Erdschlangen

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Erdschlangen
Regenbogen-Schlange (Xenopeltis unicolor)

Regenbogen-Schlange (Xenopeltis unicolor)

Systematik
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Toxicofera
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Pythonartige (Pythonoidea)
Familie: Erdschlangen
Gattung: Erdschlangen
Wissenschaftlicher Name der Familie
Xenopeltidae
Bonaparte, 1845
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Xenopeltis
Reinwardt, 1827

Die Erdschlangen (Xenopeltis) sind eine nur zwei Arten umfassende Gattung kleiner Schlangen, die in Südasien von Birma über das südliche China bis nach Java, Kalimantan und Sulawesi leben.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erdschlangen werden maximal einen Meter lang. Ihr Rücken ist schwarz oder dunkelbraun und irisierend, ihre Unterseite weißlich. In Anpassung an die grabende Lebensweise ist der Kopf kompakt gebaut, flach und schaufelförmig. Alle zahntragenden Knochen sind sehr eng mit vielen Zähnen besetzt. Das Dentale (zahntragender Knochen des Unterkiefers) ist den übrigen Unterkieferknochen sehr beweglich aufgesetzt, wodurch der gesamte Kieferapparat eine starke Beweglichkeit bekommt.

Sie vereinigen progressive und primitive Merkmale. Zu den progressiven zählen die Kinnfurche und die großen Kopfschuppen, die ähnlich wie die der Nattern (Colubridae) sind. Auch die Bauchschuppen (Scutum ventrale) sind groß. Die Schwanzschuppen (Scutum subcaudale) stehen in zwei Reihen.

Zu den ursprünglichen Merkmalen zählen der bezahnte Zwischenkiefer und das Vorhandensein von zwei funktionierenden, wenn auch verschieden großen Lungen.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlangen sind nachtaktiv und leben auf oder grabend im Boden der Regenwälder, lockerer Wälder und auch auf Brachland an Stadträndern. Erdschlangen ernähren sich von kleinen Wirbeltieren wie Kleinsäugern, Amphibien, Reptilien und auch von anderen Schlangen. Erdschlangen sind ovipar (eierlegend) und legen bis zu zehn Eier.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die systematische Stellung der Erdschlangen war lange Zeit umstritten. In den 1970er Jahren wurden sie zusammen mit dem mittelamerikanischen Spitzkopfpython (Loxocemus bicolor) und der afrikanischen Gattung Calabaria in eine Unterfamilie Xenopeltinae in die Boidae gestellt. McDowell stellte sie 1987 in die eigene Familie Xenopeltidae, die schon 1845 von Bonaparte aufgestellt wurde. 2008 wurde die Familie von Vidal & Hedges nach einer von molekularbiologischen Grundlagen gestützten phylogenetischen Studie zusammen mit den Pythons (Pythonidae) und dem Spitzkopfpython in die Überfamilie Pythonoidea gestellt.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chris Mattison: Enzyklopädie der Schlangen. BLV Verlagsgesellschaft mbH, 2007, ISBN 978-3-8354-0360-4
  • K. Deckert, G. Deckert, G. E. Freytag, G. Peters, G. Sterba: Urania Tierreich, Fische, Lurche, Kriechtiere, Urania-Verlag, 1991, ISBN 3-332-00376-3
  • Vidal, N. & Hedges, S.B. (2008): The molecular evolutionary tree of lizards, snakes, and amphisbaenians. Comptes Rendus Biologies, doi:10.1016/j.crvi.2008.07.010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Xenopeltis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien