Elstermühlgraben

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Elstermühlgraben
Der Elstermühlgraben um 1879 zwischen Eythra und Bösdorf

Der Elstermühlgraben um 1879 zwischen Eythra und Bösdorf

Daten
Lage Sachsen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Weiße Elster → Saale → Elbe → Nordsee
Quelle als Nebenarm der Weißen Elster bei Profen bzw. Hartmannsdorf (Leipzig)
51° 7′ 28″ N, 12° 13′ 50″ O
Mündung in Großzschocher in die Weiße ElsterKoordinaten: 51° 17′ 57″ N, 12° 19′ 53″ O
51° 17′ 57″ N, 12° 19′ 53″ O

Länge heute: 18,2 km(Profener Teil)
 6,3 km (Knauthainer Teil)
 bis 1972:
 29 km (ohne Bruch)
Großstädte Leipzig
Kleinstädte Groitzsch, Pegau, Zwenkau
Gemeinden Profen, Pegau, Kleindalzig
Hartmannsdorf, Knauthain, Großzschocher
Der Elstermühlgraben bei Elstertrebnitz

Der Elstermühlgraben bei Elstertrebnitz

Der Elstermühlgraben ist ein künstlicher Nebenarm der Weißen Elster und ist wasserrechtlich ein Gewässer II. Ordnung.[1] Er hatte bis zu seiner Unterbrechung durch den Tagebau Zwenkau eine Länge von etwa 29 Kilometern[2] und besteht heute aus den beiden Teilstücken Profener Elstermühlgraben mit 18,2[3] Kilometern Länge und Knauthainer Elstermühlgraben mit 6,39[1] Kilometern Länge.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Elstermühlgraben zweigt in Sachsen-Anhalt zwischen Profen und Löbnitz-Bennewitz, einem Ortsteil von Groitzsch, linksseitig von der Weißen Elster ab. Er fließt bis Kleindalzig stark gewunden, die restliche Strecke nahezu geradlinig durch die Elsteraue.

Er passiert zuerst Lützkewitz und Beersdorf, zwei Ortsteile von Profen, und erreicht anschließend Sachsen. Im weiteren Verlauf durchfließt der Elstermühlgraben Elstertrebnitz, Pegau, Großstorkwitz und Tellschütz, um anschließend bei Kleindalzig in die Weiße Elster zu münden. Vor seiner Unterbrechung floss der Elstermühlgraben weiter durch die inzwischen abgebaggerten Ortschaften Eythra und Bösdorf, durch Hartmannsdorf, wo er heute von der, ins Betonbett verlegten, Weißen Elster wieder abzweigt, und durch Knautkleeberg-Knauthain um dann in Großzschocher endgültig zu münden.

In Knauthain verzweigt sich der Elstermühlgraben und ist bis zu seiner Wiedervereinigung bei Knautkleeberg auf wenigen hundert Metern Länge nochmal ein kleines Stück gewunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Elstermühlgraben wurde im 12. Jahrhundert durch die Mönche des Klosters Pegau und auf Veranlassung des Wiprecht von Groitzsch angelegt. Wie dem Namen zu entnehmen ist, war sein Hauptzweck der Betrieb der Mühlen von Elstertrebnitz bis Großzschocher, welche teilweise noch bis ins 20. Jahrhundert genutzt wurden.

Im Zuge des Braunkohleabbaus wurde die Weiße Elster zwischen 1972 und 1977 in ihr heutiges betoniertes Bett zwischen Zwenkau und Leipzig verlegt und damit auch der Elstermühlgraben bei Kleindalzig in diese eingebunden, bzw. bei Hartmannsdorf aus dieser wieder abgezweigt. Sein dazwischen liegendes, trocken gefallenes Bett mit einer Länge von etwa fünf Kilometern, wurde ab 1984 durch die Abraumbagger devastiert. Südlich des ehemaligen Eythra ist heute noch der Elstermühlgraben bis zur Betonelster erhalten, führt aber wegen des abgesenkten Grundwasserspiegels kein Wasser mehr.

Renaturierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Leipzig plant, den Knauthainer Elstermühlgraben im Zuge der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu renaturieren. Dabei soll der bestehende Gewässerkorridor zwischen Knauthain und Windorf um etwa 25 m verbreitert und teilweise ein neuer, mäandrierender Flusslauf angelegt werden.[4] Allgemein wird die vollständige Entsiegelung des Gewässerprofiles und die Herstellung der ökologischen Längsdurchgängigkeit angestrebt.[5] Auch Teile des Krummen Grabens, des Windorfer Augrabens und des Wiesengrabens sollen mit einbezogen werden, die kleinere Altläufe zwischen Weißer Elster und Mühlgraben sind.[6] Am 21. November 2016 wurde zu diesem Zweck ein Flurbereigungsverfahren angeordnet.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Leipziger Fließgewässer II. Ordnung (Memento des Originals vom 4. Januar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.leipzig.de
  2. Leipziger und Schkeuditzer Gewässer Broschüre des Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Sachsen e. V.; Auf: sachsen.nabu.de (PDF; deutsch; 7,64 MB)
  3. Gewässergütekartierung im Gewässerverbund Südraum Leipzig (Memento des Originals vom 4. Januar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.klemm-hensen.de Klemm & Hensen, Leipzig, 2001 -2003, Auf: klemm-hensen.de (PDF; deutsch; 1,5 MB)
  4. Brandiser Stadtjournal Amtsblatt der Stadt Brandis; Ausgabe 1/2017; 16. Januar 2017; Auf: stadt-brandis.de (PDF; deutsch; 5,92 MB)
  5. Umweltbericht 2013 Stadt Leipzig; 31. Dezember 2013; Auf: leipzig.de (PDF; deutsch; 16,5 MB)
  6. Umweltbericht 2007 Stadt Leipzig; Dezember 2007; Auf: leipzig.de (PDF; deutsch; 12,6 MB)
  7. Flurbereinigungsverfahren Knauthainer Elstermühlgraben Bekanntmachung auf leipzig.de; abgerufen am 3. April 2017