Elektrokamin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Elektrokamin

Ein Elektrokamin ist eine Widerstandsheizung, die mit elektrischem Strom betrieben wird.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Elektrokamin - die Kombination aus elektrischer Heizung und optischer Feuereffekt - wurde 1917 von Berry in England patentiert und als Berry Magicoal in England und den USA vermarktet. Seit 1966 werden Elektrokamine auf dem deutschen Markt angeboten. Im Gegensatz zu gesetzten Kaminen sind E-Kamine einsatzbereit, ohne dass Umbauten zur Anbindung an eine Verbrennungstechnik notwendig sind. Die Elektrokamine werden sowohl als Zusatzheizgerät als auch als Raumobjekt genutzt. Bedingt durch die fortschreitende Isolationsqualität der Gebäude und sinkende Nachfrage nach Übergangsheizungen, ist der Elektrokamin inzwischen auch als Vollheizung erhältlich.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Bauweise im Kastenprinzip besteht aus der Gestellform, einer Rahmeneinheit mit Zierornamenten, der Kacheleinheit, dem Heizmodul in Kaminbauweise und einem elektrischen Feuer. Die elektrisch betriebenen Kaminfeuer ahmen die Effekte eines Kaminfeuers nach. Wurden ältere Flammspiele noch durch Wärme und Lüfterrad mit Spiegel erzeugt, werden sie inzwischen durch spezielle Spiegeltechnik, angetrieben durch langsam drehende Motoren im Niedervoltbereich und einer energieeffizienten Beleuchtungseinheit bewirkt.

Funktions- und Betriebsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Abgabe der Wärmeenergie werden neben der Strahlungswärme grundlegend zwei Arten der Konvektion in ihrer Funktion unterschieden: die natürliche Konvektionstechnik und die Wärmeabgabe durch eine Zwangsbelüftung über Ventilatorenantrieb. Grundlage der durch Konvektion betriebenen E-Kamine ist die Wärmeenergie, umgesetzt aus elektrischer Energie in den Raum abzugeben. Die rein physikalische Funktion der Luftverdrängung bzw. Konvektion entspricht der Verdrängung der warmen Luft durch nachziehende kalte und sorgt für die ständige Abgabe der im Inneren des Kamins erzeugten Wärmeenergie. Hierbei kommen verschiedene Heizelemente, meist reine ohmsche Widerstände, zum Einsatz. Damit unterscheiden sich Elektrokamine grundlegend vom Wirkungsprinzip der Nachtspeicherheizung. Es werden Leistungsvarianten von ca. 1000 bis zu 3000 W angeboten.

Technische Kenndaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anschlussvarianten: Festanschluss mit gesetzter Dose (wie bei einem E-Herd) und mit einer Steckverbindung (Steckdose und Schukostecker), Spannung 230 V 50 Hz.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Pusch: Elektrische Heizleitungen. Bauarten, Einsatz, Verarbeitung Verlag Technik, 1997, ISBN 3341011692.
  • Dieter Müller & Wolfgang Winkler: Elektro-Installationen planen und kalkulieren 2. Auflage, Vogel Business Media, 2006, ISBN 978-3834330543.