Duoschaltung

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Duoschaltung

Eine Duoschaltung ist eine Parallelschaltung eines induktiven und eines kapazitiven Leuchtstofflampen-Zweigs. Der induktive Lampenzweig besteht dabei aus konventionellem Vorschaltgerät und Leuchtstofflampe, der kapazitive Lampenkreis verfügt zusätzlich über einen Kondensator, der in Reihe mit dem Vorschaltgerät geschaltet ist.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine derartige Zusammenschaltung wird die Blindleistung kompensiert (Reihenkompensation), denn der Kondensator hat idealerweise genau die Kapazität, dass die Beträge der Blindleistungen der beiden Zweige gleich sind. Außerdem reduziert sich dadurch der Stroboskopeffekt der Beleuchtung, da durch die Phasenverschiebung der Ströme in den einzelnen Zweigen von 90° zueinander auch die Hell-Dunkel-Phasen der Lampen gegeneinander phasenverschoben sind. Die eine Lampe leuchtet genau dann, wenn die andere beim Nulldurchgang des Stromes verlischt.

Kondensator-Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reihenkompensation stellt gegenüber der Parallelkompensation erhöhte Anforderungen an den Kondensator:

  • Spannungsfestigkeit bis 450 V
  • enge Toleranz der Kapazität (ehemals 4 %, später 2 %[1])

Die Größe des Kondensators sollte den auf der Drossel angegebenen Wert haben[2]. Die erforderliche Kapazität beträgt bei einem Lampenstrom von 0,43 A[3] für eine 36-W-Leuchtstofflampe (bzw. eine Tandemschaltung 2x18W) etwa 3,2 µF und für eine 58-W-Leuchtstofflampe (betriebsstrom 0,67 A) etwa 5 µF[4]. Ein Nachteil besteht in der geringeren Vorheizleistung der Lampenkathoden, da der nichtlinear durch die beginnende Sättigung des Eisenkerns der Drossel erhöhte Strom beim Start des reihenkompensierten Zweiges entfällt. Daher wird der Reihenkondensator oft etwas größer als erforderlich gewählt, was sich nachteilig auf die Effizienz und die Lebensdauer der Lampe auswirkt. Das kann nach [4] jedoch mit elektronischen Startern vermieden werden, weshalb dann die korrekte Kapazität eingesetzt werden kann.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reihenkompensation hat gegenüber der Parallelkompensation folgende Vorteile:

  • keine Belastung des Kondensators bei starken Netzoberwellen durch Verzerrungsblindleistung
  • kein Einschaltstromstoß
  • bei Kurzschluss des Kondensators kein Ausfall der Lampe
  • verringertes Lichtflimmern (Vorteil entfällt bei dreiphasigen Leuchten)
  • keine Beeinflussung von Rundsteuersignalen
  • keine Beeinflussung der Lampe durch Gleichspannungsanteile im Netz

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Duoschaltung wird häufig mit der Tandemschaltung verwechselt, bei der zwei Leuchtstoffröhren in Reihenschaltung an einem Vorschaltgerät betrieben werden. Die Tandemschaltung kann jedoch ebenfalls reihenkompensiert werden, sodass eine Leuchte mit beispielsweise vier Leuchtstofflampen T18, von denen zwei den kapazitiven Zweig bilden, die gleichen Vorzüge aufweist wie eine Duoschaltung aus zwei Röhren.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Springer: Fachkunde Elektrotechnik. 18. Auflage. Europa-Lehrmittel, Wuppertal 1989, ISBN 3-8085-3018-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.elektropraktiker.de/ep-2003-11-870-875.pdf?eID=tx_nawsecuredl&falId=6465&hash=9581058eff351d9248bd2eeda78fcaa2 S. Fassbinder: Blindleistungskompensation bei Leuchtstofflampen, Zeitschrift Elektropraktiker, Jg. 57 (2003), Heft 11, Seite 872, abgerufen am 12. Nov. 2017
  2. http://www.frako.com/fileadmin/pdf/Downloads/Handbuch/95-00135_11_13_9066_handbuch_blk.pdf Peter Riese: Handbuch der Blindleistungs-Kompensation, Seite 15, abgerufen am 12. Nov. 2017
  3. http://new.abb.com/docs/librariesprovider30/abb-stotz-kontakt-striebel-john-vertriebsgesellschaft-mbh/druckschrift-leuchten21274C1FFA399DD615A640F0.pdf?sfvrsn=2 Firma ABB: Technische Daten Betriebsgeräte für die Lichttechnik, Seite 8, abgerufen am 12. Nov. 2017
  4. a b c https://www.kupferinstitut.de/fileadmin/user_upload/kupferinstitut.de/de/Documents/Shop/Verlag/Downloads/Anwendung/Elektrotechnik/s180a.pdf S. Fassbinder: Optimale Auswahl und Betriebsweise von Vorschaltgeräten für Leuchtstofflampen/Blindleistungskompensation bei Leuchtstofflampen, Seite 12ff: , abgerufen am 12. Nov. 2017