Eisstromnetz

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Das Malaspina-System in Alaska, aufgenommen aus dem Weltraum: ein Eisstromnetz mit Vorlandgletschern

Eisstromnetze entstehen, wenn die Talgletscher eines Gebirgslandes so stark anwachsen, dass sie über die niedrigsten Scharten der trennenden Bergketten hinwegfließen und sich so miteinander verbinden. Solche Scharten werden als Transfluenzpässe bezeichnet, sie werden häufig durch Detersion abgeschliffen und erniedrigt.

Vergletscherte Gebirge lassen sich folgendermaßen klassifizieren:

  • Das Gebirge kann dominieren, dann folgen die Talgletscher dem Gebirgsprofil und den zumeist fluvial vorgeprägten Tälern.
  • Die Vergletscherung kann dominieren, dann überdecken die Eismassen das Gebirge vollkommen und man spricht von einer Eiskappe oder einem Eisschild.
  • Dazwischen gibt es einen mittleren Grad der Vergletscherung, bei dem Eisstromnetze vorliegen.

Während der Glaziale gab es in den Alpen ausgedehnte Eisstromnetze, aus denen nur die höheren Gipfel als Nunatakker herausragten.

Der entsprechende englische Fachterminus ist “Dendritic glacier”, woran zu erkennen ist, dass es keinen direkten Zusammenhang zum Fachterminus „Eisstrom“ gibt, denn bei diesem handelt es sich um eine wörtliche Übersetzung des englischen Begriffs “Ice stream”[1] – bei Eiströmen in diesem Sinne handelt es sich um schnell fließende Bereiche innerhalb der Eisschilde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ralf Sube: German Dictionary of Physics. Langenscheidt Fachverlag, München 2001, ISBN 0-415-17338-8, S. 368 (Google books)