Weise Verlag, 2000, ISBN 3-921656-54-0, ISSN 0945-8492, S. 26–27.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Druse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch 1966
  2. Hans Lüschen: Die Namen der Steine. Das Mineralreich im Spiegel der Sprache. 2. Auflage. Ott Verlag, Thun 1979, ISBN 3-7225-6265-1, S. 207.
  3. Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52). Königshausen & Neumann, Würzburg 1991, ISBN 3-88479-801-4, S. 125, druos, drüese, drusene (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990).
  4. The world’s largest Amethyst geode – The ‘Empress of Uruguay’. In: geologypage.com. 11. Januar 2017, abgerufen am 5. Dezember 2019.
  5. 12-Foot Amethyst Geode Time Lapse. In: youtube.com. American Museum of Natural History, 24. Oktober 2017, abgerufen am 5. Dezember 2019.