Erich Wernicke

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Erich Wernicke (* 20. April 1859 in Friedeberg, Neumark; † 20. Mai 1928 in Berlin; vollständiger Name Erich Arthur Emanuel Wernicke) war ein deutscher Immunologe und Mikrobiologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrengrab, Fürstenbrunner Weg 69, in Berlin-Westend

Wernicke studierte von 1879 bis 1883 am Medicinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelm-Institut. 1880 wurde er im Pépinière-Corps Suevo-Borussia aktiv.[1] Die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin promovierte ihn 1885 zum Dr. med.[2]

Mit Emil Behring entwickelte er 1890 das erste therapeutische Serum gegen Diphtherie. 1894 wurde er als Leiter des hygienisch-chemischen Labors an die militärärztlichen Bildungsanstalten versetzt, die zu diesem Zeitpunkt in Kaiser-Wilhelms-Akademie umbenannt wurden. 1896 erhielt er den Professorentitel. 1897 wurde er Vertreter Emil Behrings in der Direktion des Hygienischen Instituts der Philipps-Universität Marburg und zum a.o. Professor ernannt. 1898 war er zugleich Medizinalreferent bei der ständischen Zentralverwaltung der Provinz Hessen-Nassau. — Er engagierte sich während seiner kurzen Zeit in Marburg kommunalpolitisch als Mitglied der Marburger Stadtverordnetenversammlung.[3]

1899 wurde er als Direktor an das Königl. Hygienische Institut zu Posen versetzt und 1903 außerordentlicher Professor an der neu gegründeten Medizinischen Akademie Posen; 1905 bis 1908 war er Rektor der Akademie. Nachdem Posen infolge des Ersten Weltkriegs an das wiedererrichtete Polen gefallen war, wurde er 1921 mit dem Aufbau eines Medizinal-Untersuchungsamts in Landsberg an der Warthe beauftragt.

Wernicke wurde am 12. Dezember 1894 in die Freimaurerloge Goldener Pflug in Berlin aufgenommen; während seiner Zeit in Marburg beteiligte er sich als „Besuchender Bruder“ und Vortragender an der Arbeit der dortigen Loge Marc Aurel zum flammenden Stern.[4]

Wernicke starb mit 69 Jahren. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof, Fürstenbrunnerweg 69–79, D1 Git 15.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verbreitung und Bekämpfung der Lungentuberkulose in der Stadt Posen, Jena 1903.
  • Die Immunität bei Diphtherie. In: Handbuch der Mikrobiologie, 1904.
  • Die Bekämpfung der Infektionskrankheiten: ein Rück- und Ausblick. Rede zur Feier des Geburtstages des Kaisers und Königs am 27. Januar 1905 im Namen der Königlichen Akademie zu Posen gehalten, Posen 1905.

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 61, 173
  2. Dissertation: Ueber foetale Hydrocephalie in geburtshilflicher Beziehung.
  3. Marburger Geschichte. Hrsg. v. Erhart Dettmering u. Rudolf Grenz. Marburg 1980, S. 427.
  4. H. Keiler: Freimaurer-Dokumentation Marburg. Marburg 1980 (UB Marburg).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]