Elterngeld und Elternzeit in Schweden

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Die schwedischen Elternzeit- und Elterngeldregelungen bestehen bereits seit 1974 und wurden über die Jahre stetig verändert. Schweden nimmt damit in der Familienpolitik, besonders der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Gleichstellung der Geschlechter, eine Vorbildfunktion ein. Der Anteil der Väter, die Elternzeit nehmen, ist mit rund 42 Prozent innerhalb der EU überdurchschnittlich.[1]

Aktuelle Regelung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Elterngeld wird über die Elternschaftsversicherung finanziert, die Teil des Sozialversicherungssystems ist (MISSOC 2007). Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit aussetzen, um ihr Kind zu versorgen, können für insgesamt 480 Tage Elterngeld beziehen. Von den 480 Tagen sind jeweils 60 Tage jedem Elternteil einzeln vorbehalten, die restlichen 420 Tage sind frei untereinander aufteilbar. Für 390 Tage werden 80 % des bisherigen Bruttolohns als Lohnersatzleistung gezahlt. Dabei gilt ein Minimalbetrag von 180 SEK und ein Höchstsatz von 874 SEK am Tag. Für die übrigen 90 Tage wird, unabhängig vom Einkommen, eine Pauschale von 180 SEK am Tag gewährt. Bis zum achten Lebensjahr des Kindes besteht in Schweden ein Anspruch auf Teilzeiterwerbstätigkeit.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions: Parental leave in European companies. Establishment Survey on Working Time 2004–2005. Luxemburg 2007.
  • Mutual Information System on Social Protection (MISSOC): Soziale Sicherheit in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz. Vergleichende Tabellen. Teil 8: Finnland, Schweden, Vereinigtes Königreich. Stand am 1. Januar 2007. In: (Zugriff am 30. Dezember 2008).
  • Rüling, Anneli/Kassner, Karsten: Familienpolitik aus der Gleichstellungsperspektive. Ein europäischer Vergleich. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung 2007.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. European Foundation 2007
  2. Rüling, Anneli/Kassner, Karsten: Familienpolitik aus der Gleichstellungsperspektive. Ein europäischer Vergleich. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung 2007.