EnergyBus

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EnergyBus-Logo

EnergyBus ist ein offener Standard für alle elektrischen Komponenten von Leicht-Elektrofahrzeugen und weiteren stationären Energiemanagementsystemen. Er beinhaltet einen Kommunikations- und Energieübertragungs-Bus sowie ein dazugehöriges Steckersystem. Die Datenübertragung basiert dabei auf dem CAN-Bus genauer auf dem CANopen-Protokoll. Die Datenübertragung ist in dem CANopen-Applikationsprofil CiA-454 definiert und für Mitglieder des EnergyBus e.V. und das CAN in Automation e.V. zugänglich. Mit der Veröffentlichung eines internationalen ISO/IEC-Standards wird gegen Ende des Jahres 2014 gerechnet.

Ursprüngliches und hauptsächliches Ziel der Entwicklung waren die LEV-Komponenten, jedoch wird EnergyBus auch in stationären Energiemanagmentsystemen verwendet. Erste Anwendungen wurden von Fraunhofer ISE realisiert. [1]

EnergyBus wird von einem eingetragenen Verein (EnergyBus e.V) getragen und von den Mitgliedern und Partnern[2] spezifiziert. Mitglieder sind sowohl Einzelpersonen wie auch Hersteller von Elektrofahrradkomponenten wie Steckern, Batterien, Steuerungen und Antriebseinheiten (darunter Bosch, Panasonic, Sanyo, Deutsche Bahn AG, Philips und Varta).[3]

Aktuelles Ziel der EnergyBus-Initiative ist die Herstellung einer standardisierten Lade-Infrastruktur für E-Bikes, Pedelecs und andere LEVs (Light Electric Vehicle).

Nutzen[Bearbeiten]

EnergyBus bietet für den Nutzer ein sicheres Ladegerät (ohne Explosionen und Brände) für verschiedene Batterietypen. Bei einer Gleichspannung von bis zu 48 V und einem Strom von bis zu 40 A kann eine Leistung von bis 1,9 kW abgegeben werden. Es handelt sich um Plug'n'Play-Systeme, bei denen zusätzliche Batterien oder Verbraucher einfach eingesteckt werden können. Dank der Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten wird die Energieübertragung erst aktiviert, wenn sichergestellt ist, dass alle Teilnehmer mit der aktuellen Spannung funktionieren. Seit dem Jahr 2013 ist ein Ladegerät verfügbar, das die über die Kommunikationsschnittstelle ausgehandelte Batterieladespannung von bis zu 56 V und 10 A nahezu stufenlos bereitstellen kann.[4]

Für Komponenten-Hersteller bietet EnergyBus den Vorteil, dass seine Komponente „kompatibel“ zu vielen anderen Komponenten sind. Die Systemintegration wird massiv einfacher. So kann dem Kunden durch den Systemintegrator mehr geboten werden zu geringeren Kosten. Das gebotene System ist upgradefähig beispielsweise für eine zusätzliche Batterie oder neue Batteriechemie.

Für die Entwicklung von EnergyBus-kompatiblen Komponenten stehen vorgefertigte Software-Bibliotheken zur Verfügung.[5]

Erste Anwendungen[Bearbeiten]

  • eBike Impuls von TourDeSuisse (TDS)
  • Elektragil System
  • Komponenten von Motor (Elektragil), Fahrradlicht (Phillips), Batterie (HighTech Energy), Ladegerät (pironex), Human Interface (Marquardt)
  • Fraunhofer ISE Inselsysteme
  • Erste Ladestationen für Pedelec Nutzer [6]

Standard auf mehreren Ebenen[Bearbeiten]

EnergyBus Stecker
  • Physik: Stecker/Buchse
  • Ein Informations-Bus-System zur Verständigung von Modulen in elektrischen Systemen wie Batterie, Ladegerät, Verbraucher (Motor), Erzeuger (Generator, PV, …) mit definierten Nachrichten und definierten Sequenzen der Nachrichten
  • Attribute und Werte der einzelnen Gerätetypen

Dazu sind mehr als 10 Gerätetypen definiert.

Die Organisation[Bearbeiten]

EnergyBus ist als eingetragener Verein (EnergyBus e.V) mit Sitz in Tanna organisiert. Die Köpfe hinter EnergyBus sind: Kontaktperson für Anfragen: Andreas Fuchs, 1. Vorsitzender: Mo-Hua Yang, 2. Vorsitzender Olaf Zanger, Kassenwart: Hannes Neupert, Sekretariat: Antje Hopf Partner-Organisationen des EnergyBus e.V. sind CiA, Opi2020, Fraunhofer ISE sowie die emtas GmbH.

Kooperationen[Bearbeiten]

EnergyBus e.V. ist mit dem VDMA Forum Elektromobilität "E-Motive" eine Zusammenarbeit eingegangen. Deren Ziel ist es, die notwendigen und gewünschten Eigenschaften einer "austauschbaren wiederaufladbaren Batterie", wie sie in diversen elektrischen Systemen zum Einsatz kommt, zweckmäßig zu definieren.[7][8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel über stationäre Anwendungen von EnergyBus
  2. Liste der EnergyBus Partner
  3. Liste der EnergyBus Mitglieder
  4. pironex.de
  5. www.emtas.de
  6. http://www.lade-infrastruktur.org/de
  7. Energybus und VDMA Forum Elektromobilität kooperieren. RadMarkt online, 15. April 2014
  8. Frank Brückner: E-MOTIVE und EnergyBus e.V. vereinbaren Projektkooperation. Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer online, 16. April 2014